Musik

Brass-Band Tuba Mirum zeigt sich klangprächtig

Die Musiker von Tuba Mirum  halten beim  Auftritt in Freudenberg Wort: Sie kündigen ein „extrem unterhaltsames“ Konzert an – und liefern genau das von der ersten Minute an ab.

Die Musiker von Tuba Mirum halten beim Auftritt in Freudenberg Wort: Sie kündigen ein „extrem unterhaltsames“ Konzert an – und liefern genau das von der ersten Minute an ab.

Foto: Wolfgang Leipold

Freudenberg.   Tuba Mirum begeistert im großen Saal der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Freudenberg das Publikum mit Vielfalt und Klasse.

Brass-Bands haben Hochkonjunktur. Auf den Bühnen der Welt ist Canadian Brass das Maß aller Dinge, in Deutschland die 1974 gegründete Profi Band German Brass und HR Brass, ein Ensemble aus Blechbläsern des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks. In unserer Region ragt seit 2001 Tuba Mirum heraus. In diesem Ensemble haben sich sechs Musiker aus dem Bergischen Land und Siegerland zusammengefunden, die auf hohem Niveau große musikalische Bögen schlagen. Das zeigen sie beeindruckend im sehr gut besetzten Saal der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Freudenberg.

Von swingend bis festlich

„You’re the Love of my Life“ von Michael Schütz ist der Aufwärmer für die Musiker und die Zuhörer. Fließend und harmonisch präsentiert Tuba Mirum die klangliche Bandbreite von der hohen Trompete bis zur Basstuba. Bei der selten gespielten „Sonata in F“ von Pietro Baldassare hat die Piccolo-Trompete ihren ersten Auftritt. Ihr Interpret ist Dr. Markus Müller, promovierter Maschinenbauingenieur, der hören lässt, dass er auch auf dem Felde der Musik hätte Karriere machen können.

Auf dem klanglichen Fundament der Posaune und der Tuba strahlt seine Trompete in höchsten Tönen und so klar wie ein Gebirgsbach. Mal leicht swingend und im getragenen Mittelteil der Komposition majestätisch und festlich. Das bekannte „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ passt perfekt zum Tag. Denn das Stück gehört zum Fundus der Sternsinger am Dreikönigstag.

Dann haben die Tieftöner ihren großen Auftritt. Im Tuba-Quartett, verstärkt durch Fabian Kaufmann, zaubern sie Bachs „Gott, wie groß ist deine Güte“ in einer Tonlage, die Gänsehaut-Potenzial hat und das poppige „Lenny’s Song“ von Michael Schütz. Markus Müller freut sich: „Das waren unsere Kellerkinder“. Und die Zuhörer merken: Es geht (manchmal) auch ohne Trompeten.

Weihnachtsbäckerei goes Jazz-Club

Die zeigen direkt, wo der musikalische Hammer hängt: Jakob de Haan hat sein „Concerto d’Amore“ für große Brass Bands geschrieben und Tuba Mirum hat es für ihr Ensemble arrangiert. Dabei können sie alles auspacken, was in ihnen steckt. So veranstalten sie vom Dixieland bis zum Big Band Sound einen rhythmischen Klangzauber, der im Saal Pfiffe der Begeisterung hervorruft.

Einmal dominiert statt der golden oder silbrig glänzenden Instrumente eine andere Farbe. Tuba Mirum-Chef Andreas Form interpretiert einen Hit auf roter Kunststoff-Trompete, eine Produktion aus dem Reich der Mitte. Sein Solo zu Rolf Zukowskis „In der Weihnachtsbäckerei“ lässt Jazz-Club-Atmosphäre aufkommen. Und ebenso schön wie passend, dass zum melancholischen „Rückblick“ die Kinderbilder aller Musiker eingeblendet werden.

Andreas Form hatte sich bei der Begrüßung weit aus dem Fenster gelehnt, als er ankündigte, das Konzert werde „extrem unterhaltsam“. Diese Ankündigung hat sich „extrem bewahrheitet“.

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