E-Commerce-Förderprogramm

Burbacher Unternehmen „awiwa“ nimmt an Amazon-Programm teil

Denis Leißing von der Leißing Handels GmbH, Coach Nico Stöckel, Catherine Demeulemeester und Lukas Winkel von“awiwa“ sowie Chal-Tec-CEO Peter Chaljawski beim Amazon-Workshop in Berlin.

Denis Leißing von der Leißing Handels GmbH, Coach Nico Stöckel, Catherine Demeulemeester und Lukas Winkel von“awiwa“ sowie Chal-Tec-CEO Peter Chaljawski beim Amazon-Workshop in Berlin.

Foto: Sebastian Hahn

Burbach.   Das Burbacher Unternehmen „awiwa“ nimmt als eines von 23 Unternehmen am Amazon-Förderprogramm zum Thema e-Commerce teil - und hat große Pläne.

Irgendwo unter der Sonne Andalusiens liefert ein Postbote ein Paket aus. Sein Inhalt: Reinigungsmittel aus dem Siegerland: So oder so ähnlich sieht Lukas Winkels Vision aus, wenn er über das eigene Familienunternehmen spricht. „awiwa“ heißt der Betrieb, den sein Vater Achim gemeinsam mit seiner Frau Elke im Jahr 2006 gründet.

In der eigenen Garage wird an den Formeln für verschiedene Bio-Reinigungsmittel getüftelt, die frei von Chemikalien sind. Dann werden sie in einem kleinen Transporter ausgeliefert. „Das hat schon irgendwie was von Silicon Valley im Siegerland“, sagt Lukas Winkel und schmunzelt – irgendwie hat er aber auch Recht.

Die Bewerbung: Gegen Unternehmen aus ganz Deutschland durchgesetzt

Denn „awiwa“ ist längst zu klein für die eigene Garage, nach einer angemieteten Lagerhalle in Würgendorf hat das Unternehmen seit 2014 seinen festen Sitz im Burbacher Industriepark mit 14 Mitarbeitern und drei Auszubildenden. Und auch dort gibt es schon wieder Handlungsbedarf: Die eigene Logistik wird umstrukturiert, denn zukünftig sollen noch mehr Kunden ihre Reinigungsmittel aus Burbach bekommen – auch dank der Hilfe von „Amazon“.

Ende 2016 schickt Lukas Winkel eine Bewerbung an das Online-Warenhaus, das einen Förderwettbewerb zum Thema e-Commerce, also der Online-Vermarktung der eigenen Produkte, ausgeschrieben hat. Im Januar kommt dann die positive Antwort: „awiwa“ ist als eines von 23 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Förderprogramm aufgenommen.

Das Förderprogramm: Straffes Seminar-Programm für die Teilnehmer

Die Freude über die erfolgreiche Aufnahme weicht schnell dem stressigen Arbeitsalltag, denn Amazon gibt seinen Teilnehmern ein straffes Programm an die Hand. 20 Webinare, also Seminare per Video-Konferenz, stehen zunächst auf dem Programm, um die Teilnehmer im Bereich e-Commerce zu schulen.

„Wir mussten einen Maßnahmenplan aufstellen und unsere Vermarktungsstrategie über Amazon erklären.“ Gemeinsam mit seiner Frau Catherine Demeulemeester kümmert er sich seit 2016 um die Online-Vermarktung bei „awiwa“, den eigenen Online-Shop haben sie bereits überarbeitet.

Unterstützt werden sie von einem eigenen Account Manager, der Fragen rund um den Vertrieb via Amazon beantwortet. „Denn seine Produkte dort anzubieten ist nicht so einfach, wie man vielleicht denkt“, sagt Catherine Demeulemeester. E-Commerce halten beide für ein wichtiges Thema in der Zukunft: „Vor allem ländliche Regionen haben nicht genügend potenzielle Kunden, also muss man andere Vertriebskanäle in Erwägung ziehen“, sagt Lukas Winkel.

Die Strategie: Produkte bald auch an Endkunden ausliefern

Bisher beliefert „awiwa“ überwiegend andere Unternehmen. „Durch ‘Amazon’ wollen wir uns jetzt auch verstärkt auf Endkunden fokussieren und ihnen unsere Produkte leichter zugänglich machen“, erklärt Lukas Winkel. Egal ob Toilettenzusatz für den Wohnwagen oder Hundeshampoo: Die chemiefreien Produkte kommen in Zukunft kommen in Zukunft auch über das größte Online-Warenhaus der Welt zum Endkunden.

Nach einem Workshop in Berlin Anfang Januar geht es jetzt in die heiße Phase. „Im Juni endet der Förderwettbewerb, dann wird das Unternehmen ausgezeichnet, welches seinen Plan am besten umsetzen konnte.“

Die Zukunft: Die „Big Five“ in Europa erreichen

Abgeschlossen ist die „Online-Offensive“ von „awiwa“ damit aber noch nicht. „Bis Ende des Jahres wollen wir unseren Vertrieb via ‘Amazon’ auf Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien ausweiten. Da kommen natürlich Herausforderungen, wie etwa länderspezifische Hygienestandards, auf uns zu“, erklärt Lukas Winkel.

Mit Deutschland bilden diese Länder die sogenannten Big Five in Europa. Und geht es nach Lukas Winkel, dann nutzen die Menschen dort bald „awiwa“-Reinigungsmittel – entstanden in einer Garage im Siegerland.

  • Die Lokalredaktion Siegen ist auch auf Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben