Advent

Adventskalender-Aktion: Tiere suchen ein Zuhause

Zuerst stellen wir zwei Laufenten aus dem Siegener Tierheim vor.

Foto: Tillenburg/Tierheim Siegen

Zuerst stellen wir zwei Laufenten aus dem Siegener Tierheim vor. Foto: Tillenburg/Tierheim Siegen

Siegen/Hilchenbach.   Täglich stellen wir ein Geschöpf vor, das derzeit bei den Tierschützern in Siegen oder Hilchenbach auf eine neue Chance wartet.

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Weihnachten – das Fest der Liebe, das Fest des Konsums. Wie schön wäre es, einen winzigen Welpen mit roter Schleife unter dem Baum sitzen zu haben? Oder eine niedliche Katze im Karton, umhüllt von funkelndem Papier? Das geht gar nicht, sagt Tobias Neumann, Leiter des Siegener Tierheims. Jemandem ein Tier zu bescheren , sei geradezu irrsinnig.

„Ein Schwein zur Hochzeit oder den Welpen mit Schleife unter dem Tannenbaum, der dann an Silvester seinen ersten Schock erleidet und vielleicht aus Überforderung zuschnappt“ – keine schöne Vorstellung. Die Feiertage seien Familienzeit, und Silvester sei wegen des Lärms der schlimmste Tag des Jahres für Tiere. „Wir vermitteln nicht gerne zum Ende des Jahres, um den Stress für die Tiere zu vermeiden“, sagt Tobia Neumann. Die Eingewöhnung müsse in Ruhe geschehen können.

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Dennoch: Wenn sich jemand Gedanken gemacht hat, macht das Tierheim Siegen auch Ausnahmen. „Es gibt auch ganz ruhige Leute, da kann es ganz toll sein.“ Ähnlich sieht das auch der Tierschutzverein Hilchenbach und Umgebung. Inka Dreisbach kümmert sich dort ehrenamtlich um die tierischen Bewohner. „Wir versuchen beratend tätig zu sein und vermitteln auch an Weihnachten. Da haben die Leute Zeit und können sich um die Tiere kümmern“, sagt sie. Zeit, sich auf­einander einzustimmen, sei für eine erfolgreiche Vermittlung wichtig. Der Verein richte sich – wie das Tierheim Siegen – nach den Bedürfnissen des Tieres, aber auch nach denen der Menschen.

In guten und schlechten Zeiten

Derzeit finden sich im Tierheim Siegen und beim Hilchenbacher Verein viele verschiedene Tiere, die auf eine zweite Chance warten. Unter ihnen sind unter anderem Hunde, Katzen, Schweine, Vögel und auch Schildkröten. Einige haben sich mit ihrem Schicksal einigermaßen abgefunden und arrangieren sich, andere fühlen sich im Heim unwohl und ziehen sich zurück. Doch eins haben alle gemeinsam: Sie suchen liebevolle Besitzer, die sich bewusst sind, was es heißt, ein neues Familienmitglied zu adoptieren. „Die Leute, die sich an den Tierschutz wenden, haben schon im Hinterkopf, dass sie sich und dem Tier etwas Gutes tun wollen. Die wissen, was sie erwartet“, sagt Inka Dreisbach.

Um den Tieren eine Stimme zu geben und auf ihre Schicksale aufmerksam zu machen, beteiligen sich die Tierschützer an der Adventskalender-Aktion unserer Redaktion. Täglich stellen wir unterschiedlichste Geschöpfe vor. Wer sich für eines oder mehrere Tiere interessiert, wendet sich an den unter dem Foto angegebenen Verein. Im Gespräch mit den Verantwortlichen klärt sich dann, ob Mensch und tierischer Wunschkandidat gut zusammenpassen.

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„Die Lebensumstände sind entscheidend“, sagt Tobias Neumann. Wie viel Zeit, Platz und Geld habe ich, um mich zu kümmern – in guten wie in schlechten Zeiten? Denn nicht selten kommt es vor, dass am Tierheim Siegen kranke Tiere ausgesetzt oder über den Zaun geworfen werden. Traumatisierend für die Lebewesen.

Gute Beratung ist sehr wichtig

Damit so etwas nicht passiert, muss die Wahl gut überlegt sein. „Die Umstände werden besprochen und wir gucken, wie das vereinbar ist“, sagt der Tierheimleiter. Seine Schützlinge sind ihm sehr wichtig. „Manchmal müssen wir Aufklärungsarbeit leisten.“ Wer 13 Stunden außer Haus ist, für den sei ein Hund möglicherweise das falsche Tier zu diesem Zeitpunkt. Andererseits: „Es ist nicht gesagt, dass der, der keine Hundeerfahrung hat, nicht sogar besser geeignet ist“, sagt Tobias Neumann. Jedes Tier und jeder Interessent seien eben verschieden. Deshalb versuchen die Tierschützer bestmöglich zu beraten und aufzuklären. Zudem gibt es Vor- und teilweise auch Nachbesuche, damit die Vermittler sicher sein können, dass das neue Zuhause passt. Am liebsten für immer.

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