Stadtfest

100 000 feiern in Siegen drei Tage lang Stadtfest

Die „Familie Hossa“ sorgt mit ihren Mitsing-Hits am Abend dafür, dass nicht alle Besucher in die Oberstadt strömen.

Foto: Michael Kunz

Die „Familie Hossa“ sorgt mit ihren Mitsing-Hits am Abend dafür, dass nicht alle Besucher in die Oberstadt strömen. Foto: Michael Kunz

Siegen.   Von den neuen Ufern über den Schlossplatz bis zum Krönchen wird die Innenstadt zur Festmeile.

100 000 Menschen sind am Wochenende zum Stadtfest nach Siegen gekommen. „Tolle Stimmung, ein voller Erfolg und nächstes Jahr gerne wieder“, lautet das Fazit von Bürgermeister Steffen Mues. So „richtig schön“ wurde das Wetter erst am Sonntag — aber zumindest blieb es auch am Samstag trocken,. Da war allerdings auch erst um Mitternacht Schluss, während am Sonntag bereits um 19 Uhr Feierabend war. Bis dahin allerdings waren, bei strahlend blauem Himmel, die Straßen dicht. „Der Sonntag war der Flaniertag“, sagt Veranstaltungsleiterin Astrid Schneider. Der Samstag begann am frühen Nachmittag ruhig, voll wurde es dann von 16 Uhr vor allem vor den Bühnen.

Drei Tage lang verwandelte sich das Herz der Krönchenstadt in eine bunte Festmeile, konnte zwischen Kölner Tor und Reichwalds Ecke, von Bahnhofstraße und den neuen Ufern bis zum Schlossplatz und dem Rathausumfeld gefuttert, getrunken und gestaunt werden. Alte Freundschaften wurden erneuert, sicher auch viele neue geschlossen, die Siegener nutzten die vielfältigen Gelegenheit für Spaß, Information und Kommunikation.

Hinter den Kulissen des Stadtfestes waren nicht nur rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Organisationsteams der Gesellschaft für Stadtmarketing tätig, sondern auch zahlreiche Angehörige der Stadtverwaltung, insbesondere Mitarbeiter des Bauhofs und der Ordnungsabteilung, der Feuerwehr und der Stadtreinigung. Letztere hatte alleine 26 Mitarbeiter im Einsatz.

„Friedlich, ruhig, unaufgeregt“

Auch Ordnungsabteilung, Polizei und Malteser Hilfsdienst waren mit dem Verlauf sehr zufrieden. „Es war ein friedliches, ruhiges und unaufgeregtes Fest ohne besondere Zwischenfälle“, stellte die Polizei fest. Auch die Sperrung der Innenstadt führte nicht zu Stockungen im Verkehr, die Umleitungen wurden gut angenommen. Astrid Schneider äußerte sich am Sonntagnachmittag mehr als zufrieden: „Wir haben unsere Zielmarke erreicht. Zusammen mit unserem Organisationsleiter Martin Horne freue ich mich, dass unser Fest so hervorragend angekommen ist.“

Rappelvoll bei den „Lords“

Gar nicht so einfach am Mittag in der Oberstadt: Die Musiker von „Silent Seven“ etwa, die am Samstag auf der Marktbühne mit ihrem Programm begannen, mussten einiges an Geduld aufbringen, um tatsächlich mehr als ein oder zwei Dutzend Zuhörer beglücken zu können. Gegen Abend allerdings wurde es auch oben „voll“, ohne dass die Unterstadt tatsächlich „luftiger“ wirkte: Als die „Lords“ am Freitag auf dem Markt spielten, war es rappelvoll rund ums Krönchen.

Ohrwürmer oder Techno

„Und ich habe mir erzählen lassen, am Samstag waren es dort noch mehr“, ließ Bürgermeister Steffen Mues am Sonntag wissen. Da war er richtig informiert worden. Am Samstag lud Jörg Siewert zum immer populärer werdenden Rudelsingen ein, vier Stunden bis Mitternacht mit Ohrwürmern wie „Ich war noch niemals in New York“, „Männer sind Schweine“ oder „Dschingis Khan“. Und bei „Lalelu“ und Paul Ankas „My Way“ blieb dann kein Auge mehr trocken und kein Quentchen Asphalt am Brunnen mehr frei. Was den Mann auf der Bühne freilich nicht abhielt, „drei oder vier neue Rudelsänger“ in der 1500-köpfigen Menge auszumachen. „Setzt euch erstmal“, hatte er die Menge launig aufgefordert.

Gleichzeitig konnten sich 3000 Freunde von House und Techno auf dem Schlossplatz von „Willer Watz“ beglücken lassen. Trotz verstärkter Sicherheitskontrollen wurde es auch dort eng, während die Schlagerfans wiederum die Wahl hatten, auf den Markt zu pilgern, oder gleich mit 2500 anderen bei Familie Hossa am Kölner Tor zu bleiben. Wer da von der Oberstadt Richtung Sieg wollte, brauchte starke Ellenbogen. Mithin, praktisch jeder bekam an diesem Wochenende irgendwo „seine“ Musik zu hören, auch Jazz, Chöre und Country-Rock waren im Angebot.

Rauf und runter

Dabei war das Angebot fast schon zu umfangreich, um wirklich alles richtig genießen zu können. Da warteten Segways darauf, einmal unter kundiger Aufsicht gefahren zu werden, hier verwandelten sich vor allem Kinder und Jugendliche in scheinbar schwerelose „Flummies“, die auf den Trampolinen himmelwärts strebten, an wieder anderer Stelle ging es auf altmodische Weise am Kletterturm in die Höhe. Beim THW ließen sich die Fahrzeuge und deren hochmoderne Ausrüstung bestaunen, die Siegener Feuerwehr zeigte ähnliches, stellte den interessierten Passanten aber auch die Möglichkeit einer kleinen Zeitreise auf die Grenze zwischen Unter- und Oberstadt. Am Sonntag begann das Programm mit einem ökumenischen Familiengottesdienst am Unteren Schloss, danach warteten die Uni Big Band, Blasorchester und der Musiverein Eiserfeld auf die Stadtfest-Besucher.

>>> Info

46 000 Besucher – damit war der Samstag mit dem längsten Programm auch der besucherstärkste vor dem Sonntag (40 000) und dem Freitag (24 000).

3000 Gäste wurden bei der Neuauflage des Willerwatz-Festivals auf dem Schlossplatz gezählt, 2500 bei der (Schlager-)„Familie Hossa“am Kölner Tor, 1500 beim Rudelsingen auf dem Kornmarkt vor dem Rathaus.

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