Ballett

Aufregend, bunt, rasant, dynamisch und voller Lebensfreude

Leichtfüßig tänzeln die Frauen über die Bühne. Viele der farbenfrohen Kostüme hat Lehrmeisterin Larissa Meister selbst geschneidert.      

Foto: Wolfgang Leipold

Leichtfüßig tänzeln die Frauen über die Bühne. Viele der farbenfrohen Kostüme hat Lehrmeisterin Larissa Meister selbst geschneidert.       Foto: Wolfgang Leipold

Siegen.   Schüler der Ballett-Schule Meister Siegen zelebrieren im Apollo-Theater eine fulminante Tanz-Show.

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Rote Stiefel, bunte Kostüme und jede Menge Power: Über 20 junge Tänzerinnen entfachen gleich zu Beginn des Programms ein wahres Feuerwerk an rasanter Dynamik und bringen die Bühnenbretter zum Vibrieren. Einige Jungen in blauen Kitteln gesellen sich mit typischer Kosaken-Akrobatik hinzu, wie man sie aus der russischen Folklore kennt. Kein Wunder: Denn ihre Lehrmeister und künstlerischen Leiter der Ballett-Schule, Larissa Meister und Igor Michailow, haben an der Russischen Ballett-Akademie das Tanzen von der Pike auf gelernt und sind als Mitglieder des renommierten Bolschoi-Ensembles weltweit aufgetreten. Inzwischen geben sie in ihrer Ballett-Schule in Weidenau ihr Wissen an ihre Schüler weiter.

Die Breite ihres Lehr-Angebots ist beeindruckend und spiegelt sich im Laufe des fast dreistündigen Programms wider: Nationales wie Tänze aus Russland, der Slowakei, Spanien und selbst Indien, klassisches Ballett, tänzerische Interpretationen von Musicals bis hin zum angesagten Street-Dance und Hip-Hop. Alles bunt, rasant und voller Lebensfreude. Sogar ein tanzender Bär in dickem Fell ist dabei.

Fast 40 Tänze im Programm

Man sieht eine junge Ballerina auf Spitzen, sich so schnell drehend, dass dem Publikum schon beim Zuschauen schwindlig wird. Andere bewegen sich leichtfüßig, fast schwebend in großen Formationen. Immer lächelnd zaubern sie scheinbar ohne Anstrengung wunderbare Bilder voller Ästhetik und Anmut. Dazu tragen auch die phantasievollen, bunten Kostüme bei, über 200 sind zu sehen, fast alle selbst geschneidert, viele von Larissa Meister selbst.

Fast 40 Tänze stehen auf dem Programm. Dass es in keiner Sekunde langweilig wird, liegt auch an den Moderatoren, Anna Michailow und Werner Hahn. Ihr Verdienst ist es auch, dass sie den jungen Akteuren ein wenig von ihrer Aufregung nehmen. Werner Hahn, ab August im Apollo Theater für die Kinder- und Jugendprogramme verantwortlich, spricht mit der Allerkleinsten des Abends, der fünfjährigen Eva. Ihr sagt er nach ihrem ersten Auftritt: „Das, was du heute erlebt hast, wirst du nie mehr vergessen.“

Artistik, Rhythmus, Ausdruckskraft

Doch unter den vielen Mitwirkenden sind auch einige, deren Leistungen ein nahezu profihaftes Niveau haben, die bei überregionalen Tanz-Wettbewerben ausgezeichnet wurden und sich sogar für einen Tanz-Welt-Cup qualifizierten. Klar, dass sie mit solistischen Auftritten der Aufführung im Apollo einen Stempel aufdrücken. So Victoria Sting mit einem Tanz aus dem Musical „Chicago“. Mit Artistik, Rhythmus, Ausdruckskraft und einer leichten Prise Erotik und Verruchtheit. Aber die Stärke des Programms ist die Vielseitigkeit, bei der Hip-Hop-Formationen sich rasant mit klassischem Ballett abwechseln und immer wieder Nationaltänze eingestreut werden. Alles perfekt ausgeleuchtet und auch dadurch ein optischer Hochgenuss.

Moderator Werner Hahn hat in seiner Jugendzeit die russische Ballett-Legende Rudolf Nurejew auf der Bühne erlebt. Da wusste er: „Tanz ist die wunderbare Möglichkeit, sein Inneres nach außen zu kehren.“ Und das haben die 160 jungen Künstler dem Publikum im fast vollen Apollo beeindruckend bewiesen.


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