Barrierearmer Zugang zum Campus Siegen-Mitte über neue Mensa

Auch Aufenthaltsqualität steht neben der gastronomischen Versorgung und der barrierearmen Erreichbarkeit im Fokus.

Auch Aufenthaltsqualität steht neben der gastronomischen Versorgung und der barrierearmen Erreichbarkeit im Fokus.

Foto: Hendrik Schulz

Siegen.  Mensa nicht ausgelegt für Studierende von künftig drei Fakultäten der Uni Siegen. Ganz bewusst nicht – umliegende Gastronomen sollen profitieren.

18 Millionen Euro kostet die neue Mensa auf dem Campus Unteres Schloss. Sie versorgt künftig nicht nur einen Großteil der Studierenden der Uni Siegen, sondern ist auch für die Erschließung des innerstädtischen Hochschulareals wichtig. Die Uni finanziert das Projekt mit Unterstützung des Landes.

Essen und Trinken: Für Hochschulangehörige und für die Bürgerschaft

Das kulinarische Angebot richtet sich an Studierende und Beschäftigte der Uni und auch an die Bürgerschaft. Neben dem subventionierten Essen für Studierende kann sich jedermann in der Mensa im Obergeschoss, der Caféteria im Erdgeschoss oder im Bistro im sich über zwei Etagen erstreckenden Untergeschoss verpflegen. Zusätzlich stehen Lebensmittelautomaten bereit. Die einzelnen Gastronomie-Einheiten des Studierendenwerks – 50 Mitarbeiter werden hier tätig sein – haben je eigene Produktionsräume, nutzen gemeinsame Lagerflächen.

2700 Mahlzeiten kann die Mensa am Tag produzieren – nicht genug für die Angehörigen künftig dreier Fakultäten auf dem Campus. Bewusst nicht: Es gibt jede Menge kulinarische Angebote in der Innenstadt, durch den Umzug der Uni in die Stadt werde die Nachfrage deutlich erhöht. Die Mensa bedient laut Konzept einen beachtlichen Teil dieser erhöhten Nachfrage, aber die umliegenden Gastronomen sollen ebenfalls profitieren.

Funktionalität: Arbeitsflächen, Barrierearmut, Aufenthaltsqualität

Barrierearmut: Die Erreichbarkeit des Campus ist neben der Versorgung der Hochschulangehörigen wesentlicher Zweck der neuen Mensa. Inklusion stand besonders im Fokus, sagt Christian Vitt, stellvertretender Baudezernent der Uni. Das Gebäude ermögliche es in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen, sich selbstständig über den Campus zu bewegen: Es kann vom Obergraben, wo auch die Bushaltestelle ist, im Untergeschoss betreten werden, alle Etagen sind per Aufzug erreichbar.

Zum Unteren Schloss hin ist die Mensa über die Grabenstraße – bis zu zehn Meter höher gelegen – angebunden. Die Öffnungszeiten des Komplexes orientieren sich an denen der Hochschule. Über taktile Systeme, Leitlinien und Braille-Schrift können sich auch Sehbehinderten orientieren.

Arbeitsflächen: Nachmittags, nachdem der Mensa-Betrieb eingestellt ist, wird der Saal zu Arbeitsplätzen umfunktioniert. Verschiebbare Glaswände trennen den Produktionsbereich ab, die Sitzgruppen bieten die nötigen Flächen. Auch deshalb wird die Mensa akustisch gedämmt; im Interim am Adolf-Reichwein-Campus ist das nicht der Fall, „wenn viele Menschen essen und sich unterhalten, wird es ziemlich laut“, sagt Vitt.

Aufenthaltsqualität: Neben den Essensausgaben sollen viele innen- und außenliegende Freiflächen Aufenthaltsqualität bieten – insbesondere entlang der Stadtmauer, die an das Gebäude angedockt und optisch angeglichen neu errichtet wurde. Der Bezug zur Historie soll – wie auch in der nahen Bibliothek – architektonisch in den Fokus gerückt werden. Hier ist auch eine Außengastronomie vorgesehen.

„Studierende sollen nicht gezwungen sein, den Campus zu verlassen, weil sie hier keine Gelegenheit zum Arbeiten haben“, sagt Vitt. Errichtet wird ein „Shop-in-Shop-System“, ähnlich einer Markthalle, sagt Vitt. Unterschiedliche Materialien und Farben sollen das Gebäude optisch in Zonen einteilen. Die Außenfassade wird nicht verputzt, sondern mit Muschelkalk-Naturstein verkleidet. Das sei nicht nur optisch schöner, sondern auch dauerhafter.

Logistik: Die Anlieferung erfolgt über eine Garage im Untergeschoss. Die Lastwagen fahren ins Gebäude, die Kühlaggregate werden dort bei Bedarf mit Strom versorgt, damit die Motoren nicht laufen müssen. Ein großes Blockheizkraftwerk produziert Strom und Wärme für den Betrieb des Gebäudes.

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