Bürgerinitiative Junkernhees

Bürgerinitiative setzt Zeichen gegen Umspannwerk

Die Bürgerinitiative Junkernhees hat symbolisch ein Gespenst mit dem Slogan „Kein Umspann-Spuk im Heestal“ aufgestellt: Dort, wo Amprion das Umspannwerk bauen will.

Die Bürgerinitiative Junkernhees hat symbolisch ein Gespenst mit dem Slogan „Kein Umspann-Spuk im Heestal“ aufgestellt: Dort, wo Amprion das Umspannwerk bauen will.

Foto: Sarah Engelhard

Junkernhees.   Die Bürgerinitiative Junkernhees hat ein Gespenst aufgestellt. Es steht symbolisch auf der Wiese, auf der Amprion ein Umspannwerk bauen will.

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Was ist etwa 3,90 Meter hoch, weiß und leuchtet im Dunkeln? Das ist kein Wortwitz, sondern das neue reflektierende Umspann-Gespenst im Heestal. Die Bürgerinitiative (BI) Junkernhees hat es Anfang der Woche dort aufgestellt. Mit der gelben Aufschrift „Kein Umspann-Spuk im Heestal“ steht es symbolisch für das Anliegen der Initiative, die weiterhin gegen das von Amprion geplante Umspannwerk auf der „Dänischen Wiese“ kämpft. Der Standort sei für Amprion der günstigste – die BI hält weiter an den Alternativen Altenkleusheim und Setzer Wiese fest.

Viele Gründe sprechen dagegen

Aus einem Gespräch mit Dr. Heinz Meyer von der Unteren Landschaftsbehörde am Donnerstag, 11. Mai, ging hervor, dass es sich laut Amprion „nach naturschutzrechtlichen Vorgaben um einen geringen Eingriff im Heestal“ handle, erklärt Ansgar Klein, Sprecher der BI. Im Gegenzug werden Ausgleichsmaßnahmen wie die Umwandlung von Nutzwiese in Feuchtwiese angeboten. Dafür müsse aber der Steuerzahler aufkommen, so Klein.

Gegen den Bau des Umspannwerkes sprächen viele Gründe. Zum Beispiel schädliche Umwelteinwirkungen wie das Treibhausgas SF6, das innerhalb der Umspannanlage der Isolierung dient. Klein gibt zu bedenken, dass alle Gutachten bisher von einem von Amprion bestellten und bezahlten Gutachter angefertigt wurden. Die BI zweifle daran, ob diese Gutachten wirklich unabhängig seien. Aus diesem Grund soll einer der nächsten Schritte der Aktivisten sein, eigene Umwelt- und Artenschutzgutachten zu erstellen.

Weitere Schritte

Es soll eine Informationsveranstaltung zum Planfeststellungsverfahren und dem damit möglichen Einspruch der Bürger sowie ein Gespräch mit allen Fraktionen geben – nach der Wahl. „Zum einen weiß man dann, mit wem man es zu tun hat und zum anderen wird vor der Wahl viel versprochen“, so Klein.

„Wir haben die Befürchtung, dass Amprion sich hier sein Stromparadies baut“, sagt Klein. Allein die Baumaßnahmen inklusive Baustelleneinrichtung und Zufahrt würden zu erheblichen Beeinträchtigungen des Naherhohlungsgebietes führen, ist sich die BI sicher.

Existenzielle Sorgen

Christa und Ralf Goller bewirten einen angrenzenden Reiterhof und die Wiesen im Gebiet außer der „Dänischen Wiese“. „Wir haben existenzielle Sorgen“, sagt Ralf Goller, „Zwei Generationen leben auf dem Hof und wir haben große Sorge, dass Einsteller den Stall verlassen, wenn hier gebaut wird, weil Pferde sensible Fluchttiere sind.“

Alles ein Widerspruch zum Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) findet Klein: „Hier, wo man alles hat, wird es zerstört.“

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