Silvestervorschießen

15. „Silvestervorschießen“ im Freudenberger Kurpark

Beim Vorschießen werden die neuesten Trends an Feuerwerkskörper in die Luft geschossen.

Beim Vorschießen werden die neuesten Trends an Feuerwerkskörper in die Luft geschossen.

Foto: Jürgen Schade

Freudenberg.  Thomas Fischer veranstaltet das „Silvestervorschießen“ am Kurpark in Freudenberg. Dabei möchte er den sicheren Umgang mit Böllern vermitteln.

Angefangen hat es mit der Frage, was man tun könne, um die Silvesternacht sicherer zu machen. „Es gibt immer so viele Unfälle, die auf eine falsche Handhabung von Feuerwerkskörpern zurückzuführen sind“, erinnert sich Thomas Fischer, der 2000 die Firma Pyrotechnik Fischer in Freudenberg gegründet hat. „Da haben wir gesagt, lasst uns doch eine Produktpräsentation machen, bei der wir den Leuten zeigen, wie man es richtig macht.“ Das „Silvestervorschießen“ war geboren.

Seit mittlerweile 15 Jahren veranstaltet Thomas Fischer im Dezember einen Abend, an dem er und seine Mitarbeiter es schon vor Silvester mächtig krachen lassen – und dabei auf die Sicherheitsvorkehrungen beim Böllern hinweisen. So auch heute Abend ab 18 Uhr am Kurpark in Freudenberg. „Am Anfang kamen so 200 Leute. Im Laufe der Jahre sind immer mehr gekommen“, sagt Fischer. Für viele Freudenberger gehöre dieses „Event“ mittlerweile zur Vorweihnachtszeit dazu. Letztes Jahr seien circa 1200 Besucher zum Kurpark gekommen. „Mal gucken, was dieses Jahr passiert.“

Von der Bühne hinter die Bühne

Bevor Thomas Fischer für die Pyrotechnik verschiedener Bühnen- und Theaterproduktionen, Höhen- und Musikfeuerwerke und nicht zuletzt für die Umsetzung von Spezialeffekten für Film und TV verantwortlich war, stand er in den 1990er Jahren noch selbst auf der Bühne.

„Ich habe mit dem Theater angefangen und auf der Freilichtbühne in Freudenberg gespielt.“ Dann sei er auf „die Schiene Bühnenpyrotechnik“ gekommen, habe seine Ausbildung begonnen und seinen Befähigungsschein gemacht. „Das war eine tolle Zeit, hat viel Spaß gemacht“, sagt Fischer. Auch, weil es keine normale Ausbildung sei. Man müsse gewisse Arbeitsnachweise sammeln. Also ist er über zwei Jahre durch Deutschland, Österreich und die Schweiz getourt und hat an Schauspielhäusern, Theatern und Musikbühnen „Bühnen- und Großfeuerwerke gemacht. Da habe ich meine Lizenzen bekommen.“

Mit denen in der Tasche zog es Fischer zum Film und Fernsehen, wo er Effekte wie Schüsse, Squibs (Einschusseffekte), Explosionen und vieles mehr realisierte. Unter anderem war er über mehrere Jahre für die chronisch explodierenden Fahrzeuge in der Serie „Alarm für Cobra Elf“ oder der Krimiserie „Der Clown“ verantwortlich. In den letzten zwei Jahren habe er sich jedoch verstärkt auf das Feuerwerksgeschäft konzentriert, ab und an ziehe es ihn jedoch immer noch zum Film. Aktuell ist Fischer noch bei der Pyrotechnik einer Kinoproduktion involviert.

Für jeden Geldbeutel was dabei

Auch in diesem Jahr steigen heute Abend neben altbewährten Krachern auch „neue Highlights“ in den Abendhimmel von Freudenberg. Zuvor beschreibt Fischer die Besonderheiten der einzelnen Produkte, gibt den Preis bekannt, für den die Feuerwerkskörper an den jeweiligen Tagen erhältlich sind und klärt über die Sicherheitskriterien auf.

Bei Aspekten, wie etwa dem jeweilige Farbenspektrum der Feuerwerkskörper, orientiert sich Fischer nach den Trends des Jahres. „Vor zwei Jahren waren wir sehr bunt, haben viel mit Farben gespielt. Dieses Jahr knüpfen wir mehr an das letzte Vorschießen an, bei dem Gold und Silber die dominierenden Farben waren.“ Zu bestaunen sein werden heute Abend besonders Feuerwerkskörper mit „Crackling- und Popping“-Effekten. Beim Platzen der Bestandteile der Feuerwerkskörper entsteht dabei ein deutliches und teilweise lautes „Knistern“.

Allerdings nicht so laut wie noch in manchen Jahren zuvor. „Wir waren auch schon mal richtig knallaktiv, richtig laut. Die Batterien haben gescheppert“, sagt Fischer, der in diesem Jahr auf leisere Varianten setzen will. Die Kundschaft sei dabei bunt gemischt. Durch die unterschiedlichen Preissegmente gäbe es Kunden, die für fünf Euro einkaufen würden, aber auch welche, die 50, 100 oder noch mehr ausgeben. „Wir haben für jeden Geldbeutel was. Ich sage immer, jeder muss im Endeffekt die Chance haben, an Silvester Feuerwerkskörper zu erwerben.

Das diesjährige Highlight: eine kleine Batterie mit acht Schuss für 1,59 Euro. Wer etwas tiefer in die Tasche greifen möchte, für 140 Euro gibt es eine „Powerbox“, die ein paar Minuten „richtig Vollgas gibt.“

Waffeln für den guten Zweck

Wie auch in den Vorjahren erwartet die Besucher ein Schmankerl für Augen, Ohren und auch den Magen. Am Kurpark werden selbst gebackene Waffeln, Stutenmänner und Glühwein kostenlos verteilt. Wer möchte, der kann auch etwas spenden. „Alles, was reinkommt, spenden wir zu einhundert Prozent an die Aktion Lichtblicke“, sagt Fischer. Mit den Spenden werden unter anderem Familien in NRW unterstützt, die finanziell oder seelisch in Not geraten sind. Die ersten Raketen steigen um 18.45 Uhr hoch. Insgesamt wird die Vorführung etwa 40 Minuten dauern.

Nach der Feuerwerksshow steht ein vierminütiges Musikfeuerwerk auf dem Programm – dabei werden im Takt der Musik bunte Raketen in den Himmel geschossen.

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