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Alte Eschenbacher Schule weicht neuer Kita

Auch Bürgermeister Paul Wagener steckt seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Nicht nur einmal musste der Netphener Rat am Donnerstag geheim abstimmen.

Foto: Steffen Schwab

Auch Bürgermeister Paul Wagener steckt seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Nicht nur einmal musste der Netphener Rat am Donnerstag geheim abstimmen. Foto: Steffen Schwab

Netphen.   Die alte Eschenbacher Schule wird abgerissen. Die dort untergebrachte Kita bekommt einen Neubau an gleicher Stelle. Es gibt aber auch Einwände.

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Die Eschenbacher Kita wird da, wo sie jetzt ist, neu gebaut. Das 1929 als Volksschule eröffnete Gebäude, in dem sich die Kindergartengruppe bisher befindet, wird abgerissen. Die Sportler von Grün-Weiß Eschenbach, die Toiletten und Duschen im Keller benutzen, bekommen neue Sanitär- und Umkleideräume direkt am Sportplatz. Das hat der Rat am Donnerstag in geheimer Abstimmung mit 26 gegen 7 Stimmen bei einer Stimmenthaltung entschieden.

Die Argumente dafür...

Ein „trockener heller Kindergarten“ werde mitten im Ort entstehen, für den Fußballverein ergebe sich „eine einmalige Chance“, sagte Marc Seelbach (SPD). Ähnlich Alexandra Wunderlich (CDU): Der eingeschossige Neubau mitten im Ort schaffe „fantastische Bedingungen“ für die Kinder. Bürgermeister Paul Wagener: „Wir schlagen mehrere Fliegen mit einer Klappe.“
Errichtet würde die Kita durch einen Investor, der die Einrichtung an den Kindergartenträger vermietet. Die Stadt käme mit höchstens 175 000 Euro für den Abriss und den Ersatzbau für Grün-Weiß davon — auch das spielte in der Diskussion eine Rolle. „Es gibt noch keinen Investor“, sagte Baudezernent Erwin Rahrbach. Den werde der Träger der Kita, der katholische KiTS-Verbund, nun mit Unterstützung des Jugendamts suchen.

... und die Einwände

Nur die UWG-Fraktion brachte das städtische Grundstück am Friedho f ins Spiel. Die Schule könne dann stehen bleiben und als Wohnhaus genutzt werden, der Sportverein behielte seine Räume im Keller.
Vor allem aus der Bürgerversammlung wurde der Wunsch zitiert, das alte Schulgebäude zu erhalten und nach Um- und Anbau weiter zu nutzen. Von der Investition von knapp 700 000 Euro müsste die Stadt etwa 610 000 Euro selbst aufbringen. Einen Altbau hätte die Stadt dann immer noch, gab Baudezernent Erwin Rahrbach zu bedenken: „Mit allen damit verbundenen Nachteilen.“
Hauptsächlich der Bürgerverein hatte in Eschenbach für den Erhalt der alten Schule geworben. Eine „relativ einseitige Diskussion“, fand Marc Seelbach (SPD). Untermalt worden sei die Versammlung mit historischen Fotografien, auch vom Abbruch der Kapelle, an deren Stelle nun die Kirche steht, berichtete Manfred Heinz (SPD): „Ich kann das gut verstehen. Aber die Zeit geht nun mal voran.“
Für Kinder aus dem Netphetal würde die Ein-Gruppen-Anlage ausreichen. Platz für die unter Dreijährigen, die bisher nicht aufgenommen werden, könnte in einem Container geschaffen werden. Manfred Heinz (SPD) kritisierte die „komischen Argumente“ gegen die Aufnahme von Auswärtigen. Eltern selbst hätten sich an der Diskussion nicht beteiligt. „Ich wage zu bezweifeln, ob das wirklich das ist, was Eltern sich unter einem modernen Kindergarten vorstellen.“ Alexandra Wunderlich (CDU) begründete den Antrag auf geheime Abstimmung: Teile ihrer Fraktion seien „nicht ganz sicher, ob man so gegen die Interessen der Bürger abstimmen sollte“.
Sie sei zwar für die Neubau-Variante in der Ortsmitte — die damit verbundene 160 000-Euro-Investition für Grün-Weiß sei aber „ein falsches Signal“, sagte Helga Rock (Grüne). Schließlich habe die Stadt auch dem TVE Netphen für seinen neuen „Vereins(t)raum“ eine zusätzliche Förderung versagt. „Wir haben immer versucht, alle Vereine gleich zu behandeln“, sagte Klaus-Peter Wilhelm (UWG). Dazu passe ein „fast komplettes Sportheim auf Kosten der Stadt“ nicht. Wolfgang Decker (CDU) widersprach: Mit Duschen und Toiletten werde lediglich eine Mindestausstattung geschaffen.
Keine Rolle spielte die Variante, den Eschenbacher Kindergarten in Niedernetphen neu zu bauen und damit den Bedarf des Zentralorts mit abzudecken. Das Jugendamt des Kreises war dagegen.


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