Wirtschaft

Digitalisierung verändert das Lernen im Beruf

Dr. Julia Behrens (Bertelsmann Stiftung), Daniel Wollny (Betriebsratsvorsitzender, Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG), Phillip Ebach (Leiter Personal und Verwaltung, Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG) und Klaus Fenster (IHK-Geschäftsführer, von links).

Foto: IHK Siegen

Dr. Julia Behrens (Bertelsmann Stiftung), Daniel Wollny (Betriebsratsvorsitzender, Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG), Phillip Ebach (Leiter Personal und Verwaltung, Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG) und Klaus Fenster (IHK-Geschäftsführer, von links). Foto: IHK Siegen

Siegen-Wittgenstein.   Tagung bei der IHK: Wer nur Risiken betont, nimmt Chancen nicht wahr. „Ängste vor ungewisser Zukunft abbauen“

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Die Digitalisierung verändert die Art zu arbeiten und lernen. Das „Lernen“ wird personalisierter, freier verfügbar, vernetzter, spielerischer, stärker von Algorithmen geleitet und kompetenzorientierter.

„Sie können in der heutigen Zeit mit jedem Menschen auf der Welt lernen. Egal, wann und wo. Denken Sie an YouTube“, sagt Dr. Julia Behrens von der Bertelsmann.Stiftung. „Auf dem Weg zu Industrie 4.0: Digitalisierung und berufliche Bildung – lebenslanges Lernen ist entscheidend“, hieß die Veranstaltung, zu der die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) eingeladen hatte- Dr. Julia Behrens rief die Unternehmensvertreter auf, die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen beherzt zu ergreifen: „Wer gebetsmühlenartig nur immer wieder die Risiken betont, wird die gegebenen Chancen nicht optimal erkennen und nutzen.“

Veränderungsprozess braucht Zeit

Wie heimische Industrieunternehmen mit den Herausforderungen in den Themenfeldern Personalentwicklung und berufliche Bildung umgehen, erläuterte beispielhaft Personalleiter Phillip Ebach für das Unternehmen Achenbach Buschhütten. „Wir können nicht lernen wie bisher. Wichtig ist, dass wir das Thema aktiv angehen und die Menschen im Betrieb dabei in den Mittelpunkt stellen.“ Dazu zähle auch verstärktes digitales Lernen. „Hierbei handelt es sich um gemeinsames Lernen, das aus kleinen Häppchen besteht. Dafür wollen wir künftig die Rahmenbedingungen im Unternehmen schaffen.“

Die Prozesse im Unternehmen kämen immer stärker IT-getrieben und vernetzter daher. Hiermit sei innerbetrieblich ein kultureller Wandel verbunden. Phillip Ebach: „Hier trifft eine seit Jahrzehnten eingeübte Industriekultur immer intensiver mit IT-Freaks zusammen, die zuweilen auf vollkommen andere Weise an die Lösung von Problemen ­herangehen.“ Damit alle voneinander profitieren könnten, gehörten tradierte Denk- und Verhaltensweisen auf den Prüfstand. Dies stelle auch neue Herausforderungen an nahezu alle Fach- und vor allem auch Führungskräfte, ergänzte Betriebsratsvorsitzender Daniel Wollny (Achenbach Buschhütten): Das sei ein großer Veränderungsprozess, der Zeit brauche. „Wenn wir in unseren Verhaltensmustern der Vergangenheit verharren, dann werden wir diesen Wandel nicht nachhaltig schaffen“, sagte Wollny. „Wenn wir alle unsere Türen weit öffnen und gemeinsam mit den Beschäftigten die Zukunft gestalten, dann schaffen wir Nachhaltigkeit und bauen gleichzeitig Ängste vor einer noch ungewissen Zukunft ab.“

Qualifikation spielt zentrale Rolle

Qualifikation werde eine zentrale Rolle auf dem Weg hin zu Industrie 4.0 spielen, sagte Betriebsratsvorsitzender Daniel Wollny: „Jedenfalls dann, wenn es keine Verlierer auf diesem Weg geben soll. Und die darf es nicht geben.“ Lernen müsse zugelassen und gefördert werden. Dazu müssten Beschäftigte auch wissen, welche Qualifikationen zukünftig benötigt werden. Es sei daher erforderlich, Beschäftigte konsequent und frühzeitig an allen Veränderungsprozessen im Unternehmen zu beteiligen.

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