Orchester

Neuer Chef der Philharmonie Südwestfalen will präsent sein

Der neue Chefdirigent: Nabil Shehata wird von Intendant Michael Nassauer sowie Landrat Andreas Müller und dem Hilchenbacher Bürgermeister Holger Menzel (von links) als Vorstände des Trägervereins begrüß)

Der neue Chefdirigent: Nabil Shehata wird von Intendant Michael Nassauer sowie Landrat Andreas Müller und dem Hilchenbacher Bürgermeister Holger Menzel (von links) als Vorstände des Trägervereins begrüß)

Foto: Wolfgang Leipold

Siegen.  Nabil Shehata tritt den Dienst in Hilchenbach am 1. September an. Schon jetzt setzt der neue Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen Akzente.

Ziemlich genau vor einem Jahr wurde Chefdirigent Charles Olivieri-Monroe verabschiedet. Die ganze Spielzeit 2018/19 musste die heimische Philharmonie ihre über 100 Konzerte ohne Chefdirigenten bestreiten.

Kurz nach Weihnachten konnten die Verantwortlichen der Philharmonie Südwestfalen vermelden, für ihr Orchester einen neuen Chef gefunden zu haben: Nabil Shehata. Er, der schon als Solo-Kontrabassist bei den Berliner Philharmonikern eine großartige Karriere erreicht und anschließend eine Dirigentenausbildung bei Daniel Barenboim genossen hatte, wurde aus 200 Bewerbern ausgewählt.

Nabil Shehata teilt seine sichtliche Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit der Philharmonie Südwestfalen mit deren Intendanten Michael Nassauer. Denn schon vor über 20 Jahren hatten sich die Beiden im Bundesjugendorchester kennengelernt. Michael Nassauer spielte als Hornist, Nabil Shehata auf seinem Lieblingsinstrument, dem Kontrabass, auf dem er anschließend auch Gewinner des ARD-Wettbewerbs wurde.

Die Region kennenlernen

Der offizielle Dienstbeginn des Neuen ist der 1. September, sein erster Auftritt als Chefdirigent sind die drei Konzerte der Reihe S-Klassik im Apollo vom 19. bis 22. September. Im Mittelpunkt der Abende steht Beethovens weltberühmte Neunte. Ein Meilenstein der Sinfonik, zu der Nabil Shehata und Michael Nassauer außergewöhnliche Solisten verpflichten konnten. Klar, dass ein Dirigent, dessen künstlerische Mittelpunkte bisher Berlin und München waren, über gute Kontakte zu tollen Musikern verfügt. Nabil Shehata wird auch alle 13 Neujahrskonzerte dirigieren: „So kann ich die Region kennenlernen und mich überall vorstellen.“ Auch weniger Bekanntes will Nabil Shehata präsentieren. „Wenn ich von etwas überzeugt bin, kann ich auch das Orchester davon überzeugen“, sagt er, und wird auch bei der Gala der Game Music und beim traditionellen Konzert im Rahmen von KulturPur auf dem Dirigentenpult stehen. Nabil Shehata will in und für die Kultur der Region leben. So wird er neben seiner Wohnung in Berlin ein zweites Domizil in Siegen beziehen.

Philharmonie im Aufbruch

Auch Landrat Andreas Müller sieht die Philharmonie Südwestfalen im Aufbruch: Ein „rappelvolles Programm“ mit bisher 109 festen Terminen, zu denen aller Erfahrung nach noch Wiederholungskonzerte kommen. Zu den renommierten Spielorten in Deutschland wie dem Konzerthaus Dortmund und der Philharmonie Essen kommen Konzerte in Rotterdam, Groningen, der Schweiz und vor allem im weltberühmten Concertgebouw Amsterdam, zu dem die Philharmonie Südwestfalen nun schon zum dritten Mal hintereinander eingeladen wurde. Und auch eine neue heimische Spielstätte ist dabei: Die Wasserburg Hainchen, in der eine Märchenoper aufgeführt wird.

Das neue Spielzeitbuch

Informativ, unterhaltsam, spannend, reich bebildert: So präsentiert sich das Spielzeitbuch 2019/20, das ab sofort an vielen öffentlichen Orten ausliegt. Und lässt auch erahnen, was die Musiker der Philharmonie Südwestfalen leisten müssen. Weit über 100 Konzerte mit völlig unterschiedlichen Programmen in knapp 10 Monaten Spielzeit wollen einstudiert sein. Doch die Philharmoniker werden merken, mit welchem Enthusiasmus Nabil Shehata an seine neue Aufgabe herangeht.

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