Sicherheit

Einbrüche: Polizei Siegen-Wittgenstein kooperiert mit Argewo

Alexander Rychter, Kripo-Chefin Claudia Greve, Marc Hofmann (Argewo-Vorsitzender) und KSG-Geschäftsführer Peter Oeste (von links) wollen gemeinsam gegen Einbrecher vorgehen. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die es Tätern erschweren, in Wohnungen einzudringen.

Foto: Hendrik Schulz

Alexander Rychter, Kripo-Chefin Claudia Greve, Marc Hofmann (Argewo-Vorsitzender) und KSG-Geschäftsführer Peter Oeste (von links) wollen gemeinsam gegen Einbrecher vorgehen. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die es Tätern erschweren, in Wohnungen einzudringen. Foto: Hendrik Schulz

Siegen-Wittgenstein.   Prävention sei der beste Opferschutz: Siegerländer Wohnungswirtschaft will es Einbrechern zusammen mit der Polizei schwerer machen.

Jedes dritte Opfer lebt nach einem Einbruch nicht mehr gern in der eigenen Wohnung. „Ein unhaltbarer Zustand“, sagt Claudia Greve, Leiterin der Kriminalpolizei Siegen-Wittgenstein. Ihrer Behörde sei es im ersten Halbjahr 2017 gelungen, die Zahl der Einbrüche im Kreisgebiet um 40 Prozent zu senken. Um weiter gegen die Täter vorzugehen und Bürger stärker zu sensibilisieren, hat die Behörde einen Kooperationsvertrag mit der Argewo, (Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen im Siegerland) geschlossen.

Was ist die Argewo?
In der Argewo sind zwölf Wohnungsunternehmen organisiert, neun aus Siegen-Wittgenstein, je eines aus Olpe und dem Oberbergischen Kreis sowie die überregional tätige LEG. Mit 8000 Objekten in Siegen-Wittgenstein ist die Argewo nach eigenen Angaben der wichtigste Anbieter von Mietwohnraum in der Region mit einer Mieterschaft vom „Flüchtling bis zum Bürgermeister“, wie Argewo-Vorsitzender Marc Hofmann sagt. Ein Schwerpunkt der Wohnungsunternehmen habe in den vergangenen Jahren im Neubau und der Modernisierung oder Aufwertung des Bestands gelegen.

Welche Maßnahmen sind geplant?
Zwar liege die Siegen-Wittgensteiner Polizei mit einer Aufklärungsquote von 35 Prozent NRW-weit auf einem Spitzenplatz, sagt Claudia Greve – aber durch mehr Prävention könne die Lage noch sicherer werden. „Jede Sicherung kostet den Täter Zeit“, sagt die Polizeichefin – damit steige das Risiko, entdeckt zu werden. Folge: Der Einbrecher bricht die Tat ab.

„Mehr als die Hälfte der Taten im Kreis blieb im Versuch stecken“, so Greve – das zeige, dass sich die Präventionsarbeit der Polizei auszahle. Im laufenden Jahr berieten die Experten rund 500 Bürger, die meisten der empfohlenen Maßnahmen wurden umgesetzt. Durch die Kooperation mit den Wohnungsunternehmen erhofft sich die Kreispolizei, noch mehr Menschen zu erreichen. „Wir kennen die Arbeitsweisen der Täter.“

„Der Kontrollverlust, das Eindringen fremder Personen in die Intimsphäre ist in den meisten Fällen schlimmer als der materielle Schaden“, sagt Marc Hofmann. Das bestätigt Claudia Greve: 90 Prozent der Betroffenen lebten nach einem Einbruch in Angst, 40 Prozent würden von Albträumen geplagt.


Welche Maßnahmen helfen gegen Einbrecher? Die Wohnungsunternehmen würden bereits zu diversen baulichen und technischen Maßnahmen greifen, sagt Marc Hofmann. Siehe hier:

Wer bezahlt das?
„Die Einbruchszahlen sind auch für uns als Wohnungswirtschaft ein Problem“, sagt Alexander Rychter, Direktor des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland-Westfalen. Häufig ziehen Mieter nach Einbrüchen aus – ein Schaden für das Wohnungsunternehmen. Bleibt es aber beim Einbruchsversuch, stelle sich erst recht das Sicherheitsgefühl ein: In meine Wohnung ist der Täter nicht hineingekommen.

Entsprechend achte die Branche darauf, bei Neubauten und Sanierungen den Sicherheitsaspekt gebührend zu berücksichtigen, es gebe Förderprogramme von Bund und Land, bei turnusmäßigen Nachbesserungen seien häufig einbruchsichere Einbauten auf Wunsch möglich.

Weil viele Maßnahmen sowohl in Sachen Einbruchsicherheit als auch energetisch wirksam seien, gehe mit einem Einbau oft eine Reduzierung der Nebenkosten einher, so Marc Hofmann. „Ja, das kann kosten – aber es bringt auch etwas“, so Alexander Rychter.

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