Kinderbetreuung

357 zusätzliche Kindergartenplätze in Siegen

Die Kapazitäten  für Kinderbetreuung steigen in Siegen um zehn Prozent an. Dies geht aus dem Tagesstättenbedarfsplan 2019/20 der Stadt hervor

Die Kapazitäten für Kinderbetreuung steigen in Siegen um zehn Prozent an. Dies geht aus dem Tagesstättenbedarfsplan 2019/20 der Stadt hervor

Foto: Monika Skolimowska

Siegen.   3698 Betreuungsplätze stehen im Kindergartenjahr 2019/20 für Jungen und Mädchen zur Verfügung. Die Zahl der Einrichtungen steigt auf 70 an.

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In Siegen stehen im kommenden Kindergartenjahr 357 weitere Plätze zur Verfügung. Gegenüber dem laufenenden Jahr steigen die Kapazitäten damit um rund 10 Prozent. Insgesamt werden für Jungen und Mädchen im Alter bis zur Einschulung 3698 Plätze vorhanden sein. Die Zahl der Einrichtungen wird um fünf auf 70 steigen. Das geht aus dem Tagesstättenbedarfsplan 2019/20 der Stadt Siegen hervor, den Sozialdezernent André Schmidt und Jugendamtsleiter Dr. Raimund Jung gestern vorstellten.

Ü3-Bereich

Für Kinder unter drei Jahren weist der Bedarfsplan für 2019/20 insgesamt 855 Plätze in Einrichtungen aus – ein Plus von 81. In der Tagespflege steigt die Zahl von 290 auf 350, eine Steigerung um rund 20 Prozent. „Für uns ist bei den ganz jungen Kindern wichtig, dass wir den Eltern die Alternative anbieten“, sagt Schmidt. Seitens der Stadt sei die Tagespflege für kleine Kinder „schon die richtige Form“. Die Tagesmütter und -väter betreuen deutlich kleinere Gruppen, unter anderem an den Kits-Standorten. Voraussetzung für diese Variante sei allerdings, „dass wir geeignete Leute finden, ausbilden, zertifizieren“, betont der Dezernent. Die Qualifizierung hat mittlerweile einen Umfang von 300 – statt früher 160 – Stunden. „Man ist nicht einfach so Tagesmutter oder Tagesvater.“

Die Betreuungsquote im U3-Bereich liegt bei fast 45 Prozent. „Das Ziel der 50-Prozent-Quote steht“, sagt Schmidt. „Wir sind auch auf dem Weg, das zu erreichen.“ Zum Vergleich: 2009/10 lag sie bei 18 Prozent.

U3-Bereich

Bei den über Dreijährigen nimmt die Kapazität um 276 auf 2843 zu. „Wir haben immer gesagt: Wir müssen nicht nur den Ü3-, sondern auch den klassischen Bereich ausbauen“, sagt Schmidt. Der Rechtsanspruch sei in Siegen erfüllt. Allerdings sei es je nach Nachfrage nicht immer möglich, dass Eltern für ihren Nachwuchs auch den Platz am Wunsch-Standort bekommen.

Neue Einrichtungen

Fünf neue Einrichtungen mit insgesamt 315 Plätzen sollen nach momentaner Planung im kommenden Kindergartenjahr an den Start gehen:

Ein Waldkindergarten in der Heinbach; 20 Plätze, Träger ist die AWO. Der erste Waldkindergarten im Tiergarten „ist ein Erfolgsmodell“, sagt André Schmidt. Auch am neuen Standort sollen die Jungen und Mädchen sich überwiegend draußen aufhalten, in den großen Bauwagen nur bei schlechtem Wetter Zeit verbringen.

In der Weidenbach; 115 Plätze, Träger ist der Verein Hilfe zum Leben. Die Einrichtung in der ehemaligen Hammerhütter Schule wird die größte in der Stadt – und die erste überhaupt, die die 100-Plätze-Marke überschreitet, wie Schmdt erläutert.

Am Kindergarten, Schießberg in Geisweid; 55 Plätze, Träger ist der Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen (Vaks).

Am Sender, Giersberg; 55 Plätze, Träger ist das Christofferwerk. Im Quartier gebe es zwar bereits mehrere Kitas, aber auch eine hohe Nachfrage nach Plätzen, erklärt der Dezernent. Die neue Einrichtung stehe im Zeichen der Waldorfpädagogik, der Standort sei angesichts der Nähe zur Rudolf-Steiner-Schule ideal.

Saarbrücker Straße, Wellersberg; 70 Plätze, Träger ist das DRK.

Hinzu kommen Erweiterungen: Waldesruh in der Dreisbach, plus 35 auf 95 Plätze; Hengsbachstraße, nahe Krankenhaus, plus 42 auf 95 Plätze; Zur Zinsenbach, plus 10 Plätze.

Perspektiven

Die Zahl der zusätzlichen Betreuungsplätze im kommenden Kindergartenjahr könnte noch weiter steigen – auf bis zu 400, wie André Schmidt in Aussicht stellt. Es seien weitere Maßnahmen in Planung, deren zeitnahe Umsetzung ist allerdings noch nicht sicher. Für eine weitere Einrichtung in der Tiergartengartenstraße laufen ebenfalls Vorbereitungen, sagt Jugendamtsleiter Dr. Raimund Jung. „Das dauert aber noch.“ Außerdem suche die Verwaltung „händeringend etwas im Siegener Süden“.

Die Stadt Siegen verfolge weiter das Ziel, „das Ticket ,familienfreundliche Stadt’ auch von den Familien selbst bestätigt zu bekommen“, sagt André Schmidt. Ausreichend vorhandene Kita-Plätze und eine qualitativ hochwertige Betreuung seien dafür „maßgebliche Faktoren“, und als solche politisch und verwaltungsseitig gleichermaßen gewünscht.

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