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Deuzer Anwohnern wird der Aldi-Markt zu laut

Wird größer: Der Aldi in Deuz wird neu gebaut. Anlieger fürchten zusätzlichen Lärm.

Foto: Steffen Schwab

Wird größer: Der Aldi in Deuz wird neu gebaut. Anlieger fürchten zusätzlichen Lärm. Foto: Steffen Schwab

Netphen.   Stadt gibt grünes Licht für größeren Discounter in Deuz. In Dreis-Tiefenbach stößt ein Gastronomiebetrieb an die Grenzen des Landschaftsschutzes.

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Aldi rückt den Deuzern näher an die Hauswände. Nachdem die Pläne für die Erweiterung des Discountmarkts im Kälberhof bekannt geworden sind, werden die Forderungen nach Lärmschutzmaßnahmen lauter. Denn nicht erst, wie in der Baugenehmigung zugelassen, ab 6 Uhr, sondern „sehr oft schon um 4 Uhr nachts“ rangierten die Lkw an der Laderampe, die zu den Wohnhäusern am Siegeck hin ausgerichtet ist, berichtet Stadtentwicklungsausschussvorsitzender Alfred Oehm (CDU). Schon der beim Bau des Einkaufszentrums Ende der 1990er Jahre angelegte Grünstreifen habe seine Lärmschutzfunktion nie erfüllt: „Bis auf ein paar Spargelbäumchen wurde da nie etwas Vernünftiges gepflanzt.“

Den Wunsch, die Zufahrt zu verlegen oder die Laderampe anders zu positionieren, nannte Helmut Buttler (UWG) „völlig illusorisch“. „Für die Bürger ist das extrem wichtig“, sagte Alexandra Wunderlich (CDU) und forderte, die Zufahrtsituation „zu ändern, wenn das machbar ist.“ Marlene Krippendorf, Leiterin der Stadtplanung, betrachtet den Lärmschutz als „wesentliche Fragestellung“, die im nun beginnenden Bebauungsplanverfahren zu lösen sei. Dass die Verladetätigkeit nicht vor 6 Uhr beginne, „müssen wir einfordern.“ Baurechtlich handelt es sich beim Kälberhof um ein Sondergebiet, für das nur tagsüber die großzügigeren Anforderungen an ein städtebauliches Mischgebiet gelten — nachts müssen die Lärmgrenzen für ein allgemeines Wohngebiet eingehalten werden. In den Weg stellen mochte sich dem Vorhaben allerdings niemand: „Insgesamt gut und richtig“ sei das Vorhaben, den Discounter abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, sagte Manfred Heinz (SPD). Aldi wird seine Verkaufsfläche von jetzt 950 auf dann 1290 Quadratmeter vergrößern. Während der Bauzeit soll der Verkauf in einem Zelt weitergehen.

Kein Neubau im Außenbereich

Für ein anderes gewerbliches Bauvorhaben konnte die Stadt nicht so viel tun: Die Idee, an den an den ehemaligen Forellenhof ein dreigeschossiges Hotel anzubauen, scheiterte an den Bestimmungen des Landesentwicklungsplans. Die neuen Eigentümer — die Familie Fejza betreibt auch das Alte Zeughaus in Siegen — werden daher nur das bestehende Gebäude entkernen, im Erdgeschoss ein Restaurant und im Obergeschoss einige Hotelzimmer einrichten sowie einen eingeschossigen Veranstaltungsraum anbauen.

Mehr sei nicht möglich, ohne neues Planungsrecht zu schaffen, sagt Baudezernent Erwin Rahrbach. Dass die neue Landesregierung den Landesentwicklungsplan so ändert, dass die Erweiterung des Gewerbebetriebs im Außenbereich zwischen Dreis-Tiefenbach und Netphen doch noch möglich wird, glaubt Rahrbach auch nicht: „Das käme für dieses Vorhaben viel zu spät.“

>>>INFO: Die anderen Deuzer Baustellen

Noch nicht klar ist, wie der Radweg durch den Bühlgarten in Richtung Salchendorf weitergebaut wird. Geplant ist eine Trasse über die Wiese am Freibad vorbei auf den vorhandenen Weg — „da gehört uns aber fast nichts“, sagt Baudezernent Erwin Rahrbach. Die Stadt verhandelt über den Kauf von Grundstücken.

Offen sind die Details für den Ausbau der Kölner Straße. Alexandra Wunderlich (CDU) erkundigte sich nach Umleitungen und Sperrungen. Die Bauabschnitte seien gebildet, sagte Tiefbau-Fachbereichsleiter Rainer Schild. Wie schnell die in Angriff genommen werden, „liegt an den zur Verfügung stehenden Mitteln“.

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