Musik

Die Sonne feiert mit beim Hilchenbacher Musikfest

Gudni A. Emilsson dirigiert

Gudni A. Emilsson dirigiert

Hilchenbach.   Beim 15. Musikfest auf dem Hilchenbacher Marktplatz spielt das Wetter wieder mit.

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Diesmal spielte beim Hilchenbacher Musikfest das Wetter mit: In diesem Jahr musste das erste Mal seit zwei verregneten Durchgängen das abendliche Konzert der Philharmonie Südwestfalen nicht wegen schlechten Wetters in die evangelische Kirche verlegt werden. Schon am Samstagnachmittag begann das Open-Air-Programm mit einem Konzert der Hilchenbacher Chöre.

Bereits zum 15. Mal lud der Gebrüder-Busch-Kreis zusammen mit der Stadt Hilchenbach zu einem Tag voller Musik auf den Marktplatz ein. „Die gute Nachricht ist, ich singe heute nicht“, sagte Bürgermeister Holger Menzel bei seiner Begrüßung lachend.

Der Nachmittag

Den musikalischen Anfang machte der Männerchor der Eintracht-Chöre Helberhausen. Er sang unter anderem das Volkslied „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ von Julius Rodenberg sowie das „Schifferlied“ nach Friedrich Silcher unter der musikalischen Leitung von Gottfried Herrmann. Auch der Gemischte Chor der Eintracht Chöre Helberhausen trat auf der Marktplatzbühne auf. Der Männerchor St. Augustinus Dahlbruch-Kreuztal sang „Ich schenk dir einen Schutzengel“ und der Gemischte Chor Glück-Auf Müsen zeigte ebenfalls sein Bestes mit „Mein Mund der singet“.

Angelika Höchst führte durch das Programm und konnte nach viel traditioneller Musik neuere Rock- und Pop-Lieder ansagen: „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay und Rolf Zuckowski sang der Dahlbrucher Männerchor zusammen mit dem Vokalensemble „Bestimmt männlich“ und dem Dahlbrucher Projektchor unter der Leitung von Sandra Klein. Auch „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens und „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen konnten die Besucher beim Auftritt des Dahlbrucher Männerchors und „Bestimmt männlich“ hören. Insgesamt traten 130 bis 140 Sänger beim Chorkonzert auf.

„Das Musikfest wird immer sehr gut angenommen, wir erwarten einen vollen Marktplatz“, erklärte Hartmut Kriems vom Gebrüder-Busch-Kreis. Das Open-Air-Konzert mit den Hilchenbacher Chören und der Auftritt der Philharmonie am Abend haben sich zu einer festen Größe etabliert. „Manche bringen sogar eigene Stühle mit“, erzählt Hartmut Kriems. Es gehe den Gästen vor allem darum, gemeinsam Zeit zu verbringen. So unterhalten sich die Besucher auch dieses Mal angeregt, essen Waffeln, trinken Wein und applaudieren zwischendurch immer wieder den Chören. „Die Chöre haben eine Qualität, die sich sehen lassen kann“; sagte Bürgermeister Holger Menzel stolz.

Der Abend

„Der Klang der Flöte und Sehnsucht nach Italien“ – unter diesem Titel stand das Programm der Philharmonie Südwestfalen, die am Abend den Höhepunkt des Musikfest-Programms bestreitet. Dirigent war dieses Mal der mit vielen internationalen Musikpreisen ausgezeichnete Gudni A. Emilsson. Jan Vering, Musikdramaturg und stellvertretender Intendant des Apollo-Theaters Siegen, moderierte den Abend.

„Ich bin heute ihr Programmheft“, sagte Jan Vering, der die Solistin und Flötistin Elena Carré, Preisträgerin von mehreren internationalen Flöten-Wettbewerben, vorstellte und dann unterhaltsam und locker durch den Abend führte. Zu jeden Stück hatte er eine kleine Geschichte. Manchmal über persönliche Erlebnisse, manchmal über die Biographie der Komponisten oder eben über die Liebe zur Musik.

„Die Musiker haben sich mit fünf, sechs oder sieben Jahren in ihre Instrumente verliebt. Bach, Mozart und Co. sind ihre Arbeitgeber“, sagte Jan Vering über das Orchester. Das begann mit Auszügen aus den „L’Arlésienne Suiten Nr. 1 (1872) und 2 (1879)“ von Georges Bizet. Leicht, teils schwungvoll und imposant wirkte die Suite auf die vielen Zuschauer und erinnerte fast schon etwas an Filmmusik. Nicht ohne Grund, war sie zuerst als Bühnenmusik für ein Theaterstück gedacht.

Als nächstes folgte Carl Reineckes „Konzert für Flöte und Orchester D-Dur Op. 283 (1908)“, bei dem die Philharmonie von der Solistin und Flötistin Elena Carré unterstützt wurde. Das Publikum auf dem Marktplatz überzeugte sie mit ihrer Anmut, dem leichten und gefühlvollen Spiel auf der Flöte. Die Philharmonie Südwestfalen ließ der Solistin Raum, um zu wirken und rückte kurzzeitig in den Hintergrund.

In der zweiten Hälfte spielte das Orchester mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Andante in C Dur KV315 (1778)“ einen Klassiker zusammen mit Elena Carré. Was Mozart für ihn bedeute, fragte Jan Vering den Dirigenten Gudni A. Emilsson. „Energie, Schönheit, Oper. Immer jung, frisch und nie langweilig“, war seine Antwort. Felix Mendelssohn Bartholdys „Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 (1833)“, auch die „Italienische“ genannt, bildete schließlich den Abschluss des Programms.

Mendelssohn Bartholdy sei ein „wunderbar begnadeter Mensch“ gewesen, sagte Jan Vering. „Er erfand den Beruf des Dirigenten, wie wir ihn heute kennen.“ Nach vielen antisemitischen Anfeindungen rehabilitierten Musiker in den 60er und 70er Jahren Felix Mendelssohn Bartholdy. Mit der „Italienischen“ trug die Philharmonie seine berühmteste Sinfonie vor. „Proben ist Pflicht, Konzerte sind Kür“, sagte Jan Vering über den Auftritt der Philharmonie Südwestfalen und entließ schließlich ein begeistertes Publikum.

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Am Sonntag ging das Musikfest mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Pfarrer Hans-Jürgen Uebach, Diakon Gerhard Möller und Pastor Alexander Epp zu Ende.

Der Termin für das nächste Mal steht schon fest: Am 16. Juni 2018 wird es das nächste Musikfest und ein Open-Air-Konzert in Hilchenbach geben.

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