Unterhaltung

Krimidinner in Alpen: Fünf Gänge und ein Mord

Die Mitglieder des Laienspiels Menzelen führten das Krimidinner-Stück inmitten der Gäste im Adlersaal vor. Die Gäste wurden zudem in die Vorstellung mit einbezogen. Dadurch entwickelte sich ein vergnüglicher Abend für Schauspieler und Besucher.

Die Mitglieder des Laienspiels Menzelen führten das Krimidinner-Stück inmitten der Gäste im Adlersaal vor. Die Gäste wurden zudem in die Vorstellung mit einbezogen. Dadurch entwickelte sich ein vergnüglicher Abend für Schauspieler und Besucher.

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Menzelen.  Das Laienspiel Menzelen hat sich auf ungewohntes Terrain begeben und inmitten des Publikums gespielt. Die Gäste wurden Teil der Vorstellung.

Ein Blick auf die Speisekarte ließ die 50 Gäste im Adlersaal in Menzelen-Ost schon ahnen, was auf sie zukommen würde. „Verdächtig zarte Hähnchenbrust, aufgefunden in der Nähe von giftgrünem Salat und blutunterlaufenen Beeren.“ Das ließ nur einen Schluss zu: Es wird mörderisch. Eingeladen zum Krimidinner mit fünf Gängen hatte das Laienspiel Menzelen.

Mit der Aufklärung eines Mordfalles betrat die eigentlich komödienerfahrene Theatergruppe absolutes Neuland. „Es war eine total verrückte Idee, aber ich habe das Textheft gelesen und war sofort Feuer und Flamme“, erzählt Marlies Meier. Ihren Schauspielkollegen Thomas Alkämper musste sie nicht lange überreden, auch wenn der sich gleich darauf mit dem nächsten Novum konfrontiert sah: „Wir spielen erstmals nicht auf der Bühne, sondern mitten zwischen dem Publikum. Aber wir wollten das einfach mal ausprobieren.“

Publikum ist Teil der Aufführung

Das Publikum spielte in den beiden Vorführungen am Wochenende eine Doppelrolle. Denn in der Kriminalkomödie „Mord und Schokoladenpudding“ von Hans Schimmel sind die Besucher zugleich Gäste des wohlhabenden Fabrikanten Alber von Meisenstein. Dieser lädt an seinem 80. Geburtstag zu einem Empfang, bei dem gleichzeitig sein Lebenswerk gewürdigt werden soll. Der Jubilar hat weder Frau noch Kinder. Seine nächsten Verwandten sind Nichten und Neffen – Nachkommen seiner verstorbenen Geschwister.

Insgeheim erhofft sich also jeder der Anwesenden, von Onkel Albert im Testament bedacht zu werden und natürlich auch, dass dieser nicht ewig lebt. Noch bevor „Omas mörderisch klare Brühe“ serviert wurde, stößt Dienstmädchen Marie (Saskia Hoeboer) einen markerschütternden Schrei als Zeichen dafür aus, dass sich die Hoffnung der Erbschleicher nur allzu schnell erfüllt hat.

Publikum begeistert mit Situationskomik

Jetzt durfte das Publikum sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen. Denn neben dem Besteck lagen Zettel mit Stichworten. Fiel dieses Wort auf dem Zettel, galt es, einen Text vorzutragen. Dazu sorgten Tischkarten für gemeinschaftlich vorgetragene Ausrufe des Erstaunens.

Dieser Kniff sorgte für eine Menge Situationskomik und einen mörderischen Spaß im Saal. Etwa als Marie kreidebleich verkündet, dass ein Messer in der Brust des Gastgebers steckt und ein Besucher daraufhin fragen muss: „Gibt es denn trotzdem etwas zu essen?“

Fortsetzung des Konzepts ist gut möglich

Selbstverständlich, denn niemand durfte den Saal verlassen, bis Kommissar Krawuttke (Karl-Heinz Ladwig) alle verhört hatte. Aber von einem Mord am Erbonkel ließ sich sowieso niemand den Appetit verderben. Pünktlich zum Dessert, einer „leichenblassen Creme an fluffigem Schokoladenmousse“ war dann auch der erste Mordfall der Menzelener Theatergruppe aufgeklärt. Fazit Alkämper: „Ich kann mir ganz sicher vorstellen, dass noch einmal zu machen.“

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