Zeltfestival

Besucherrekord für Kultur Pur: 68 000 Fans auf dem Giller

Stimmung, Wetter und Besucherzahlen hätten nicht besser sein können. Kritik am Programm haben sich die Macher zu Herzen genommen.

Stimmung, Wetter und Besucherzahlen hätten nicht besser sein können. Kritik am Programm haben sich die Macher zu Herzen genommen.

Foto: Hendrik Schulz

Hilchenbach.   68 000 Besucher sind zur 27. Auflage von Kultur Pur auf den Giller gekommen. Das ist — abgesehen von dem um zwei Tage verlängerten Jubiläumsfestival von 2011 — eine neue Bestzahl in der Festivalgeschichte.

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„Das Wetter war wirklich ideal“, sagt Festivalleiter Wolfgang Suttner, „die Stimmung ist so gut wie noch nie.“ Von einem Schauer am Samstagnachmittag abgesehen blieb es trocken, weder Schnee noch Unwetter hielten vom Besuch ab. Besonders erfreut zeigt sich Suttner über den großen Anklang, den die Mitmachangebote draußen auf der Heide auch bei den allerkleinsten Besuchern gefunden haben: „Unser Konzept ist aufgegangen — das war eine große Werbeveranstaltung für weitere Kultur-Pur-Festivals“.

Matt Simons und Nina Attal können Zelt nicht füllen

Dass die beiden Konzerte mit Sarah Connor die erfolgreichsten Shows von Kultur Pur sein würden, stand lange im Vorfeld fest; die Karten waren längst vergriffen. „Eine wirklich tolle Sängerin und eine tolle Band“, sagt Suttner. Der andere Zuschauer-Hit war das Konzert mit Clueso, der immer noch rappt, aber auch poetischen Pop und Reggae in seinem Repertoire hat.

Am späteren Abend entfernten sich die Shows im kleinen Theaterzelt von Geschmack der ganz großen Massen: Die Rock Freaks kamen bei den Blues Pills auf ihre Kosten, Matt Simons und Nina Attal konnten den Saal allerdings nicht füllen. „Das waren mir zu wenig“, sagt Wolfgang Suttner über das Konzert mit Nina Attal, das von denen, die da waren, hoch gelobt wurde. „Es ist das Schicksal des Festivals, dass man es den Menschen nicht so leicht macht, zu uns hoch zu kommen“, sagt Suttner — soll heißen: Gerade die weniger prominenten Namen haben es zumindest beim ersten Anlauf schwer.

12 000 Besucher auf dem historischen Markt

Dabei war zumindest an den späten Abenden die Anreise wieder einfacher. Tagsüber waren die Parkplätze auf dem Giller voll, Autofahrer wurden schon unten in Lützel auf die Reservestellflächen im Dorf abgeleitet. Der historische Markt an der Ginsburg, Samstag und Sonntag für 12 000 weitere Besucher ein Publikumsmagnet, tat ein Übriges: Auch am Zollposten war kein Parkplatz mehr zu haben, auf der B 508 war zeitweise nur noch eine Fahrbahn offen.

Die Philharmonie am Sonntag und Supertramp am Montag, beide Lieblinge ihres jeweiligen Publikums, setzten Schlusspunkte unter das Erfolgsfestival. Wobei die Kritik, dass Kultur Pur 27 sich in den Top Acts ausschließlich als Musikfestival präsentiert hat, bei den Veranstaltern angekommen ist. „Damit sind wir auch nicht so ganz zufrieden“, sagt Wolfgang Suttner. Kultur Pur wolle nicht reines Musikfestival sein, sondern auch Tanz, Kabarett und, wenn schon nicht Theater, so doch andere Performances präsentieren: „Diese Mischung ist uns in diesem Jahr leider verloren gegangen.“

Sarah Connor an der Spitze

Das sind die Zuschauerzahlen der Top Acts: 2 Mal 2700 bei Sarah Connor, 2100 bei Clueso, 2000 bei Roger Hodgson (Supertramp), 1400 bei der Philharmonie, 900 bei den Blues Pills, 600 bei Matt Simons, 560 bei Dieter Falk, 500 bei Rody Reyes & Havanna Con Klasse, 400 bei Nina Attal.

Zum Kultur-Pur-Spezial

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