Kultur

Alte Kunst in in der Kreuztaler Stadthalle in Siegen

Nein, der BER ist noch nicht fertig: De

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Kreuztal.   Die „Mobilés“ unterhalten das Publikum mit ihrer Show „Moving Shadows“ in der Kreuztaler Stadthalle – eine Reise über die Kontinente.

Eine der ältesten Kunstformen der Menschheitsgeschichte hat auch in einer reizüberfluteten und überwiegend sinnentleerten Welt des frühen 21. Jahrhunderts nichts von ihrer Faszination verloren. Das zeigt sich am Freitagabend in der Kreuztaler Stadthalle, wo im ausverkauften Saal klassisches Schattenspiel in unbändiger Freunde und Kreativität auf die Bühne und „hinter“ die Leinwand gebracht wird.

Preisgekrönte Formation

Ganz einfach „Moving Shadows“ („Bewegte Schatten“) ist die Show der „Mobilés“ überschrieben, die das Publikum zwei Stunden lang von einem „Aha“-Erlebnis zum nächsten führen. Mit beispielloser Leichtigkeit fließen die Körper und Szenen ineinander, werden die Zuschauer in komische und spannende Geschichten hineingezogen und sind immer wieder verblüfft über die Virtuosität, mit der die acht Protagonisten ihre ganz spezielle Kunst umsetzen.

Mit ganz wenigen Hilfsmitteln und überwiegend den eigenen Körpern zaubern sie Wellen auf die Leinwand, durch die und über die ihre Kollegen schwimmen oder surfen können, werden zu Bäumen und Bauwerken, formen Cabrios mit beweglichen Dächern, die sich tatsächlich zusammenklappen, lassen innerhalb von Sekunden Dinge entstehen und wieder vergehen. Dass die Formation inzwischen diverse Preise und Wettbewerber gewonnen hat, lässt sich da schnell verstehen.

Dabei wird der Abend auch zu einer kleinen Reise in eine Zeit, die unkomplizierter und — im besten Sinne — simpler gewesen ist. Geschichten über die Liebe, das erste Kind, Abenteuer am Strand, zu dem es mit dem erwähnten Cabrio geht, dazwischen ist Gelegenheit für kleine Traumsequenzen, in denen die Eltern und der kleine Sohnemann spannende Phantasieabenteuer erleben können. Alles ohne jeden Hauch von Zynismus oder schwarzem Humor, der heute so gegenwärtig geworden ist. Es gibt einen Block mit Bildern aus aller Welt, was früher mal „Travelogue“ hieß, als der Globus noch zum Vergnügen bereist werden konnte, ohne ständig an Terror und gefährliche Viren zu denken, mit französischen Cafés und dem Brandenburger Tor. Der Ayers Rock und — erinnern Sie sich noch? — das Lied über ein gewisses Buschkänguru kündigen die Überfahrt nach Australien an, die chinesische Mauer ist ebenso im Programm, wie die Pyramiden, Tiere in Afrika oder das Monument Valley. Da erklingt natürlich Morricone, weil es ohne Klischees eben nicht geht. Und noch mal zurück nach Berlin, da konnten sie sich dann einen harmlosen Scherz mit einem Flieger über einem Baustellenfeld nicht verkneifen. Auch das gehört dazu, kleine Gags, manchmal ein bisschen versteckt, die aber dennoch für leises Lachen sorgen. Alles in allem ist es ein netter Abend, schön und bunt. Nichts wirklich Aufregendes. Aber gerade dadurch vielleicht ja doch.

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