Industrieanlage

Grüne wollen Auflagen für Holzaufbereitung in Rheinberg

Eine Altholzaufbereitungsanlage ähnlicher Art soll auch in Rheinberg entstehen.

Eine Altholzaufbereitungsanlage ähnlicher Art soll auch in Rheinberg entstehen.

Foto: Jens Ressing / Bode, Henrik

Rheinberg.  Die Rheinberger Politiker sind mit den Standards für die Altholzaufbereitungsanlage nicht zufrieden. Sie wollen Nachbesserungen.

Der Grundstein fürs Solvay-Holzkraftwerk „Woodpower“ ist gelegt, der Baubescheid für die Altholzaufbereitungsanlage der Firma AVG Baustoffe Goch GmbH, die das Holzkraftwerk versorgen soll, steht noch aus. Zwei Wochen ist es her, dass die AVG sich zu den Fragen und Einwendungen der Politik und der Rheinberger Bürger zum Vorhaben in einer ganztägigen Erörterung äußerte (wir berichteten). „Leider mussten wir nach den Erörterungsterminen feststellen, wie großzügig und industriefreundlich die Behörden sind“, erklärte Grünen-Ratsmitglied Peter Mokros.

Für ihn sowie für seine Parteikolleginnen Barbara Ettwig und Luise Theile gibt es auch nach diesem Termin noch einige Punkte, die sie in den Planungen der AVG kritisieren. Die Grünen lehnen das Vorhaben der Firma generell nicht ab, betonte Theile. „Wir sind aber der Meinung, dass man noch gewisse Verbesserungen vornehmen kann.“ „Wir wollen dabei die Gesundheitsinteressen der Bürger in den Vordergrund stellen“, ergänzte Barbara Ettwig.

Nicht gut abgeschnitten

Da wären zum Beispiel die Luftschadstoffe und der Lärmschutz. Der von der AVG beantragte „Vorbrecher“, in dem das Altholz zerbrochen wird, soll im Freien errichtet werden. Die Grünen fordern, dass dieser komplett eingehaust wird, um entstehende Staubemissionen zu verhindern. Die Anlage soll eine Jahreskapazität von 300.000 Tonnen an gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen sowie eine Gesamtlagerkapazität von 22.500 Tonnen an nicht gefährlichen (Hölzer der Kategorien 1 bis 3) und 2500 Tonnen an gefährlichen Abfällen (Holzkategorie 4) haben. Auch die Anlagentechnik schneidet bei den Politikern nicht besonders gut ab.

„Der Betrieb von Zerkleinerungsanlagen im Freien ist nicht mehr Stand der Technik, wie es von der EU auf dem Merkblatt zur Abfallbehandlung festgeschrieben ist“, erklärte Mokros. „Die AVG beschränkt sich auf den technischen Stand von 1996, der mangels Umsetzung der EU-Richtlinie in Deutschland noch rechtsgültig ist.“

Immer zähflüssiger

Ein weiterer Mangel sei die geplante Arbeitszeit. Die AVG möchte von 6 bis 22 Uhr arbeiten. Die Grünen fordern hingegen eine Arbeitszeit von 6 bis 20 Uhr, um die Anwohner, die jetzt schon durch den Lärm und den Staubemissionen der L 137 und der Solvay belastet seien, nicht noch stärker zu belasten. Apropos L 137: Rund 60 bis 70 zusätzliche Lkw würden täglich die Solvay-Kreuzung an der B 57 passieren, um das Holz anzuliefern. „Das war schon ein Hammer, als in der Erörterung gesagt wurde, dass diese Zahl vernachlässigt werden könne. Der Verkehr wird so schon immer zähflüssiger“, kritisierte Mokros.

Die Grünen stellten gleich mehrere Anträge, die die Bezirksregierung in ihr Genehmigungsverfahren aufnehmen soll und gegebenenfalls als Auflage vorschreibt.

„Wir sind nicht zufrieden, wenn eine neue Anlage den gesetzlichen Anforderungen genügt, was sie ja auf jeden Fall tun muss, sonst wird die Genehmigung nicht erteilt. Wir fordern die bestverfügbarste Technik. Beim Hausbau kann man auch wählen, ob man eine einfache Bauweise wählt, die den gesetzlichen Standards genügt, oder die ökologisch beste Variante.“

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