Sportpark

Bürgern geht es vor allem um die Eishalle

Im Sportpark Siegerland gibt es kein Eis mehr. Vielleicht in drei bis vier Jahren wieder, hofft UWG-Fraktionschef Buttler. Der „Sportpark“ wird dann aber einen anderen Namen und einen anderen Betreiber haben.

Foto: Steffen Schwab

Im Sportpark Siegerland gibt es kein Eis mehr. Vielleicht in drei bis vier Jahren wieder, hofft UWG-Fraktionschef Buttler. Der „Sportpark“ wird dann aber einen anderen Namen und einen anderen Betreiber haben. Foto: Steffen Schwab

Netphen.   UWG lädt zur offenen Fraktionssitzung zum Sportpark-Thema ein. Ohne den „großen Wurf“ droht die Abrissbirne, warnt Fraktionschef Helmut Buttler

Die UWG hatte zur offenen Fraktionssitzung eingeladen — um sich dort, wie es sonst hinter verschlossenen Türen üblich ist, ihre Meinung zu einer Beschlussvorlage zu bilden, die demnächst im Rat behandelt wird. Doch für das, was sich unter der Überschrift „Nutzung der Bereiche Tennishallen und Fitness im Freizeitpark Netphen“ verbarg, interessierten sich die Gäste aus der Bürgerschaft am allerwenigsten. Ihnen ging es nicht um die Trampolinhalle, die die Tennishallen ersetzen könnte, sondern ums Eisstadion. Das aber liegt nun still, weil der TÜV die Eisanlage nicht abnimmt. Es wäre ohnehin die letzte Saison gewesen — im Oktober 2018 verliert das Zeltdach seine Zulassung.

„Haben wir keine Chance, das Eisstadion zu halten?“, fragt Peter Katz, der frühere Chef der UWG-Fraktion. Doch, antwortet Bürgermeister Paul Wagener, eine Landesförderung von 70 bis 90 Prozent sei denkbar. „Man hat uns ermutigt, einen Antrag vorzubereiten.“ 2019 könnte das Geld frühestens fließen, kosten würde eine Eishalle 4,5 Millionen Euro. „Versuchen sollten wir es auf jeden Fall.“ Wagener nutzt die Gelegenheit zum Dank an die Sportpark-Gesellschafter, die 2004 für die insolvente Hettlage-Tochter GMF eingesprungen waren: „Man assoziiert Netphen mit Eislaufen. Das ist letztlich das Verdienst von Dietrich Ballin und Martin Resch.“

„Gibt es irgendwelche Machenschaften im Hintergrund, das alles sterben zu lassen?“ Jochen Niemand war zu Hettlage-Zeiten Eismeister im Freizeitpark und macht sich seine eigenen Gedanken, warum der Sportpark Insolvenz anmelden musste. Er spricht sich dafür aus, das Konzept für die Trampolinhalle (1,6 Millionen Euro Investition und 600 000 Euro Instandsetzung) mit dem für die Eisbahn zu verbinden. Das könne weiterhin auch eine offene, nur mit Zeltdach versehene Halle sein. Die geschlossene Halle wäre „wesentlich teurer“. Baudezernent Erwin Rahrbach macht klar, dass das für die Verwaltung nicht in Frage kommt: Die Lärm-Thematik „darf man nicht verschweigen“. Eine Halle könne gedämmt werden, so dass Nachbarn weniger gestört werden. „Dann haben wir einige Schauplätze weniger als bisher.“

In drei bis vier Jahren wieder Eis?

Die nun angebrochene eisfreie Zeit hätte Netphen sich sparen können, meint Ulrich Brück: „Wir hätten das viel früher anpacken können.“ Das Ärgern über verpasste Chancen „bringt uns keinen Schritt weiter“, antwortet Fraktionschef Helmut Buttler. Er hoffe, dass „in drei bis vier Jahren“ wieder Eishockey und -kunstlauf betrieben werden könne. Keine Chancen gibt Buttler allerdings improvisierten Zwischenlösungen: „Wenn, dann muss der große Wurf gelingen. Sonst kommt doch irgendwann die Abrissbirne.“

  • Die Lokalredaktion Siegen ist auch auf Facebook.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik