Energie

Amprion verändert Führung der Stromleitung in Siegen

Die Amprion GmbH verändert die Führung der Stromleitungen.

Foto: Jürgen Schade

Die Amprion GmbH verändert die Führung der Stromleitungen. Foto: Jürgen Schade

Geisweid.  Die Firma Amprion lässt die Führung der Stromleitung im Bereich der Setzetalstraße verändern. Auch eine Verbindung ins Heestal ist geplant.

In Höhe des Umspannwerks von Krupp-Stahl in der Setzetalstraße wird derzeit mit Hochspannung gearbeitet. Die Amprion GmbH verändert die Führung der Stromleitungen. Auf beiden Seiten der Fahrbahn stehen Stahlgerüste, ein Fangnetz ist über die Fahrbahn gespannt. „Hier besteht zur Zeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern, doch fast kein Autofahrer hält sich daran“, sagt Bauleiter Günter Pirker. Er führt mit seinen Mitarbeitern Hochspannungsarbeiten an den Strommasten sowie am Umspannwerk durch.

Strom abgestellt

Die Mitarbeiter haben einen gefährlichen Job: In rund 50 Metern Höhe arbeiten sie. Zwei getrennte Stromleitungen von jeweils 220 000 Volt laufen durch die dicken Stromtrassen, die aus Alustahl bestehen. Dort wo gearbeitet wird, wird der Strom kurzzeitig abgestellt. Die zweite Seite bleibt immer unter Spannung, um die Haushalte und Firmen weiterhin zu versorgen. Rote Fahnen in Trossennähe signalisieren, wo der Strom noch fließt, grüne hingegen, welche Leitungen stromfrei sind. Das gibt den Arbeitern eine Orientierung. Sie hören das Summen der Leitung.

Schwindelfrei müssen die Männer sein. Die meisten kommen aus dem Bereich Elektrik oder haben bereits zuvor als Industriekletterer gearbeitet, so Priker. Sicherheit steht bei den Arbeiten auf den Masten, aber auch auf dem Boden an erster Stelle. So sind die Arbeiter in der Höhe zweifach gesichert. Genau wie ihre Werkzeuge und Materialien.

Liftleine installieren

Doch bevor die Arbeiter in luftiger Höhe ans Werk gehen können, muss ein Leitungsbauer hochklettern, um eine Art Liftleine zu installieren. Mit dieser kann das Material hochgezogen werden, erklärt der Bauleiter. Unten am Boden sorgt ein Sicherheitsingenieur kontinuierlich dafür, dass die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. „Wir arbeiten bei jedem Wetter. Ausnahmen gibt es nur bei einem herannahenden Gewitter oder bei übermäßig starkem Wind, Nebel oder anderen gefährlichen Witterungseinflüssen“, sagt Bauleiter Günter Priker.

Auf den Einsatz von Schutzausrüstung- und Schutzvorkehrungen wird besonders geachtet. Die Männer arbeiten mit einem permanenten Absturzschutz, den ein sogenanntes Y-Seil mit Haken gewährleistet.

Die Männer verlegen von den Masten neue Trossen zum Umspannwerk. Die Trommeln, die noch auf dem Boden stehen, sind mannshoch. Sie sind umrollt mit 2500 Metern Seil. Jede wiegt fast drei Tonnen. Über eine Seilwinde wird das Kabel dann in die Höhe gezogen. Der Kern besteht aus einem Stahlseil, das als Träger dient. Der Strom fließt im Aluminiummantel – denn Strom habe die Eigenschaft, immer nur außen zu fließen, sagt der Bauleiter. Das sei dem sogenannten Skin-Effekt geschuldet. Zeitgleich werden am Umspannwerk wie auch am Mast die Isolatoren an den Tragketten ausgewechselt. Heutzutage bestehen die Isolatoren aus glasfaserverstärkten Kunststoffen und sind auffällig blau. Früher waren sie aus braunem Porzellan.

Noch bis Ende September sollen die Arbeiten dauern.

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