Ehrenamt

Haus der Herzlichkeit in Alpen sucht freiwillige Helfer

Alpen.  Im Wohnverbund an der Haagenstrasse haben gut 22 geistig behinderte Frauen und Männer ein Zuhause gefunden. Helfer werden aber immer gesucht.

Es ist gar nicht so leicht, aus der Schmuddelecke herauszukommen. Als solche galt die Haagstraße vor 15 Jahren im hübschen Alpen mit ihren Baracken und alten Garagen. Der schlechte Ruf gehört längst der Vergangenheit an. Kein Wunder also, dass die meisten Alpener in den ersten Jahren überhaupt nicht wussten, dass in der Haagstraße ein Wohnverbund des LVR-HPH-Netz Niederrhein gebaut worden war.

Aktives Miteinander

Die 22 Frauen und Männer, die im Haus leben, sind in Alpen angekommen und aufgenommen. Aus kleinen ersten Begegnungen hat sich ein aktives Miteinander entwickelt. Auch dank des großen Engagements besonders der Evangelischen Kirchengemeinde.

Zwei Namen fallen LVR-Mitarbeiterin Rita Meesters sofort ein, wenn es um das freiwillige Engagement in Alpen geht: Prof. Dr. Klaus Pistor und Dr. Hartmut Becks. Pistor, langjähriger Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik Bethanien und Presbyter in der Evangelischen Gemeinde, schaue regelmäßig vorbei, unternehme etwas mit Menschen aus dem Wohnverbund. Zum Beispiel Spaziergänge. „Die enden immer im Amaliencafé. Da sind sie schon Stammgast“, sagt Meesters.

Pistor motiviere auch andere Menschen, sich für die Menschen dort zu engagieren. „Das finde ich ganz toll, dass er uns immer wieder Leute bringt.“ Dazu gehören zum Beispiel Pistors Ehefrau Anne, August Witt und Klaus Bruns.

Unglaublich wertvoll

Hartmut Becks ist der Pfarrer der Evangelischen Gemeinde und gleichzeitig Vertrauensperson für die Bewohnerinnen und Bewohner. Normalerweise, erklärt Rita Meesters, gebe es in den Wohnverbünden Beiräte, die die Interessen der Bewohner vertreten. An der Haagstraße aber seien rund 90 Prozent der Frauen und Männer nicht in der Lage, über Sprache zu kommunizieren. Pastor Becks vertritt ihre Interessen – ehrenamtlich, versteht sich. Becks und seine Gemeinde unterstützen auch Projekte mit Praktikanten, Kreativ-Aktionen, Ausstellungen, regelmäßige spezielle Gottesdienste – eine Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Für Rita Meesters und ihre Kollegin Susanne Simmes, die die Freiwilligenarbeit organisieren, ist das Engagement der Alpenerinnen und Alpener „unglaublich wertvoll“. „Es ist eine Bereicherung für uns und die Menschen hier. So können Angebote umgesetzt werden, die wir nicht bewältigen könnten.“ Für die Bewohner wiederum sei es ein schönes Gefühl, welche Wertschätzung ihnen von Außenstehenden entgegengebracht werde.

Freiwillige gesucht

Einen Wunsch hätten sie doch noch: „Wir hätten gerne jüngere Freiwillige“, sagt Rita Meesters. Ein solcher Kontakt sei gerade für die Jüngeren im Haus wichtig. Ein Beispiel: Hier lebt eine junge Frau, die hellauf begeistert war, als Schülerinnen vorbeischauten und mit ihr gemeinsam Make-Up, Nagellack und andere Kosmetika ausprobiert haben.

Wer Interesse hat, sich im LVR-HPH-Wohnverbund Haagstraße in Alpen zu engagieren, kann sich unter 02802 947250, per E-Mail an rita.meesters@lvr.de melden.

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