Auszeichnung

Die Siegener „Stadtmedaille“ könnte viel Ärger machen

Das Krönchen kommt mit Sicherheit vor, wenn die neue Stadtmedaille doch eingeführt wird.

Foto: Hendrik Schulz

Das Krönchen kommt mit Sicherheit vor, wenn die neue Stadtmedaille doch eingeführt wird. Foto: Hendrik Schulz

Siegen.   Bürgermeister Steffen Mues warnt vor einer neuen Auszeichnung fürs Ehrenamt. Die, die sie nicht bekommen, könnten verstimmt sein.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Rat soll seinen Beschluss aufheben, ehrenamtliches Engagement mit einer „Stadtmedaille“ zu würdigen und diese Auszeichnung zusätzlich zum Ehrenbürgerrecht, zu Ehrensiegel und zur Siegener Stadtplakette in die „Satzung über die Ehrung verdienter Persönlichkeiten“ aufzunehmen. Dieser Beschluss sei „nicht umsetzbar“, heißt es in der Vorlage zur Ratssitzung am Mittwoch, 29. März, die Bürgermeister Steffen Mues unterzeichnet hat.

Vor knapp einem Jahr hatte der Rat die neue Auszeichnung einstimmig auf Antrag von CDU, Grünen und FDP beschlossen. Gedacht war an eine Würdigung von Engagement unabhängig von den Kriterien der Ehrenamtskarte, die mindestens zwei Jahre freiwilligen Einsatz über mindestens fünf Stunden pro Woche voraussetzt. Die neue Medaille, so die Argumentation des Bürgermeisters, erscheine aber „de facto“ höherrangig im Vergleich zur Ehrenamtskarte. Das berge „großes Konfliktpotenzial“: „Den zum Teil bereits seit Jahrzehnten ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern, die die Ehrenamtskarte zum Beispiel für ihr Wirken in einem Hospiz oder Krankenhaus erhalten haben, ist die Verleihung einer Medaille für ehrenamtliches Wirken unterhalb der Voraussetzungen für den Erhalt einer Ehrenamtskarte kaum zu vermitteln.“

Schwierige Abgrenzung

Zudem werde die Abgrenzung zur Nachbarschaftshilfe schwierig, die auf Gegenseitigkeit erfolge. Es sei nur schwer festzulegen, von welchem Aufwand an ehrenamtlicher Einsatz auszeichnungswürdig sein solle. „Besonders im direkten Vergleich der Bewerber“ lasse sich eine Verleihung „nur schwerlich auf nachvollziehbare Weise begründen“, im Zweifelsfall würden „subjektive Befindlichkeiten“ verletzt: „Im sensiblen Bereich des grundsätzlich ausnahmslos positiv zu wertenden Ehrenamts könnte dies unerwünschte Auswirkungen haben.“

  • Die Lokalredaktion Siegen ist auch auf Facebook.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik