Pandemie

Corona und Tourismus: Klare Einbrüche in Siegen-Wittgenstein

Der Rothaarsteig ist eine der touristischen Attraktionen, mit denen der Kreis Siegen-Wittgenstein punkten kann – hier eine Impression aus dem unteren Buchhellertal zwischen Wahlbach und Lippe in Burbach.

Der Rothaarsteig ist eine der touristischen Attraktionen, mit denen der Kreis Siegen-Wittgenstein punkten kann – hier eine Impression aus dem unteren Buchhellertal zwischen Wahlbach und Lippe in Burbach.

Foto: Hendrik Schulz (Archiv)

Siegen-Wittgenstein.  Corona trifft den Tourismus in Siegen-Wittgenstein hart. Erstes Halbjahr 2020: 42 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum.

Corona sorgt für Tourismus-Einbruch: Im ersten Halbjahr haben rund 59.000 Gäste den Kreis Siegen-Wittgenstein besucht – das sind 53 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen sank um 42 Prozent auf etwa 236.000. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit.

Die NGG beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. „Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im heimischen Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Pensionen, Kneipen und Restaurants über viele Wochen ganz schließen. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an“, sagt Lars Wurche, Gewerkschaftssekretär der NGG-Region Südwestfalen.

Hoteliers in Siegen-Wittgenstein in Sorge um die Herbst- und Wintersaison

Unter der Situation litten aber nicht nur die Unternehmen. „Die Folgen sind auch für Köche, Kellner und Hotelangestellte dramatisch. Als Kurzarbeiter mussten sie deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen – in einer Branche, die ohnehin nur geringe Löhne zahlt“, betont Wurche. Nach dieser „Durststrecke“ blickten viele Beschäftigte nun mit Sorge auf die Herbst- und Wintersaison.

Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe im Kreis Siegen-Wittgenstein rund 4200 Menschen. Allerdings habe die Kurzarbeit bislang einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern können. Dank staatlicher Hilfen sei eine Pleitewelle im Gastgewerbe ausgeblieben. Die Gewerkschaft NGG appelliert nun an die Unternehmen, die Kurzarbeit für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu nutzen.

„Wer wegen Corona nicht arbeiten kann, sollte die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung bekommen. Das ist ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, der in Hotels und Restaurants unabhängig von der Pandemie eklatant ist. Und Beschäftigte können einen Schritt auf der Karriereleiter machen – etwa von der Küchenhilfe zur Köchin, vom Restaurantfachmann zum Hotelfachmann“, unterstreicht Wurche.

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