Dreslers Park

Das Frankfurter Jazztrio begeistert bei „kreuztalsommer“

Das sind die drei Musiker: Martin Sasse,Thomas Cjakonovski, Thomas Cremer (von links). Die drei Männer begeistern das Publikum in Dreslers Park mit ihrer Klangkunst.

Das sind die drei Musiker: Martin Sasse,Thomas Cjakonovski, Thomas Cremer (von links). Die drei Männer begeistern das Publikum in Dreslers Park mit ihrer Klangkunst.

Foto: Wolfgang Leipold

Kreuztal.  Die drei Vollblutmusiker des Frankfurter Jazztrios sind in der Reihe „kreuztalsommer“ in Dreslers Park voll in ihrem Element.

Ein Nachmittag wie von einem Impressionisten gemalt: Unter alten Bäumen sitzen, die außergewöhnliche Instrumentalkunst des Frankfurter Jazztrios und als kulinarische Zugabe Kaffee, Kuchen oder ein frisch Gezapftes genießen. Die Kulturmacher von Kreuztal haben sich und der heimischen Bevölkerung mit ihrem Sommerprogramm zum 50. Geburtstag ihrer Stadt ein wunderbares Geschenk gemacht. Und das, wie Holger Glasmachers vor Beginn des Konzerts schmunzelnd bemerkt, ohne den gewohnten Kiesbelag: „Der wird zur Zeit gewaschen“.

Den Jazz-Klassiker „Love is here to stay“ setzen die drei Musiker mutig an den Anfang ihres Programms. Mutig deshalb, weil dieser bekannte Titel schon von Musikgrößen wie Diane Krall, oder Frank Sinatra interpretiert wurde. Doch das Jazztrio, das aktuell mit dem Trio-Gründer, Schlagzeuger und Moderator Thomas Cremer nur noch einen Frankfurter in seinen Reihen hat, und den Rheinländern Martin Sasse am E-Piano und Martin Carkonowski am Bass zeigt von den ersten Takten an, wie Swing geht. Schnell, aber federleicht, rhythmisch, aber nie angestrengt, bringen sie die Besucher zum Fußwippen und zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht.

Auch in kleiner Formation ganz groß

„Emily“ von Jonny Mandel, die Liebeserklärung an eine Sängerin, bringt den Viervierteltakt ins Spiel wie noch mehrmals an diesem Nachmittag. Kompositionen des Musical-Königs Cole Porter oder der Big Band Legende Duke Ellington schließen sich an. Und das Schöne ist: Keiner der Musikfreunde im Publikum vermisst eine Big Band. Denn da haben sich drei Vollblutmusiker gefunden, die auch in kleiner Formation Preziosen aus 100 Jahren Jazz-Geschichte präsentieren können.

Und sie spielen auf Augenhöhe: Tastenzauberer Martin Sasse, im Siegener Jazzclub OASE ein gern gesehener Gast, der schon mit den Bochumer Symphonikern auf Tournee war, Martin Carkonowski, einer der gefragtesten Bassisten Deutschlands und einst fester Bestandteil des Trios der Jazz-Legende Paul Kuhn und natürlich Thomas Cramer, Gründer der Band und als Drummer der verlässliche Rhythmusgeber der Gruppe. Und dass er mit seiner „Frankfurter Babbel“ informativ und charmant durch das Programm führt, trägt nicht unwesentlich zur lockeren Atmosphäre im Park bei.

Satter Schuss an rockigem Groove

Das Frankfurter Jazz-Trio bedient auch die traditionelleren Formen des Jazz. Einer der Höhepunkte wird George Gershwins „Summertime“. Aber nicht so lyrisch und langsam wie sonst oft gehört, sondern mit einem satten Schuss rockigem Groove. Thomas Cremer macht mit Henry Mancinis „The Day of Wine and Roses“ ganz nebenbei Reklame für sein „Rosentrio“, das jährlich zweimal im Rosenmuseum im Rosendorf Steinfurt mit einem Programm auftritt, bei dem sie ausschließlich Rosentitel spielen. Auch das zeigt die Vielseitigkeit der drei, die ans Ende ihres Konzerts Soul-Jazz setzen, wie er leibt und lebt. Mit allen Facetten, von zarten Piano-Klängen bis zum groovigen Fortissimo. Da wollen die Zuhörer nicht zurückstehen. Der Beifall erreicht Lautstärken, die bis in die letzten Winkel des Parks zu hören sind.

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