Dr. Knut Lohmann

Abschied von einer Instanz

Foto: WR

Siegen.  Die Redaktion trauert um Dr. Knut Lohmann. Die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres langjährigen Mitarbeiters aus dem Kulturbereich traf uns gestern völlig unerwartet. Er hinterlässt eine große Lücke. Dr. Knut Lohmann wurde 84 Jahre alt.

Die Region verliert eine Instanz der Kulturberichterstattung. Unsere Redaktion verliert einen Kollegen, Weggefährten, eine Säule der journalistischen Arbeit. Dr. Knut Lohmann war nicht nur scharfsinniger Rezensent mit schier grenzenlosem Fachwissen in den Bereichen Kunst, Theater, Musik; er war darüber hinaus Ideengeber, Vorbild, feste Größe in unserem Team.

Die vielen Veränderungen in der Zeitungsbranche gerade in den letzten Jahren konnten den am 18. Januar 1929 in Bielefeld geborenen Pädagogen nicht aus dem Konzept bringen.

Auf jede neue Anforderung, jede technische Innovation, jede veränderte Situation stellte er sich ein, als ob dies nichts wäre, blieb souverän, bewies Aufgeschlossenheit und Beweglichkeit, wie sie selbst bei deutlich jüngeren Kolleginnen und Kollegen in dieser Form nicht oft zu finden ist.

Überhaupt, die Sache mit dem Alter: Auf dem Papier mag Dr. Knut Lohmann die 80 überschritten haben, aber wer, der ihn erlebte, nahm ihn als Menschen in fortgeschrittenem Alter wahr?

Jedes Klischee, das sich mit Senioren verbinden ließe, führte er ad absurdum, schöpfte aber gleichzeitig mit Esprit und Leichtigkeit aus den Möglichkeiten seines riesigen Erfahrungsschatzes.

Seine positive Kritik leitete er immer entlang klarer Kriterien aus der Qualität des Gesehenen, Gehörten und darüber hinaus Wahrgenommenen ab. Seine Verrisse waren nie leichtfertig abgefasst, sondern sachlich begründet; dabei nie böse, sondern, oft zwischen den Zeilen, fein pointiert so zum Ausdruck gebracht, dass sie niemanden verletzten und doch die klare Position des kritischen Rezensenten sichtbar werden ließen.

Eine Kritik aus der Feder Dr. Knut Lohmanns war daher stets konstruktiv. Ihm lag am Herzen zu dokumentieren, dass das Siegerland alles andere als kulturelles Niemandsland ist; Kultur parallel aber immer Verbesserungen braucht, um weiter gedeihen zu können. Aus diesen Leitgedanken leitete der Kultur-Journalist Dr. Knut Lohmann den Antrieb für seine Rezensionen in dieser Zeitung ab.

Für unsere Redaktion ist die Tragweite des Verlustes noch nicht abzusehen. Eine Zeitung ohne Dr. Knut Lohmann können wir uns im Moment nur schlecht vorstellen.

Manche Lücken lassen sich nicht schließen.

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