Engagement

Ehrenamtswochen in Siegen-Wittgenstein starten

Die Kartons sind Symbole für Hürden, die dem Ehrenamt im Weg stehen. Heiner Giebeler und Andreas Müller (von links) fangen schon mal mit dem Wegräumen an.

Foto: Steffen Schwab

Die Kartons sind Symbole für Hürden, die dem Ehrenamt im Weg stehen. Heiner Giebeler und Andreas Müller (von links) fangen schon mal mit dem Wegräumen an. Foto: Steffen Schwab

Siegen.   Ohne die Freiwilligen würde in der Kinder- und Jugendarbeit wenig laufen. Zwei Aktionswochen zeigen Vielfalt und Unterstützungsmöglichkeiten.

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Rund 600 Vereine und Verbände in Siegen-Wittgenstein machen Jugendarbeit. 2000 Gruppenstunden in der Woche werden durch 150 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit im Jahr ermöglicht. 1679 Ehrenamtliche haben 7000 Kinder und Jugendliche bei 280 Wochenend- und Ferienfreizeiten betreut. „Starkes Ehrenamt“ ist das Thema der beiden Ehrenamtswochen des Kreises, die am Sonntag, 12. November, 16 Uhr, im Foyer des Kreishauses eröffnet werden.

Butrint Krasniqi ist einer der 5573 Ehrenamtlichen bei 253 Trägern der Jugendarbeit — der 28-Jährige begleitet Jugendliche im Dreis-Tiefenbacher k.o.T-Heim bei ihren ersten Schritten ins deutsche Leben. So, wie er damals vor achteinhalb Jahren im Jugendtreff selbst unterstützt wurde, als er aus dem Kosovo eintraf: „Jeder hat einen angesprochen — auf der Straße war das anders.“ Zwei weitere: Niko Krasniqi und Tim-Daniel Linden trainieren seit diesem Sommer die E1-Junioren bei Fortuna Freudenberg. „Tims Mutter muss viel rumkutschieren“, berichtet Niko – die beiden 16-Jährigen müssen mit ihrem eigenen Stundenplan in der Oberstufe klarkommen, und selbst trainieren wollen sie ja auch noch.

Ihr Motiv? Dasselbe was fast alle haben: „Genau denselben Spaß vermitteln, den wir auch hatten“, sagt Tim. So wie Henning Setzer damals beim CVJM — „ich hoffe, dass ihr dieses Feuer weitertragen könnt“, wünscht der heutige Sozialdezernent den Jugendlichen. Oder Anja Hillebrand einst bei den Jugendgruppen und Freizeiten in ihrer Kirchengemeinde. „Das sind ganz prägende Elemente im Leben des jungen Menschen, der sich engagiert“, sagt die Vorsitzende des Kreisjugendrings, der die Aktionswochen gemeinsam mit dem Jugendamt stemmt. Nicht einfach so, sondern aus konkretem Anlass: Der Freiraum, den Menschen für gesellschaftliches Engagement haben, wird kleiner. „Um so wichtiger ist, dass wir das Ehrenamt stärken“, sagt Landrat Andreas Müller.

Das gibt’s schon

Kreisjugendring und Kreis wollen das Ehrenamt unterstützen:

Ausstellung: „Wir wollen zeigen, wie vielseitig das Ehrenamt in der Jugendarbeit ist“, sagt Anja Mertens vom Kreisjugendring. Verbunden damit ist die Forderung nach Freiräumen für das Ehrenamt.

Juleica: In Siegen-Wittgenstein bekommen die Inhaber der Jugendleitercard künftig dieselben Vergünstigungen wie die Inhaber der Ehrenamtskarte.

Sonderurlaub? Ehrensache! Mit dieser Kampagne machen Kreis und Jugendring auf einen längst bestehenden Rechtsanspruch aufmerksam. Acht Tage im Jahr kann sich von der Arbeit freistellen lassen, wer zum Beispiel ehrenamtlich eine Freizeit betreut — das Land zahlt den Lohnausfall. „Es könnten mehr sein“, sagt Heiner Giebeler, Geschäftsführer des Kreisjugendrings, über die Zahl der Sonderurlaubsanträge. Aber auch Butrint Krasniqi zweigt die Zeit lieber vom regulären Urlaub ab und deutet den Grund an: „Den Stress spare ich mir.“

>>>> INFO: Sonntag gibt es die ersten Urkunden fürs Ehrenamt

Fünf Juleica-Inhaber bekommen am Sonntag von Landrat Andreas Müller die ersten Ehrenamtsurkunden überreicht: Die sind beim CVJM, der Jugendfeuerwehr, der evangelischen Jugend, der Sportjugend und in einem kommunalen Kinder- und Jugendbüro aktiv und werden von ihrer Arbeit berichten.

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