Musik

Applaus: Die Operngala in Siegen begeistert das Publikum

Alejandro Marco-Buhrmester und Marjukka Tepponen singen ein Duett aus „La Traviata“: Der Höhepunkt einer fantastischen Operngala.

Alejandro Marco-Buhrmester und Marjukka Tepponen singen ein Duett aus „La Traviata“: Der Höhepunkt einer fantastischen Operngala.

Foto: Wolfgang Leipold

Siegen.  Zwei Solisten von Weltformat, ein charismatischer Dirigent und die Philharmonie in Bestform. Die Operngala in Siegen zeigt, was Oper alles kann.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

So stellt man sich einen „Heldenbariton“ vor: Eine angenehme Erscheinung mit markanter Stimme, die vom ersten Ton an bei der Operngala auch den letzten Winkel des Theatersaals im Apollo füllt. Mit dem genau richtigen dramatischen Tremolo.

Das muss sein. Denn Alejandro Marco-Buhrmester (der Name ist „Erbe“ seines spanischen Vaters) singt eine Partie aus dem „Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo, 1892 in Mailand uraufgeführt.

Vielseitigkeit einmal mehr bewiesen

Eine aus der Fülle jener Opern im typisch italienischen Stil der Komponisten-Giganten Rossini, Puccini, Verdi und Co., von denen an diesem Abend kleine, aber feine Ausschnitte geboten werden.

Das italienische Feinschmecker-Menu für Opernfreunde wird ergänzt mit wohlschmeckenden Häppchen aus Russland und Frankreich in Form von Tschaikowsky und Gounod. Doch auch deren Kompositionen haben italienischen Hintergrund: Die Geschichte von Romeo und Julia.

Markus Huber sucht passende Solisten aus

Markus Huber, seit 2008 Generalmusikdirektor des Theaters Pforzheim und beim Siegerländer Publikum als Dirigent der „Gala der Filmmusik“ bekannt und beliebt, hat für dieses Musikfest genau die richtigen Solisten ausgesucht.

Neben Alejandro Marco-Buhrmester, der vor allem als Wagner-Spezialist auf den Bühnen der Welt zu Hause ist, die junge finnische Sopranistin Marjukka Tepponen.

Philharmonie kann auch Oper spielen

Sie lässt ihre Stimme auch bei virtuosesten Koloraturen scheinbar mühelos in höchste Höhen schweben. Die ersten „Bravi“ aus dem Publikum sind der Lohn. Auch die heimische Philharmonie zeigt erneut, dass sie neben ihrer ohnehin oft gerühmten Vielseitigkeit auch Oper kann. Als instrumental-einfühlsame Begleiter von Solisten, aber auch als großartiger Klangkörper.

Denn die Ouvertüre zu Giacomo Rossinis „Die diebische Elster“ erfordert alle Facetten der Dynamik: Leichte rhythmisch-tänzerische Elemente entwickeln sich zu dramatischem Fortissimo. Und wenn dann ein Dirigent vom Format Markus Huber vor den Musikern steht, entwickeln sich sowohl auf der Bühne als auch im Theatersaal Momente des totalen Glücks.

„Rigoletto“, „Don Carlos“ und „La Traviata“

Über allen Tonschöpfern steht Verdi. Von seinen 28 Opern hat Huber Ausschnitte aus drei der berühmtesten ausgesucht: „Rigoletto“, „Don Carlos“ und „La Traviata“.

Aus „La Traviata“ stammt auch die Szene, in der ein Vater die Angebetete seines Sohnes besucht, um sie dazu zu bringen, das Liebesverhältnis zu beenden. Grund: Violetta ist Kurtisane, der Vater fürchtet um das Ansehen seiner Familie.

Die „Bravi“ sind kaum zu zählen

Violetta überzeugt ihn von ihrer aufrichtigen Liebe. Eines der schönsten Duette der Operngeschichte und der Höhepunkt der Operngala. Zwei Menschen, zerrissen zwischen Gefühl und Vernunft, Verzweiflung und Leidenschaft. Und das bei allem Schwelgen in Melodien mit großartiger sprachlicher Präzision.

Große Oper, großes Kino, dargeboten von einem wunderbaren Orchester, zwei Künstlern mit großen Stimmen und Stimmungen zwischen zarter Lyrik und machtvoller Dramatik und inspiriert von einem charismatischen Dirigenten. Die „Bravi“ aus dem Theatersaal sind kaum zu zählen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik