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Auch in Weidenau soll die Sieg neue Ufer bekommen

Blaue Stunde an der Sieg in Weidenau: Auch kurz vor der Mündung der Ferndorf sind die Ufer unzugänglich,  hohe Mauern verstecken den Fluss nicht nur im Einkaufszentrum..

Blaue Stunde an der Sieg in Weidenau: Auch kurz vor der Mündung der Ferndorf sind die Ufer unzugänglich, hohe Mauern verstecken den Fluss nicht nur im Einkaufszentrum..

Foto: Florian Adam

Siegen.   Jamaika-Fraktionen rücken Sieg und Ferndorf ins Blickfeld. Rat führt Generaldebatte über Visionen in Zeiten roter Zahlen

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Die Sieg fließt nicht nur an den „Neuen Ufern“. Die Jamaika-Fraktionen von CDU, Grünen und FDP wollen geprüft wissen, ob sich nicht auch in Weidenau „vielleicht eine Nummer kleiner“ etwas für den Fluss tun lässt, der im Einkaufszentrum zwischen hohen Mauern eingezwängt ist: „Man merkt kaum, dass er da ist“, sagt Michael Groß (Grüne). Der Rat beschließt das am Mittwoch am Ende bei sieben Gegenstimmen von UWG, WAS und Fraktionslosen — allerdings nicht, ohne vorher die Generaldebatte geführt zu haben.

„Die Verwaltung arbeitet am Limit“, wendet Günther Langer (UWG) ein. Weidenau bekomme schon das neue Stadtbad, sagt Brigitte Eger-Kahleis (AfD), nächste Priorität hätten dann die „übelst geflickschusterten“ Straßen zu den Schulen auf dem Giersberg. Als „Unsinn“ kommentiert Bürgermeister Steffen Mues ihren Hinweis auf den angeblichen zusätzlichen Einsatz der Stadtreinigung bei den Siegener neuen Ufern. Brigitte Eger-Kahleis ist die einzige, die mit Dr. Wolfgang Sonneborn (fraktionslos) für dessen Antrag stimmt, die Weidenauer Ufer nicht vor 2023 anzugehen.

Denn das ist das Jahr, bis zu dem Siegen den Haushaltsausgleich erreicht haben will. „Ich glaube noch längst nicht, dass wir das schaffen“, sagt Peter Schulte (WAS), der die von den Jamaika-Fraktionen formulierten Prüfaufträge („Prüfen Sie doch selbst“) für „inzwischen nicht mehr tragbar“ hält: Die Mehrheitsfraktionen führten „längst Wahlkampf“, das sei „sehr durchsichtig“,

„Wir müssen die Stadt für die Menschen attraktiv machen“, erwidert Rüdiger Heupel (CDU). Es wäre „unverantwortlich, nichts mehr zu tun, bis der Haushalt saniert ist.“ „Dann passierte nämlich in Siegen nichts“, knüpft Klaus Volker Walter (FDP) an: So argumentierten Leute, „die heute noch das Bananen-Gebäude stehen ließen“ — gemeint ist der Obst- und Gemüsegroßhandel am späteren Bauplatz der City-Galerie. „Die Siegplatte wäre auch noch da“, schließt sich Michael Groß (Grüne) an und provoziert Peter Schulte (WAS) zur Legenden-Debatte: Nicht die neuen Ufer seien der Anlass gewesen. „Die Siegplatte war marode — es war billiger, sie abzureißen.“

Zumindest Fördermöglichkeiten sollten geprüft werden, rät Bürgermeister Steffen Mues: „Wenn es Brei regnet, muss man den Löffel drunter halten.“ Auch die ersten Pläne für die neuen Ufer habe die Stadt in der Schublade gehabt, bevor klar war, dass das das große Projekt für die erste Südwestfalen-Regionale werden könnte. „Man muss ein bisschen vorausdenken.“

Stadt soll sich Uferstreifen sichern

Weidenau soll nicht die letzte Station sein: Bei einer Gegenstimme beschloss der Rat auch den Jamaika-Antrag, überall an Sieg. und Ferndorf durchgehende Fuß- und Radwegverbindungen anzustreben. Bei Grundstücksverkäufen und bei Bebauungsplänen soll es Leitschnur sein, Uferbereiche zugänglich zu machen. „Wo es geht, die Hand draufhalten“, formuliert Rüdiger Heupel (CDU). Detlef Rujanski (SPD) fordert, ab 2019 im Etat Mittel bereitzustellen, damit erwerbbare Grundstücke auch gekauft werden können, und über eine Vorkaufsrechtssatzung nachzudenken. Michael Groß (Grüne) sieht das langfristig: „Nicht von heute auf morgen, eher ein Zehn-Jahres-Projekt.“

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