Universität und Wissen

Eine Nacht schafft Wissen

Volles Haus im Dienste der Wissenschaft? Die Wissensnacht-Macher hoffen auf ähnlich großen Zuspruch wie im vergangenen Jah   

Volles Haus im Dienste der Wissenschaft? Die Wissensnacht-Macher hoffen auf ähnlich großen Zuspruch wie im vergangenen Jah   

Foto: Uni Siegen

Siegen.   Die Universität Siegen will Zuhörer in der Martinikirche staunen lassen, unter anderem zur Geschichte des Computers, Krebstherapie und 3D-Drucker.

Wie ist der erste moderne Computer der Welt entstanden? Und was hat es mit Graphen auf sich, dem dünnsten Material der Welt? Das sind nur zwei der vielen Fragen, um die es bei der Nacht der Wissenschaft Siegen am Freitag, 15. Juni, geht. Zwischen 18.30 Uhr und Mitternacht stellen Wissenschaftler der Uni Siegen und externe Gäste in der Martinikirche ihre Forschungsthemen vor.

Organisatoren

„Wir möchten den Menschen zeigen, dass mit ihren Steuergeldern tolle Forschung finanziert wird, die alltagsrelevant ist und der Gesellschaft zu Gute kommt“, sagt Mitorganisator Benedikt Schmitz.

„Wir sitzen nicht im Elfenbeinturm, sondern gehören zur Stadt dazu. Deshalb veranstalten wir jedes Jahr die Siegener ‚Nacht der Wissenschaft‘“, ergänzt sein Kollege Daniel Busch. Bereits zum vierten Mal findet die Veranstaltung statt.

Das Team hofft auch diesmal auf ein volles Kirchenschiff. „Wie im letzten Jahr, da war richtig viel los – zeitweise haben die Besucher sogar oben in der Loge gesessen und die Vorträge verfolgt“, sagen die Studenten. Mitarbeiter des Campusradios „Radius 92.1“ moderieren die Nacht der Wissenschaft, ein studentischen Team der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität Siegen organisiert sie.

Vorträge

Der prominenteste Gast ist Horst Zuse, Informatiker und Sohn von Konrad Zuse, dem Erfinder des ersten modernen Computers der Welt. Im Jahr 2010 baute Horst Zuse die Rechenmaschine „Z3“ seines Vaters in Originalgröße nach, sie steht heute im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Bei der Nacht der Wissenschaft wird Zuse über die Geschichte des Computers sprechen – und damit gleichzeitig auch ein Stück Familiengeschichte erzählen.

Prof. Dr. Carsten Busse von der Uni Siegen gibt einen Einblick in die besonderen physikalischen Eigenschaften des Wundermaterials Graphen, das in Zukunft in vielen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen könnte.

Um Möglichkeiten zur Hochwasservorhersage am Rhein geht es bei Prof. Dr. Paolo Reggiani vom Siegener Lehrstuhl für Wasserwirtschaft. Er stellt ein Frühwarnsystem vor, mit dem sich Überflutungsrisiken präzise einschätzen lassen.

Ein weiterer Beitrag befasst sich mit einem neuen Ansatz in der Krebstherapie: Personalisierte Chemo-Therapien sind bisher sehr aufwändig und teuer. Mithilfe moderner Detektoren und Technologien aus Physik, Chemie und Radiologie könnten sie künftig für alle Patienten erschwinglich werden.

Auch das Team der Universitätsbibliothek ist bei der Nacht der Wissenschaft dabei: Die Mitarbeiter erklären, welche Angebote es in der Universitätsbibliothek für Bürgerinnen und Bürger aus der Region gibt – und was die Bibliothek unternimmt, um wissenschaftliche Literatur allen Menschen zugänglich zu machen.

Und sonst?

In den Pausen zwischen den Vorträgen gibt es in der Kirche ein umfangreiches Rahmenprogramm. Am Stand der Experimentierwerkstatt FabLab können sich die Besucher beispielsweise ansehen, wie ein 3-D-Drucker funktioniert. Mitglieder des Hackspace Siegen erklären, wie sich persönliche Daten auf dem Smartphone sicher schützen lassen.

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