Wirtschaft

„Der neue Standort hat keinerlei Auswirkungen auf Rheinberg“

Auch wenn in Mönchengladbach ein neues Logistikzentrum eröffnet wird: Rheinberg bleibt weiter ein Standort des Versandhändlers Amazon.

Foto: Imago (Archiv)

Auch wenn in Mönchengladbach ein neues Logistikzentrum eröffnet wird: Rheinberg bleibt weiter ein Standort des Versandhändlers Amazon.

Rheinberg.   Amazon-Sprecherin Antje Kurz-Möller versichert: Mönchengladbach ist ein weiterer Standort des Versandhändlers, wird Rheinberg aber nicht ersetzen.

Muss man sich Sorgen machen um die in Spitzenzeiten bis zu 3000 Arbeitsplätze bei Amazon? Immerhin baut das amerikanische Versandunternehmen ein neues Logistikzentrum mit mehr als 1000 Vollzeitstellen im Westen von Mönchengladbach, das zwischenzeitlich sogar als das größte der Firma gehandelt wurde. Aber wenn man mit Antje Kurz-Möller, der nordrhein-westfälischen Amazon-Pressesprecherin, telefoniert, kann man das Lächeln fast schon durch die Leitung sehen: „Wir errichten in Mönchengladbach ein weiteres Logistikzentrum – und es ist beileibe nicht das größte in Nordrhein-Westfalen.“

Zum Vergleich: In Mönchengladbach wird das Verteilzentrum 55 000 Quadratmeter umfassen, Rheinberg ist mit 110 000 Quadratmetern doppelt so groß, hat ebenfalls mehr als 1000 Vollzeitstellen. Aber hier muss niemand Angst haben, versichert Kurz-Möller.

„Der Neubau hat keinerlei Auswirkungen auf Rheinberg. Wir benötigen ihn wegen unseres Firmenwachstums. Und die Entscheidung für den Neubau war auch keine deutsche, sondern eine europäische.“ Denn Nordrhein-Westfalen ist ein sehr attraktiver Logistikstandort und die Verteilzentren sitzen mittendrin, nahe an den Kunden, gut angebunden an Autobahnen. Mönchengladbach wird der vierte Standort an Rhein und Ruhr, neben Dortmund, Werne – und eben Rheinberg.

Dennoch könnte auf den 55 000 Quadratmetern Grundfläche in Mönchengladbach möglicherweise mehr passieren als in Rheinberg. Der Grund: In Mönchengladbach wird durchgängig zweistöckig gebaut, während es in Rheinberg nur den vierstöckigen sogenannten Pick-Tower (dort werden aus mehreren Teilen bestehende Sendungen zusammengestellt) und ein verbindendes zweistöckiges Gebäude gibt. Der Rest wird einstöckig genutzt.

Unterschiede gibt es auch in der Arbeitsweise. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Rheinberg sechs Jahre älter ist als der Standort Mönchengladbach. Dort werden zum einen zur Arbeitserleichterung, zum anderen aber auch zur Erhöhung der Umschlaggeschwindigkeit Transportroboter eingesetzt. Sie bringen Ware zu den Mitarbeitern, die deswegen weniger laufen müssen, deren Zahl deswegen aber nicht verringert wird. Kurz-Möller: „Diese Transportroboter wird es in Rheinberg nicht geben. Der Standort wird nicht nachgerüstet.“

Auch wenn in absehbarer Zeit keine Investitionen geplant sind: Amazon lässt Rheinberg nicht links liegen. „Für Fördertechnik und andere Maßnahmen zur Arbeitserleichterung wird Geld ausgegeben“, so Kurz-Möller.

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