„Vernetzte Welten“

Digitalisierung und Schule: Besser lernen mit Neuen Medien

Die Benutzung Neuer Medien ist an der Gesamtschule Auf dem Schießberg nichts Ungewöhnliches – und wird an Bedeutung gewinnen.

Die Benutzung Neuer Medien ist an der Gesamtschule Auf dem Schießberg nichts Ungewöhnliches – und wird an Bedeutung gewinnen.

Foto: Florian Adam

Geisweid.  Die Konferenz „Vernetzte Welten“ an der Gesamtschule Auf dem Schießberg in Geisweid erörtert Perspektiven zur Digitalisierung im Schulunterricht.

Wie Unterricht im Zeichen der Digitalisierung aussehen muss, denkt Lehrerin Anna Klein vom Ergebnis her. „Schülerinnen und Schüler müssen in der Schulzeit die Kompetenzen erwerben, die sie später brauchen“, sagt die Mitorganisatorin der Konferenz „Vernetzte Welten – Lehrerausbildung im Spannungsfeld Digitalisierung“ an der Gesamtschule Auf dem Schießberg. Fachleute setzten sich dort gestern in Diskussionen und Workshops mit Ansätzen für neue Wege auseinander.

Wünschenswert, sagt Anna Klein, „wäre es, digitale Medien so einzusetzen, dass der Unterricht komplett revolutioniert wird.“ Dieser Einsatz sei aber kein Selbstzweck, sondern solle Kinder und Jugendliche auf das Leben nach der Schule vorbereiten. Nicht nur in Bezug auf die technischen Kompetenzen, sondern auch dergestalt, „dass wir als Schule die Schüler dafür sensibiliseren, wie man sinnvoll mit diesen Medien umgeht“.

An sich klingt das vom Grundsatz her recht banal. Gerade das ist es aber nicht, weil noch sehr viele Fragen offen sind, für die unter anderem auch die Teilnehmer der Konferenz nach Antworten suchen. In den Lehrplänen stehe bisher nur, „dass Neue Medien eingesetzt werden sollen“, sagt Anna Klein. Genauere Regelungen gibt es aber nicht. Und die Bandbreite ist groß. Sie reicht von eher einfachen Stufen wie der Nutzung des Beamers für Referate bis zur Verwendung von 3D-Duckern und Virtual-Reality-Brillen. Was im Unterricht funktioniert – und was nicht – „ist ganz viel ausprobieren, erproben, reflektieren“, betont die Pädagogin.

Noch gibt es kaum Vorgaben. Und damit hätten Schulen noch die Möglichkeit, die Prozesse aktiv und in Eigeninitiative zu gestalten. „Wir sind ein Kollegium im Aufbau“, sagt sie über die noch junge Gesamtschule am Schießberg – der älteste Jahrgang ist in Klasse 7. „Hier sind viele Lehrerinnen und Lehrer, die wirklich Lust haben, etwas zu bewegen und Strukturen zu schaffen.“

Der Weg zum Unterricht mit digitalen Vorzeichen werde von individuellen Einflüssen bestimmt sein – auf beiden Seiten. Lehrkräfte müssten sich fortbilden, um mit Entwicklungen Schritt zu halten. Dies, da ist Anna Klein sicher, hat dabei übrigens nichts mit dem Alter der Kollegen zu tun, sondern damit, wie sie persönlich für das Thema motiviert sind. Für die Kinder und Jugendlichen eröffnen sich mehr Möglichkeiten, sich Stoff zu erschließen. Dank der audiovisuellen Komponenten lassen sich Lerninhalte auf vielerlei Arten und an das jeweilige Lerntempo angepasst vermitteln.

Ebenso bildet der Einbau von Smartphones und Tablets in den Unterricht – und zu Unterrichtszwecken – die heutige Lebensrealität junger Menschen ab, die später auch die Arbeitsrealität bestimmen wird. Dafür müsse sich auch die Kommunikation zwischen Schule, Wirtschaft und Hochschulen verbessern.

Lehrerausbildung müsse diese Entwicklungen künftig deutlich stärker berücksichtigen als bisher, betont Anna Klein. Wie sehr Kolleginnen und Kollegen Neue Medien in ihren Unterricht einzubauen geneigt sind, sei auf jeden Fall auch eine Typfrage. Komplett ohne werde es mittel- bis langfristig aber sicherlich nicht mehr gehen.

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