Erziehung

144 Kita-Plätze hängen in Netphen am Kranhaken

Ein Modul von 28:  Christiane Mohl  und Irena Redman (2.  und 3. von links)  besprechen mit den Architekten Matthias F. Krämer und Sarah  Höfer den Einzug in ihre neue Kita am Dreis-Tiefenbacher Sportplatz.

Foto: Steffen Schwab

Ein Modul von 28: Christiane Mohl und Irena Redman (2. und 3. von links) besprechen mit den Architekten Matthias F. Krämer und Sarah Höfer den Einzug in ihre neue Kita am Dreis-Tiefenbacher Sportplatz. Foto: Steffen Schwab

Netphen.   Drei Übergangs-Einrichtungen nehmen in Netphen ihren Betrieb auf. Am Montag geht auch die erste MINT-Kita im Kreisgebiet ans Netz.

Kita-Plätze fallen nicht vom Himmel. Aber sie hängen am Kranhaken. In Netphen gleich an drei Standorten. Erst in Eschenbach, dann in Hainchen, jetzt in Dreis-Tiefenbach. Die drei Übergangs-Einrichtungen bieten insgesamt 144 Betreuungsplätze an.

Dreis-Tiefenbach: MINT

28 Module kommen am Dienstag und Mittwoch mit Schwertransporten aus Morsbach am Dreis-Tiefenbacher Sportplatz an. Innerhalb von zwei Tagen werden die Container auf der 30 Mal 15 Meter großen Fläche aufgestellt, Strom und Wasser angeschlossen. „Der Gartenbauer steht abrufbereit“, sagt der Hilchenbacher Architekt Matthias F. Krämer, der die Anlage geplant hat und sich auch schon Gedanken über den an der Bismarckstraße vorgesehenen Neubau macht — etwa zwei Jahre dürfte das noch dauern, bis Siegen-Wittgensteins erste MINT-Kita dort einziehen kann.

Jetzt wird erst einmal das Provisorium eingeräumt, am Montag beginnt für die ersten 37 Kinder, zeitversetzt, die zweiwöchige Eingewöhnungsphase — für den Rest der 57 Plätze, davon 16 für unter Dreijährige, gibt es Voranmeldungen für November und März. Eltern melden sich lange vor dem ersten Geburtstag ihrer Kinder, denn Betreuungsplätze sind knapp, gerade in Netphen. „Wir sind jetzt schon mit dem Kindergartenjahr 2018/19 beschäftigt, sagt Christiane Mohl, Regionalleiterin der AWO-Kindergärten, die vor genau einem Jahr auch den Start der Sport-Kita in Netphen begleitet hat, ebenfalls ein Debüt im Kreisgebiet . Erste Anfragen gibt es auch schon für 2019.

„Wir freuen uns“, sagt Irena Redman, die das Team von zunächst acht Erzieherinnen leitet. „Kleine Entdecker“, „Schlaufüchse“ und „Wetterfrösche“ heißen die drei Gruppen. MINT? „Kinder sind Entdecker und Forscher“, weiß Irena Redman. Sie werden Gegenstände aus dem Alltag erkunden, werden die Schwerkraft kennen lernen — einfach, wenn etwas hinfällt, und sie werden das mit der Luft in der Flasche verstehen. Eine Rolle spielen wird auch der Wald vor der Tür und das Klärwerk, wenige Meter dreisbachaufwärts. „Das wäre sicherlich interessant zu besichtigen.“ Irena Redman ist sich sicher: Die Naturentdeckungen „machen nicht nur den Kindern Spaß, sondern auch den Erzieherinnen.“ Allen voran der Chefin selbst: Die Erzieherin ist nämlich auch gelernte Bautechnikerin, Schwerpunkt Brücken- und Straßenbau. „Das ist meine Leidenschaft.“

Hainchen: St. Cäcilia

Im offenen Bereich ist niemand. „Nach einer Woche haben wir schon keine Mama mehr hier sitzen“, sagt Tamara Schmidt. „Power-Eingewöhnung“ war das, für 19 Kinder hat der neue Lebensabschnitt gleichzeitig begonnen. Neun Erzieherinnen, eine Hauswirtschaftskraft und ein Hausmeister bilden das Team des neuen katholischen Kindergartens St. Cäcilia. Oben am alten Haincher Sportplatz wurden die Module aufgestellt. „Es ist wunderschön hier“, sagt die Leiterin. Was sich fast so anhört, als könne sich der Neubau in Irmgarteichen auch noch mehr als zwei Jahre Zeit lassen.

Zwölf, demnächst 14 Kinder bilden die „Nestgruppe“ der unter Zweijährigen. Die anderen 43 sind nicht in Gruppen eingeteilt, sondern entscheiden immer wieder selbst, mit wem sie vorlesen, bauen,experimentieren basteln, malen, Ball oder Theater spielen wollen — nur der Morgenkreis ist verbindlicher Fixpunkt im Tagesablauf der neuen Kita von 7 bis 16 Uhr. Platz gefunden haben hier Kinder aus dem ganzen oberen Johannland, deren Eltern noch bis kurz vor den Sommerferien um Zusagen bangten. Mit eingezogen sind auch die Kinder aus der Notgruppe in der Johannlandschule, die an den „Regenbogen“ in Werthenbach angebunden war und zum Beginn der Schul- und Kitajahres aufgelöst werden konnte.

Gruppenräume, Schlafräume, Abstellräume, Büro, Küche, Bad mit Wickelplatz, Trockner und Waschmaschine: „Wir haben alles“, sagt Tamara Schmidt. Auch Platz. Immer noch kommt neues Spielzeug, irgendwann auch das große Bällebad und das Spielgerät für draußen — 55 Paar Gummistiefel im Regal warten auf ihren Einsatz. „Die Kinder freuen sich, wenn die Lkw ankommen.“ Denn dann wird ausgepackt. Spannend ist das in einem neuen Kindergarten. Als ob jeden Tag Weihnachten wäre.

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