Gesundheit

DRK-Kinderklinik Siegen wünscht sich onkologische Ambulanz

Die DRK-Kinderklinik auf dem Wellersberg hat die onkologische Station bereits vor Jahren geschlossen.

Foto: Hans Blossey

Die DRK-Kinderklinik auf dem Wellersberg hat die onkologische Station bereits vor Jahren geschlossen. Foto: Hans Blossey

Siegen.   Die DRK-Kinderklinik in Siegen würde krebskranken Kindern und ihren Eltern weite Fahrten nach Gießen gern ersparen. Abhilfe scheitert am Widerstand aus Hessen.

Die DRK-Kinderklinik auf dem Wellersberg wünscht sich eine onkologische Ambulanz, um krebskranken Kindern und ihren Eltern, die im Einzugsgebiet des Krankenhauses leben, weite Fahrten zu ersparen. Das wird derzeit allerdings von hessischer Seite verhindert: Kostenträger und das zuständige Sozialministerium in Hessen sind dagegen, auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) konnte in der Frage bislang nicht vermitteln.

Wie ist die Versorgung onkologisch erkrankter Kinder geregelt?

Aufgrund gesetzlicher Vorgaben wird die Versorgung von Kindern, die an Krebs erkrankt sind, nur noch in wenigen Zentren konzentriert organisiert. Wegen geringer Fallzahlen und zunehmender Knappheit an Fachärzten für Kinderonkologie wurde die Siegener Station schon vor Jahren geschlossen und eine Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Gießen vereinbart, so Arnd Dickel, Pressesprecher der DRK-Kinderklinik.

Nach der Behandlung, etwa durch Chemotherapie, werden die Patienten nach Hause entlassen, die weitere Nachsorge und Diagnostik erfolgt dann ambulant. Regelmäßig sollten die Kinder also von einem Arzt gesehen werden. „Zum Teil können wir das auch hier in Siegen durchführen“, so Arnd Dickel – immerhin sei die Kinderklinik auch Lehrkrankenhaus, bestimmte ambulante Leistungen könnten hier erbracht werden. Das würde Eltern und Kindern den zum Teil weiten Weg nach Gießen ersparen.

„Für eine Blutuntersuchung lohnt sich die aufwändige Strecke nicht“, so Dickel. Die weiten Wege seien sehr belastend, es sei einfach ein Unterschied, ob man 20 Kilometer bis nach Siegen fahre, oder ob sich die Eltern mindestens einen halben Tag frei nehmen müssen, um ins Nachbarbundesland zu fahren.

Wie steht der Kooperationspartner in Gießen zu dem Vorhaben?

Die Kollegen der Uniklinik Gießen begrüßen eine onkologische Ambulanz in Siegen ausdrücklich: „Das gemeinsam entwickelte Konzept ist sogar in Form eines Kooperationsvertrags bereits zu Papier gebracht“, sagt Dr. Gebhard Buchal, Chefarzt der Abteilung Pädiatrie. Man habe bereits gemeinsam die dazu nötige IT-Infrastruktur aufgesetzt, die entsprechenden Räumlichkeiten eingerichtet und auch die hierfür vorgesehenen Fachkräfte stünden bereit.

Woran scheitert es derzeit?

Die Bezirksregierung in Arnsberg und die Krankenkassenvertreter in NRW sehen die Lösung als wünschenswert an, so Stefanie Wied, Geschäftsführerin der Kinderklinik. Damit das Konzept umgesetzt werden kann, muss auch die Uniklinik Gießen bei ihren Verhandlungspartnern Zustimmung finden. „Gründe, warum die Kostenträger in Hessen das Konzept nicht unterstützen, sind für uns leider nicht erkennbar.“ Letztlich sei eine Realisierung abhängig von der Verhandlung zwischen den Vertretern der Krankenkassen und Kliniken.

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