Festveranstaltung

675 Jahre Walpersdorf: Jubiläumswoche endet mit Heimatabend

Volles Haus im Festzelt. 

Volles Haus im Festzelt. 

Foto: Michael Kunz

Walpersdorf.  Der Netpher Ortsteil feiert im Festzelt seine lange Geschichte, die lebendige Dorfgemeinschaft und die gelungenen Jubiläumsfeierlichkeiten.

Zwei Dinge stehen am Samstagabend, 14. Juli, im Walpersdorfer Festzelt für alle Anwesenden fest. Es war eine mehr als gelungene Festwoche zum 675. Geburtstag des Netpher Ortsteils, die beispielhaft für die lebendige Dorfgemeinschaft steht. Und: Es ist jetzt auch erst mal genug mit all dem Stress und der vielen Arbeit, die hinter einem solchen Jubiläum steckt.

Wobei das Stöhnen über die anstrengende Woche eher mit einem Augenzwinkern gemeint ist. Ziemlich oft zu hören an diesem ganz bewusst als „Heimatabend“ ausgewiesenen Abschlusstag ist das Wort „stolz“. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Johannes Meiswinkel, benutzt es, ebenso Ortsbürgermeister Rüdiger Bradtka. „Wir schwätzen manchmal viel im Verein, aber dann machen wir auch“, sagt Meiswinkel und zählt die sonstigen Aktivitäten der Gruppe auf, die im Vergleich zu anderen Vereinen in der Nachbarschaft vergleichsweise jung ist.

387 Einwohner und 23 Neubürger aus sieben Nationen

Die drei Ortschaften am Oberlauf der Sieg arbeiteten vorbildlich zusammen, bedankt sich dann in diesem Zusammenhang Rüdiger Bradtka und sieht alle drei für die Zukunft gut aufgestellt. Für Walpersdorf allein zählt er 387 Einwohner auf, „darunter 23 Neubürger aus sieben Nationen“. Insgesamt lebten damit Menschen aus acht Nationen im Dorf, eine Herausforderung der Globalisierung, die sich aus seiner Sicht nur dann bewältigen lasse, wenn auch die Integration gelinge. „Es gibt tolle Menschen darunter“, ruft er ins Zelt und bekommt Beifall.

Bradtka und Meiswinkel sprechen viel über Heimat, genau wie Corie Hahn und auch Henrike Moll, die für die DKS Oberes Siegtal auf dem Podium steht. Heimat als wichtige Wurzel für die Zukunft ist auch ein Thema für Bürgermeister Paul Wagener, der als erster nach Johannes Meiswinkel spricht und ziemliche Probleme mit der lauten Menge im Hintergrund des Zelts bekommt. Nach einer Ermahnung des launigen Conferenciers Godehard Neuser wird es zwischenzeitlich besser, aber spätestens Corie Hahn muss dann wieder den strengen Lehrerinnen-Blick einsetzen, um sich halbwegs Gehör zu verschaffen. Vielleicht war die Woche ja doch zu lang.

Lob für den Festausschuss

Ziemlich kurz hält sich dafür Volkmar Klein, der kein Geschenk mitgebracht hat, sondern ganz pragmatisch eine Einladung: Der Bundestagsabgeordnete aus Burbach, der schon als Grundschüler fasziniert war von der Köhlertradition des Ortes und dessen Eigenschaft als älteste Ortschaft am Oberlauf der Sieg, „die unserer Region ihren Namen gibt“, lädt den gesamten Festausschuss kurzerhand nach Berlin ein. Was für große Begeisterung sorgt.

Den längsten Auftritt hat aber Johannes Meiswinkel, der neben seinem „Werbeblock“ für die Arbeit des Heimatvereins viele Urkunden und Umarmungen an seine Kollegen vom Festausschuss verteilt, reichlich Danke sagt und dabei am Ende beinahe noch seine eigene Frau vergisst, mit Corie Hahn und seinem Freund Heiko Stöcker (vom Schützenverein Benfe) auf die nächsten 675 Jahre anstößt, aber auch grinsend betont, in 25 Jahren nicht mehr Organisator der nächsten Feier sein zu wollen: „Es reicht!“

Treckertreffen steht noch an

Im Gegensatz zu Godehard Neuser übrigens, der sich erinnert, vor einem Vierteljahrhundert schon auf der Bühne gewesen zu sein, wenn auch nicht im Anzug. „Diesmal habe ich einen halben“, verweist er auf sein Sakko und verspricht, beim nächsten Mal einen kompletten Anzug zu tragen, wenn er denn noch dabei sei.

Dann gibt es noch eine kleine Aufmerksamkeit für den Autor der Festchronik, Wilfried Lerchstein, der fünf Meter Brennholz für den Winter erhält, Musik von den Alphornbläsern und andere Unterhaltung, bis zum Rudelsingen und dem Großen Zapfenstreich. Und danach geht es zurück ins Zelt. Weil Feiern nun einfach mal Spaß macht. Apropos: Am letzten Augustwochenende steht das nächste Treckertreffen in Walpersdorf im Kalender. „Mit einem großen Feuerwerk“, hat Johannes Meiswinkel sagen hören.

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