Aktionstag

Backes-Drive-Inn Netphen: Beienbach backt für Bevölkerung

Wer bestellt hat, kann nach einem zugewiesenen Termin vorfahren und bekommt Brot und Kuchen ins Auto gereicht.

Wer bestellt hat, kann nach einem zugewiesenen Termin vorfahren und bekommt Brot und Kuchen ins Auto gereicht.

Foto: Jürgen Schade

Beienbach.  Trotz Corona möchten Gefrier- und Backhausgemeinschaft ihre Aktivitäten aufrecht erhalten und bieten ein Mitnahme-System für Brot und Kuchen an.

„Das Leben geht weiter, auch in der Coronazeit, aber man kann sich und andere dabei schützen“, sagt Stephan Küthe. Er hat zusammen mit Oliver Schneider und dem gesamten Team der Gefriergemeinschaft sowie der Backhausgemeinschaft Beienbach ihren ersten „Drive Inn“, also gewissermaßen einen „Backes to Go“ in der Beienbacher Ortsmitte am Samstag durchgeführt.

Es sind in der Tat schwierige Zeiten für alle Vereine – und einige versuchen, trotz der Umstände das Vereinsleben weiterzuführen und Angebot für die Bevölkerung zu schaffen. Nachdem aufgrund der Pandemie der Beienbacher Naturmarkt im Juni nicht stattfinden konnte und auch das Beienbacher Sommerfest sowie das Reitturnier ausgefallen war, sagten sich die Beienbacher: „Wir versuchen etwas anderes.“

Mitnahme nur nach Anmeldung und in begrenzter Menge

Viele Bürgerinnen und Bürger hatten sich im Vorfeld der Aktion nach Brot und Kuchen aus dem Backes erkundigt (wir berichteten), jetzt wurden die Waren im kontaktlosen Verfahren den Kunden übergeben. „Die Vorbereitungen waren zeitintensiv, aber gemeinsam haben wir es geschafft“, sagt Stephan Küthe.

Das gesamte Prozedere funktionierte nur nach vorheriger Anmeldung. Allen Interessenten wurde mit der Bestellung ein Zeitfenster mitgeteilt, an das sich die Besucher auch zwingend halten mussten. Ein Einweiser hatte die Fahrzeuge am Ortseingang in Blocks aufgeteilt und aufstellen lassen. In Gruppen von sieben Fahrzeugen durften sie dann zum Backes in den Ort einfahren. Hier konnten die Autofahrer in ihren Fahrzeugen sitzen bleiben und die bestellten Waren in Empfang nehmen. Die Bezahlung erfolgte dann durch Fahrer oder Beifahrer – die Verkaufssumme musste vorher abgezählt werden – und schon war der nächste an der Reihe.

Schon am Freitag wird in Beienbach der Backes angeheizt

Damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in den Genuss der Spezialitäten kamen, hatten die Verantwortlichen die Bestellungen beschränkt: Jeder konnte nur höchstens zwei Schanzenbrote, einen Reibekuchen (Kartoffelbrot) und ein gemischtes Kuchenpaket mitnehmen. Die Kuchenpakete waren in Stückpakete zu fünf oder zehn erhältlich.

Bereits am Freitag wurde der Backes angefeuert. Der 15-jährige Daniel Braach fungierte auch diesmal wieder als Heizer, diese Aufgabe hatte er von seinem Großvater übernommen. Mit Schanzen wurde der in der Ortsmitte stehende Backes angeheizt, während die Familien Braach und Küthe auf das Brotbacken warteten. Denn zuvor waren erst die Jungbäcker an der Reihe, ein Zusammenschluss der Jugendlichen, bestehend aus Fabian und Janina Weber, Tina Bruch, Henner Kocks, Manuel und Daniel Riechers sowie Ricarda Föst, die sich seit zwei Jahren dem Brotbacken verschrieben haben.

Allein 160 Schanzenbrote im Beienbacher Backes produziert

Beide Teams produzierten insgesamt 160 Schanzenbrote, 80 Reibekartoffelbrote und 15 große Bleche mit Apfel-, Streusel-, Aprikosen-, Kirsch- und Puddingkuchen. Für die Backaktion wurde das Mehl in der Beienbacher Mühle gemahlen. Der Erlös ist bestimmt für die Renovierung des Backhauses sowie des Gefrierhauses. Und weil zu Backesbrot und Riewekoche nun einmal Kartoffeln gehören, verkaufte Uli Brück gleich säckeweise davon.

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