Schnapsbrennerei

Das Herz brennt für den Geist

Zu Besuch in der Brennerei von Hans-Peter Hasenstab. Seit April brennt der ehemalige Bürgermeister eigenen Schnaps. Besonder stolz ist er auf seinen Siegerländer Gin Nummer 1. 25 Produkte hat er mittlerweile im Angebot.

Zu Besuch in der Brennerei von Hans-Peter Hasenstab. Seit April brennt der ehemalige Bürgermeister eigenen Schnaps. Besonder stolz ist er auf seinen Siegerländer Gin Nummer 1. 25 Produkte hat er mittlerweile im Angebot.

Foto: Tobias Schürmann

Vormwald.   Hilchenbachs früherer Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab stellt seine ersten selbstgebrannten Liköre und Fruchtgeiste vor. Qualität steht für ihn an oberster Stelle.

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Durch den Flur geht es über braune Fliesen direkt in den Präsentationsraum von Hans-Peter Hasenstab. Bilder von Ananas, Himbeeren, Kräutern und Auszeichnungen hängen an den Wänden. Vor Kopf thront das weiße Regal, in dem seine Liköre und Schnäpse stehen. Im April hat der ehemalige Bürgermeister von Hilchenbach in seinem Garten die Brennanlage in Betrieb genommen. Nun stehen die ersten Chargen zum Verkauf bereit.


4 Produktreihen hat Hasenstab im Angebot. Dazu gehören Himbeer-, Heidelbeer-, Ananas-, und Cranberrygeiste ebenso wie Pfefferminz- oder Siegerländer Bitterlikör. Angefangen hat jedoch alles mit dem Gin Nr. 1. „Die Welt schreit nach einem Gin aus Südwestfalen.“


25 Produkte sind nun im Sortiment von „Vierhasen“, wie Hasenstab seine Brennerei in Anlehnung an die Produktreihen genannt hat, dabei rausgekommen. „Ich kann zwar noch Whisky und Co. brennen“, sagt er, „aber es soll doch eher ein kleiner Laden bleiben“. Dass seine Idee, „Essen und Aromen zu schmecken“, nun die neue berufliche Heimat geworden ist, freut den ausgebildeten Edelbrandsommelier. Einen fünfstelligen Betrag hat er für den Traum von der eigenen Brennerei investiert.


2000 Flaschen sind mittlerweile durch seine Hände gegangen. Jede einzelne selbst etikettiert, beschriftet und unterschrieben. „Das ist für mich auch ein Zeichen von Qualität“, so Hasenstab. Für die Zukunft haben seine Kinder ihre Hilfe bereits angeboten. „Um das Taschengeld aufzubessern.“


2 Gebindegrößen gibt’s im Vierhasen. „Ich will mit der Flaschengröße bewusst kleiner bleiben und nicht literweise Massenware produzieren.“ In 0,35 und 0,5 Liter füllt der Edelbrandsommelier ab. „Der Gin gibt’s aber nur im halben Liter, das muss so“, betont Hasenstab und lacht.


96 Volumenprozent beträgt der Alkoholgehalt des feingebrannten Neutralalkohols, in den Ananas, Rote Grütze, Cassis oder Bergkräuter eingelegt werden. „Der Alkohol nimmt dann die Aromen auf, wird im Kupferkessel gebrannt und dann destilliert.“ Und der Duft überzeugt. Als würde man seine Nase in einen Korb voll Früchte stecken. Die Zutaten bezieht er von Spezialversendern. Regionale Produkte seien – bis auf Ausnahmen – nicht verwendbar, so Hasenstab. „Damit kann ich aber die qualitativ hochwertigsten Produkte auswählen.“


70 Grad heiß muss der Kupferkessel werden, damit der Alkohol im eingelegten Fruchtgemisch flüchtig wird. „Himbeergeist könnte ich in zwei Stunden brennen, aber ich nehme mir einen ganzen Tag dafür Zeit.“ Supermarktware wolle er nicht anbieten. Etwa 80 Volumenprozent enthält das fertige Destillat. Um den Alkohol kontrolliert auf seinen „eingependelten Bestwert“ von 40,5 beim Geist und 44 Prozent beim Gin zu senken, verdünnt Hasenstab die klare Flüssigkeit mit Wasser. Beim Aroma will Hasenstab keine Abschläge machen. Denn: Sein Herz brennt für den Geist.

Regelmäßige Öffnungszeiten ab August 

Am Freitag, 29. Juli, und Samstag, 30. Juli, öffnet die Kleine Südwestfälische Brennerei Vierhasen von Hans-Peter Hasenstab offiziell ihre Pforten.

Anschließend soll es normale Öffnungszeiten geben. Dienstags und donnerstags 17.15 bis 19.15 Uhr; mittwochs und samstags 11.15 bis 13.15 Uhr.

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