Kirche

Rheinberg: Fusion der katholischen Gemeinden vollzogen

Weihbischof Rolf Lohmann

Weihbischof Rolf Lohmann

Foto: arfi

Rheinberg.   In St. Peter gestaltete Weihbischof Rolf Lohmann am Sonntag die Messe. Sechs Kerzen auf den Altären standen für die früheren Pfarreien.

„Wir Christen wollen die Zukunft gestalten“, erklärte Weihbischof Rolf Lohmann vor Beginn der ersten gemeinsamen Messe der neuen Großgemeinde St. Peter in der vollen Kirche. Je sechs Kerzen auf Altar und Hochaltar standen symbolisch für die sechs ehemals eigenständigen Pfarreien, zu der nun auch St. Evermarus Borth (das bereits mit St. Mariä Himmelfahrt Ossenberg fusioniert war) gehört.

Ein Blick durch die Reihen machte deutlich, wie bunt und vielfältig das Leben in den einzelnen Gemeindeteilen ist. Abordnungen aller Schützenbruderschaften nahmen ebenso teil wie die Rhinberkse Jonges, die Kolpingfamilie, die KFD (Katholische Frauengemeinschaft) die KJG (Katholische junge Gemeinde) oder die Pfadfinder von St. Anna. Auch was die Musik betraf, zeigte sich die neue Gemeinde mit dem gemischten Kirchenchor unter der Leitung von Christoph Bartusek sowie den von Barbara Koczy und Marius Lenders dirigierten Kinderchören als starke Einheit.

Bevor die Fusion offiziell vollzogen wurde, verlas Weihbischof Lohmann die am 5. Dezember vergangenen Jahres von Bischof Felix Genn verfasste Urkunde: „Mit dem heutigen Zusammenschluss der Kirchengemeinden hört St. Evermarus auf zu existieren und gehört künftig als Filialkirche zur neuen Kirchengemeinde St. Peter.“ Lohmann wies darauf hin, dass bis zur konstituierenden Sitzung des neuen Kirchenvorstandes ein Verwaltungsausschuss die Geschicke der Gemeinde leiten wird. Um 10.15 Uhr überreichte er Dechant Martin Ahls die Fusionsurkunde. „Wir haben uns als Erstes überlegt, das wir ein Logo für die neue Gemeinde brauchen, in dem sich Petrus, der Fischer, ein Kreuz und natürlich der Rhein vereinen sollten und das haben wir hinbekommen“, so Ahls.

Es lag Aufbruchsstimmung in der Luft, als Lohmann das Logo mit dem Petrusschlüssel als zentrales Symbol, umrahmt von einem blauen Halbkreis, enthüllte. Der starke Applaus dafür darf als Indiz gewertet werden, dass zusammenwächst, was zusammen gehört.

Das war auch Tenor beim anschließenden Treffen im Pfarrheim. „Es hat sehr lange gedauert, aber jetzt ist es vom Grundsatz her geschafft. Für unsere Gemeinde in Ossenberg und Borth ist das eine wunderbare Geschichte“, findet Ortsvorsteher Klaus Helmes. Wenn es um das Thema Zukunftsgestaltung geht, ist auch die Jugend im Boot. Anika Hagemann begrüßt die Fusion. Die Pfadfinderin vom Stamm Phönix St. Anna sieht in der ortsübergreifenden Zusammenarbeit enorme Vorteile: „Es gibt sehr viele Jugendverbände, die jetzt deutlich besser vernetzt werden können. Davon können wir nur profitieren.“

Dass einzelne Gemeinden wie St. Evermarus in der neuen Großgemeinde ein Stück ihrer Identität verlieren könnten, befürchtet Pastoralreferent Werner Koschinski keineswegs: „Auf den Ebenen von Caritas oder Jugendverbänden funktioniert die Koordination schon seit Jahrzehnten reibungslos. Die Gemeinden behalten ihre Individualität, niemandem wird der Kirchturm weggenommen.“ Ähnlich beschreibt es auch Weihbischof Lohmann: „Wir wollen die einzelnen Gemeinden stärken, möchten vor Ort präsent sein und das Leben in den Pfarreien fördern. Dafür brauchen wir Menschen, die mit dem Bewusstsein von Offenheit und Freude bei der Sache sind.“

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