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Die Rothaarbahn soll zum Sprint ansetzen

Bahnübergang Schmidtseifen

Bahnübergang Schmidtseifen

Foto: WR

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Hilchenbach.  Die Rothaarbahn soll schneller werden. Zum einen durch die Sicherung oder Beseitigung von 21 bisher unbeschrankten Bahnübergängen. Zum anderen über die Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Mit beiden Maßnahmen hat sich jetzt die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Personennahverkehr (ZWS) befasst.

Hilchenbach

Das mit der Vorplanung beauftragte Düsseldorfer Planungsbüro Spiekermann hat die Ergebnisse seiner Arbeit vorgelegt, die gleich mit einem Problem begonnen: Als nach wie vor „in Abstimmung“, also ungelöst, gilt die Frage, was aus dem Bahnübergang Schmidtseifen wird. In der Investitionsliste für das erste von sieben „Maßnahmenbündeln“ ist für den Übergang bei Streckenkilometer 6,031 eine Netto-Investition von rund 440.000 Euro vorgesehen.

Das Geld würde für eine vollständige Aufhebung des Übergangs und für den Ausbau des parallel zur Bahnstrecke verlaufenden Privatweges genügen, der an die benachbarte Bahnunterführung Schmidtseifen anknüpft, außerdem für einen „Privatübergang nur für Berechtigte“, der mit einem „Heckentor“ verschlossen wird.

„Maßnahmenakzeptanz bisher nicht gegeben“, heißt es in der Studie. Denn diesem Kompromissangebot haben allerdings weder Anlieger noch politische Gremien in Hilchenbach zugestimmt. Sie verlangen die reguläre Sicherung des Bahnübergangs mit Blinklicht und Halbschranken, für die in Hilchenbach eine neue Stellwerkstechnik installiert werden müsste. Die Kosten werden in der Untersuchung mit rund 1,4 Millionen Euro beziffert.

Erndtebrück und Berleburg

Als weniger problematisch scheint sich die Planung in Erndtebrück dazustellen, wo die Bahn an der B 62 entlangführt und immer wieder von Grundstückszufahrten gekreuzt wird. Drei Bahnübergänge sollen dort technisch gesichert werden, acht werden aufgehoben. Einer der aufgehobenen Bahnübergänge behält einen Durchgang für Fußgänger, ein weiterer eine Fußgängerbrücke. Für die aufgehobenen Bahnübergänge, die oft weniger als hundert Meter voneinander entfernt sind, wird eine anderthalb Kilometer lange östliche Umfahrung angelegt. Offen ist nur noch, ob der Übergang bei den Erndtebrücker Eisenwerken technisch gesichert oder durch eine Brücke ersetzt wird. Insgesamt 6,4 Millionen Euro betragen die Investitionskosten in Erndtebrück.

Das Bahnübergangsprogramm in Bad Berleburg schließt mit Kosten von 2,7 Millionen Euro ab. Zwei Übergänge werden technisch mit Ampel und Halbschranken gesichert, sieben werden aufgehoben, davon bleiben zwei — abgesichert mit einer „Umlaufsperre“ — für Fußgänger weiterhin nutzbar.

Von 60 auf 80 km/h

Mit dem 9,5-Millionen-Programm soll erreicht werden, dass die Rothaarbahn künftig nicht mehr vor ungesicherten Bahnübergängen auf 20 km/h abbremsen muss, sondern die bisher zugelassene Streckenhöchstgeschwindigkeit von 60 km/h ausfahren darf. Damit will der ZWS sich aber nicht zufrieden geben. Die Verbandsversammlung gab jetzt eine Machbarkeitsstudie für 170.000 Euro in Auftrag, die prüfen soll, ob auf der Rothaarbahn auch 80 km/h möglich sind. Dazu muss die gesamte 50 Kilometer lange Strecke inspiziert werden. Die — noch — 63 Bahnübergänge, 23 Stützbauwerke, 65 Brücken, 140 Durchlässe und 182 Erdbauwerke werden einzeln untersucht.

„Wir haben hochgradiges Interesse, dass da etwas passiert“, sagt ZWS-Geschäftsführer Günter Padt. Und nach dem Betreiberwechsel von der Dreiländer- zur Hessenbahn ab August 2015, „kommen auch sehr sprintstarke Fahrzeuge zum Einsatz“. Ziel sei es, die „ambitionierten Fahrplanzeiten“ auf der dann bis Betzdorf verlängerten Linie einhalten zu können.

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