Forst

Der regionale Wald im Siegerland ist im Aufwind

Der Holzmarkt entwickelt sich gut, gerade Nadelholz ist stark nachgefragt bei den Sägewerken. Aber auch bei den Laubbäumen gibt es positive Entwicklungen: Der Eichenboom hält unvermindert an.

Foto: Steffen Schwab

Der Holzmarkt entwickelt sich gut, gerade Nadelholz ist stark nachgefragt bei den Sägewerken. Aber auch bei den Laubbäumen gibt es positive Entwicklungen: Der Eichenboom hält unvermindert an. Foto: Steffen Schwab

Kreuztal.   Jahresversammlungen des Kreisforstamts mit guten Nachrichten für Forstleute: Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein hat 300.000 Euro erwirtschaftet

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Der Siegen-Wittgensteiner Wald steht gut da: Über 250 private, kommunale, kirchliche und genossenschaftliche Waldbesitzer aus dem gesamten Kreisgebiet wurden bei den Winterversammlungen des Regionalforstamts im Eichener Hamer (Kreuztal) und im Forsthaus Hohenroth (Netphen) über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Forstpolitik informiert.

300 000 Euro Jahresergebnis hat das Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein über alle Geschäftsbereiche erwirtschaftet: Zentrale Dienste, Staatswaldbewirtschaftung, Betreuung, Hoheit, Jugendwaldheimbetrieb und Schwerpunktaufgabe Gemeinschaftswaldgesetz. Im Bereich Betreuung und Hoheit machte Forstamtsleiter Diethard Altrogge deutlich, dass neben den relativ geringen Entgelten, die die Waldbesitzer an das Forstamt zahlen, der weitaus größte Teil, nämlich 75 Prozent, vom Land finanziert wird. Grund: Der Wald dient nicht nur dem wirtschaftlichen Ertrag seines Besitzers, sondern hat viele andere Aufgaben, etwa Naturschutz, Tierschutz, Wegebau oder Tourismus.

Das Landesjagdgesetz wurde nachgearbeitet und habe sich grundsätzlich bewährt, so Altrogge. Jäger und Waldbesitzer hätten enorme Möglichkeiten, endlich vernünftige Wald-Wild-Verhältnisse herzustellen. Denn bei den derzeitigen Wildverhältnissen sei eine vernünftige Waldwirtschaft mit Waldverjüngung, Stabilität und Struktur auf großer Fläche nicht möglich. Das Forstamt begrüßt in diesem Zusammenhang das gemeinsame Projekt von Jägerschaft, Jagdverwaltung, Rotwildhegegemeinschaft, Waldbauernverband und Forstamt zur Erarbeitung einer Vereinbarung „Wald und Rotwild“ im Netpherland.

In der Betreuung steht das Forstamt Siegen-Wittgenstein mit den Jahresabschlussergebnissen in NRW an der Spitze. Die Werte: 232 Hektar Kulturen, fast 400 Hektar Läuterungsfläche, 336 Kilometer Wegebau und Unterhaltung, 234 000 Festmeter Holzeinschlag. Forstdirektor Helmut Ahlborn bedankte sich für den Vertrauensvorschuss bei den betreuten Waldbesitzern – 99 Prozent aller Waldgenossenschaften und Forstbetriebsgemeinschaften haben inzwischen den neuen Betreuungsvertrag mit dem Forstamt abgeschlossen.

Der Holzmarkt entwickelt sich gut: Guter Geschäftsklimaindex, boomende Baukonjunktur, gerade beim Nadelholz sehr starke Nachfrage bei den Sägewerken. Der Versuch des Forstamts Siegen-Wittgenstein, sich mit anderen Forstämtern zu einer Wertholzversteigerung zusammenzutun, hatte großen Erfolg, betont Helmut Ahlborn. Besonders Eiche sei sehr stark nachgefragt; gerade im Innenausbau und in der Möbelindustrie.

Die Klimaschutzleistung einzelner Forstbetriebe kann seit kurzem berechnet werden. Der Landesbetrieb Wald und Holz sowie das Forstamt können mit diesem Werkzeug, so der zuständige Mitarbeiter Martin Kempkes, auf wissenschaftlichem Level die Waldkompetenz stärken.

Die Siegerländer Haubergswirtschaft soll als Weltkulturerbe anerkannt werden – der Kreis Siegen-Wittgenstein und das Regionalforstamt haben eine entsprechende Initiative ins Leben gerufen, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

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