Donnernder Applaus für deutsche Premiere von "Ecce Cor Meum"

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Siegen. (mku) "Wir wussten ja, dass er nicht kommt", sagte Harold Krämer, Siegens Beatles-Fan Nr. 1. Wenngleich er im Stillen doch bis zur letzten Sekunde gehofft hatte.

Gleich zwei konzertante Werke Sir Paul McCartneys kamen am Samstag in Siegen zur deutschen Erstaufführung: "A Leaf" von 1995, und "Ecce Cor Meum" (Behold My Heart), das vor einem knappen Jahr in der Royal Albert Hall in London Premiere hatte.

Mit großem Aufwand präsentierten die Philharmonie Südwestfalen, der Philharmonische Chor Siegen, der Chor des Städtischen Musikvereins Hamm und der Knabenchor der Chorakademie Dortmund einen musikalischen Abend der Sonderklasse. Waren Mitte der Woche noch rund 400 Karten zu haben, hatte sich der große Saal der Siegerlandhalle bis zum Beginn zu etwa 95 Prozent gefüllt.

Es sei immer eine sehr angenehme Überraschung, dass jemand seine Musik und seine Person durch eine Aufführung komplimentiere, ließ Sir Paul McCartney durch einen Brief an den Philharmonischen Chor mitteilen, der den Programmheften in Kopie beilag. "I wish you the greatest of evenings and although I will not be able to be there in person, I certainly will be there in spirit", schrieb der Musiker ("Ich wünsche Ihnen den erfolgreichsten Abend, und obwohl ich nicht persönlich dabei sein kann, werde ich sicher im Geiste da sein.") Wenn ja, dürfte der Geist sehr zufrieden gewesen sein.

Überhaupt spielte der "Spririt" eine bedeutende Rolle in der Komposition, die als Auftragsarbeit zum 550. Geburtstag des Magdalen College Oxford entstand. "All You Need Is Love" ist ein klassischer Song der Beatles. In seinem neuen Oratorium bringt McCartney diesen Gedanken zur musikalischen Vollendung. Der allgewaltige Spiritus soll die Menschen zur Liebe führen, denn Liebe ist alles, darum geht es in den vier Teilen des einstündigen Werkes. Wochenlang hatte Dirigent Lothar Rudolf Mayer mit allen Beteiligten geprobt und gearbeitet, mit hörbarem Erfolg. Nur die Sopranistin Cordula Berner hatte erhebliche Probleme, gegen die stimmgewaltige Kulisse anzusingen. "Ich habe auch gedacht, sie könnte ein Mikro brauchen", sagte Harold Krämer. Trotzdem, am Ende gab es donnernden Applaus und eine Zugabe, bevor die Musiker von der Bühne gelassen wurden. Auch für das unaufdringlich melodiöse "Leaf" und Gabriel Faure?s "Pelle?as et Me?lisande", die zum Auftakt des Abends erklangen. An diesem Wochenende übrigens noch einmal. Gestern kamen die Hammer in den Genuss der Aufführung.

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