Kunst

Ausstellung „Tango Metropolis“ im 4Fachwerk-Museum

Thomas Kellner mit Ausstellungsbesucherinnen, Foto:Museum

Thomas Kellner mit Ausstellungsbesucherinnen, Foto:Museum

Freudenberg.   Weltkünstler der Fotografie: Thomas Kellner präsentiert seine architektonische Werkserie in Freudenberg.

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Charmantes Understatement: „Ich bin nur ein Knipser!“ Thomas Kellner, eben noch vom 4Fachwerk-Vorsitzenden Dieter Siebel als „Weltkünstler der Fotografie“ begrüßt, verblüfft die zahlreichen Besucher im Freudenberger Mittendrin-Museum. „Klassische Fotografie habe ich nicht gelernt, aber Kunst studiert.“

Die Ausstellungseröffnung mit seiner Werkserie „Tango Metropolis“ gestalten Thomas Kellner und Dr. Ingrid Leopold als „Kunst-Gespräch“. Wie er zur künstlerischen Fotografie gekommen sei, lautete die Frage. Da war zunächst die Kunst mit so vielen Facetten, die Thomas Kellner in Siegen studiert. Und das nicht unvorbelastet: „Meine Mutter war Kunstlehrerin. Ich bin zu Hause mit allen künstlerischen Materialen aufgewachsen.“ Schon bald spürt der Student: „Lehramt ist ein falscher Job für mich. Ich habe mich für die Laufbahn als Künstler entschieden.“ Er experimentiert zunächst mit selbst gebauten Fotoapparaten - und erinnert sich an wunderbar-kreative Zeiten im Geisweider Brauhaus, dem Ateliergebäude des Departments Kunst der Universität. Aber: Fotografie als Kunst? Kellner: „Kunst hat etwas damit zu tun, etwas Neues zu erfinden. Was nicht neu ist, ist nicht Kunst!“ Lässt sich ein solcher Anspruch mit fotografischem Abbilden in Einklang bringen?

Kellner entwickelt Idee in Paris

In Paris entwickelt Thomas Kellner die Idee mit den Film-Kontaktbögen, die heute sein Markenzeichen sind und ihn zum international gefragten Künstler werden lassen. Erst teilen, dann wieder zusammensetzen, so gestaltet er seine künstlerische Betrachtung eines architektonischen Projekts. Dieses Prinzip, so führte Kellner aus, solle verdeutlichen, dass ein Bild nicht mit einem Blick zu erfassen sei, sondern dass die individuelle Wahrnehmung aus vielen visuellen und sonstigen Eindrücken entstehe. Das Neue: Fotografie wird jetzt genutzt, um eine Bildidee umzusetzen, Filmstreifen in Serie gesetzt, die erst in ihrer Gesamtheit wieder ein Bild ergeben.

„Jedem Bild liegt ein ‚Storyboard` zugrunde“, erläutert der Künstler. Das sei ein „Drehbuch“ für ein später zusammengesetztes Werk, das nach wie vor, Bild für Bild, mühsam per Hand mit drei Millimeter breiten Klebestreifen zusammengesetzt werde. Der 35-Millimeter-Film als Ursprung sei ihm wichtig: „Das ist das Material, mit dem Hollywood Geschichte geschrieben hat.“

Die jetzt in Freudenberg gezeigten Exponate zählen zur Werkgruppe Metropolis, in der sich Kellner mit weltweit bekannten Architekturen auseinandersetzt. „Hier ist das Ende offen,“ berichtet Kellner. „Metropolis bleibt eine Lebensaufgabe. Da nehme ich immer neue ‚Weltwunder‘ wahr, die zum visuellen Gedächtnis dieser Welt gehören.“

Die Ausstellung ist in Freudenberg bis zum 1. Juli zu sehen.

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