Büschergrund

Baustopp für Windräder auf dem Knippen aufgehoben

Die Windräder auf dem Knippen hätten im vergangenen Sommer fertig sein sollen. Wegen des Baustopps stehen aber lediglich die Betontürme.

Foto: Henning Prill

Die Windräder auf dem Knippen hätten im vergangenen Sommer fertig sein sollen. Wegen des Baustopps stehen aber lediglich die Betontürme. Foto: Henning Prill

Büschergrund.   Die Arbeiten auf dem Knippen können weitergehen. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat nach neuem Gutachten zum Naturschutz derzeit keine Bedenken.

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Der Bau der Windräder auf dem Knippen kann vorerst weitergehen. Nachdem der auf einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster beruhende Baustopp im Oktober durch das Verwaltungsgericht Arnsberg aufgehoben wurde, nimmt das Unternehmen CPC Germania die Arbeiten nun wieder auf. Ende März 2018 könnten die drei Windräder in Betrieb gehen – sofern es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt.

Geplant war ...

... eigentlich, dass die drei Windräder mit einer Nabenhöhe von je 140 Metern bereits laufen sollten – und zwar seit Sommer 2017. Entsprechend weit waren die Arbeiten bereits gediehen, als im April der Baustopp kam.

Vorangegangen ist ...

... die Klage eines Landwirts aus Friesenhagen. Dieser hatte geltend gemacht, dass der Schattenwurf der riesigen Windräder von ihm installierte Sonnenkollektoren treffe und so deren Erträge beeinträchtige. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hatte im Eilverfahren die aufschiebende Wirkung seiner Klage verneint, womit der Investor weiterhin bauen durfte. Dagegen legte der Landwirt beim Oberverwaltungsgericht Münster Beschwerde ein, das die „aufschiebende Wirkung“ bestätigte und zudem „ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des angefochtenen Genehmigungsverfahrens“ anmeldete. Genehmigungsbehörde ist der Kreis Siegen-Wittgenstein. Konkret ging es dem Oberverwaltungsgericht um Naturschutzaspekte – vor allem, ob das Projekt Gefährdung für Schwarzstorch oder Rotmilan mit sich bringe.

Verändert hat sich ...

... die Datenlage, wie Stefan Schulte, Richter am Verwaltungsgericht Arnsberg, erläutert. CPC Germania als Trägerfirma habe zwischenzeitlich ein Gutachten vorgelegt, das zu einem so genannten Abänderungsantrag führte. Die Arnsberger Richter kamen daraufhin zu dem Schluss, dass nichts gegen die Fortführung des Projekts spreche – womit der Baustopp faktisch aufgehoben ist. Dass das Verwaltungsgericht eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts – immerhin übergeordnete Instanz – kassieren könne, sei als Vorgang „relativ selten“ und liege in einer Besonderheit von Abänderungsanträgen begründet. Es ist möglich, wenn die Umstände sich ändern – was sie in diesem Fall taten, weil das Gutachten auf den Tisch kam.

Folgen soll ...

... nun die Fertigstellung des Windparks. Bisher stehen nur die Betontürme, die bereits angelieferten Flügel musste die Firma lagern und von einem Sicherheitsdienst bewachen lassen. Die drei Windräder sollen nach ihrer Fertigstellung Strom für knapp 9000 Haushalte produzieren.

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