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DRK: „Siegen zählt zu den festen Säulen der Blutversorgung“

Die Siegerländer sind fleißige

Die Siegerländer sind fleißige

Foto: David-Wolfgang Ebener

Siegen/Hagen.   Zum Internationalen Weltblutspendetag: Stephan Jorewitz vom Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes im Interview.

Ein Held sein kann manchmal so einfach sein. Blut spenden gehört zu den Heldentaten, die nahezu jeder erbringen kann, die aber immer seltener erbracht wird. Stephan Jorewitz arbeitet für den Blutspendedienst (BsD) des DRK. Zum internationalen Weltblutspendetag erklärt er im Gespräch mit Fabiana Regino, warum Blutspenden so wichtig sind, wie eine Spende abläuft und wie hoch die Spendebereitschaft ist.

Der Blutspendedienst scheint eine Art „Sonderkommission“ des DRK zu sein. Was sind die Aufgaben?

Stephan Jorewitz: Der Blutspendedienst ist eine Tochtergesellschaft der entsprechenden Landesverbände des DRK. Im Falle des Blutspendedienst West also für Nordrhein-Westfalen zuzüglich Rheinland-Pfalz und das Saarland. Hauptaufgabe ist die Versorgung von Krankenhäusern und Kliniken mit Blutpräparaten. Seit 1951 erfüllen wir den Auftrag der Landesregierung NRW, eine flächendeckende Grundversorgung von Blutprodukten sicherzustellen.

Warum ist Blutspenden so wichtig?

Die Bestandteile, aus denen sich Blut zusammensetzt, sind nur begrenzt haltbar. Daher können keine Lagervorräte angelegt werden, weswegen ein permanenter Bedarf an „frischen“ Blutspenden besteht.

Darf jeder Blut spenden?

Generell darf jeder Mensch zwischen dem 18. und vollendeten 75. Lebensjahr Blut spenden. Für Menschen, die gerne spenden würden, sich aber unsicher sind, ob sie dafür in Frage kommen, bieten wir auf unserer Homepage den „Spendercheck“ an, den jeder Spender anonym durchführen kann. Dabei werden einige kurze Fragen zur Gesundheit und Krankheitsgeschichte gestellt. Die letztendliche Zulassung erteilt aber ein Arzt unmittelbar vor der Spende.

Wie läuft eine Blutspende ab?

Zuerst muss sich der Spender anmelden. Bei der Anmeldung werden die persönlichen Daten erfasst, denn wir müssen jede Spende genau dokumentieren. Einen gültigen Lichtbildausweis muss der Spender also unbedingt mitbringen. Danach werden Körpertemperatur und Blutfarbstoffgehalt festgestellt. Das geschieht durch einen kleinen Pieks in die Fingerkuppe oder ins Ohrläppchen. Außerdem werden Blutdruck und Puls des Spenders gemessen.

Wenn die Werte in Ordnung sind, geht es dann ans Eingemachte?

Ja, wenn der Arzt vor Ort den Spender zulässt, folgt die Blutspende. Dabei werden ungefähr 500 Milliliter Blut entnommen und drei zusätzliche Laborröhrchen, damit die Blutspende direkt im Anschluss in unserem Labor in Hagen untersucht werden kann. Insgesamt dauert die eigentliche Blutentnahme etwa zehn Minuten. Danach sollte der Spender weitere zehn Minuten ruhen, damit der Kreislauf sich an die veränderten Bedingungen gewöhnen kann.

Wie regelmäßig darf man spenden?

Männer dürfen sechs Mal und Frauen vier Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Dabei müssen zwischen zwei Blutspenden aber mindestens 56 Tage liegen.

Wie viele Blutspende-Termine gibt es in Siegen im Jahr?

Es gibt jährlich etwa 350 Termine, sowohl in öffentlichen Einrichtungen als auch in unserem Spendemobil, die wahrgenommen werden können. Der nächste ist heute, von 15 bis 20 Uhr im Siegener St.-Marien-Krankenhaus.

Wie hoch ist denn die Bereitschaft zum Spenden in Siegen?

In dieser Region kommen im Jahr an die 26 000 Blutspenden zusammen. Damit liegen die Siegerländer mit ihrer Spendebeteiligung deutlich über dem Bundesschnitt. Siegen zählt zu den festen Säulen der Blutversorgung. Trotzdem beobachten wir einen bundesweiten Spenderückgang von etwa zehn Prozent, der sich nicht so einfach kompensieren lässt.

Was tut der Blutspendedienst um mehr Aufmerksamkeit für das Thema zu bekommen?

Wir bemühen uns darum, im Alltag wahrgenommen zu werden, ohne dabei zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Diesen Weg behalten wir uns für Notfälle vor. Wir wünschen uns eine Akzeptanz im ganz normalen Alltag.

Wie kann sich der einzelne Bürger engagieren?

Ganz einfach: Blut spenden gehen.

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