Bahnhof

Einigung über Renovierung des Siegener Bahnhofs in Sicht

Das Bahnhofsgebäude in Siegen soll denkmalgerechte Fenster und einen neuen Anstrich erhalten. Nach diversen Verhandlungen sind Stadt und Deutsche Bahn sich einig. Der Zeitrahmen ist aber noch nicht klar.

Das Bahnhofsgebäude in Siegen soll denkmalgerechte Fenster und einen neuen Anstrich erhalten. Nach diversen Verhandlungen sind Stadt und Deutsche Bahn sich einig. Der Zeitrahmen ist aber noch nicht klar.

Foto: Florian Adam

Siegen.   Das Bahnhofsgebäude in Siegen soll seine charakteristische Optik behalten – und aufgewertet werden. Endlich zeichnet sich eine Lösung ab.

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Das Bahnhofsgebäude wird seine charakteristische Optik voraussichtlich behalten – und aufgewertet. Wie Stadtbaurat Michael Stojan sagt, hätten die neuen Mieter Bereitschaft signalisiert, den Einbau denkmalgerechter Fenster zu finanzieren. Außerdem werde die Stadt bei den Planungen für Fassadenanstrich und Gestaltung der Werbeanlagen eingebunden. Stojan: „Ich bin relativ optimistisch, dass wir es so hinkriegen, wie wir es uns seitens der Stadt gewünscht haben.“

Grundsätzliches

Besitzerin des Gebäudes ist die Deutsche Bahn. In der Siegener Politik und der Bevölkerung wird die Forderung nach einer Renovierung und Verschönerung des Gebäudes seit Jahren regelmäßig laut. Die Bahn hielt sich bei dem Thema aber immer recht bedeckt. Auf eine Neugestaltung des für diesen Bereich stadtbildprägenden Gebäudes hatten sich Eigentümerin und Stadt zwar vor rund zwei Jahren grundsätzlich geeinigt. Das „Wie“ war aber lange nicht geklärt.

Positionen

Die Bahn hatte damals dem Vernehmen nach Pläne vorgelegt, nach denen die Fassade ihrer Details verlustig gegangen wäre. Für das Erdgeschoss waren moderne Fenster vorgesehen, der Anstrich sollte im unteren Teil grau und im oberen weiß werden. Die Stadt hätte für die Realisierung dieser Ideen rund 500 000 Euro bezahlen sollen.

Die Stadt hatte eine Alternative konzipiert, in der die Besonderheiten des Gebäudes erhalten und Fenster nach historischem Vorbild eingesetzt werden sollten. Ein Kostenvorschlag, erarbeitet von städtischen Fachleuten, lief laut Stojan auf rund 120 000 Euro hinaus. Diese Variante würde also nicht nur optisch weit mehr den Vorstellungen der Stadt entsprechen: Sie wäre auch deutlich günstiger.

Lösung

Eine Lösung zeichnet sich ab, weil die neuen Mieter – neben der Restaurantkette Kentucky Fried Chicken (KFC) ist nun von der vor allem in Großstädten verbreiteten Supermarkt-Kette Rewe To Go die Rede – die Finanzierung der Erdgeschossfenster in Aussicht gestellt haben. Das Bahnhofsgebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz, die Verwendung denkmalgerechter Fenster sei aber dennoch erstrebenswert, betont der Stadtbaurat. Als prägendes optisches Element beeinflussen Fenster wesentlich die Anmutung eines Gebäudes. Nutzen für die Mieter: Eine Aufwertung des Standorts.

Bedeutung

Stil und Charakter des Bahnhofsgebäudes haben bei den Siegenern viele Fans. Das wurde deutlich, als das Bauunternehmen Runkel Pläne zum Abriss vorstellte und auf dem Grundstück ein mehrstöckiges, modernes Objekt mit Büro- und Geschäftsräumen errichten wollte. Als sich Protest gegen dieses Vorhaben regte, zog das Unternehmen Ende des Jahres 2012 das Projekt zurück – mit Verweis auf mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung. „Die Siegener haben Interesse an diesem Gebäude“, sagt Stojan. „Und das zu Recht!“

Nutzung

Die Räume von McDonald’s stehen seit zweieinhalb Jahren leer. Das Fastfood-Restaurant hatte zum letzten Mal regulär in der Nacht zum 1. Januar 2014 geöffnet und bis Ende des darauffolgenden Junis noch an zwei Tagen pro Woche. Aussichtsreiche Verhandlungen mit einem möglichen Nachmieter führte die Bahn nach eigenen Angaben bereits wenige Monate später. Dieser hätte, so die damalige Prognose der Bahn, im Jahr 2015 den Betrieb starten können. Das geschah allerdings nicht. Im Februar 2016 kündigte dann KFC an, mit einer Filiale in die Räume einzuziehen. Daraufhin begannen zwar Umbauarbeiten, irgendwann ging es aber zumindest nicht mehr sichtbar weiter. Die ursprünglich für Herbst 2016 avisierte Eröffnung fand nicht statt. Laut Michael Stojan geht die Stadt aktuell von einer Eröffnung im Frühjahr aus.

Potenziale

Dass die Bahn im Zuge der Modernisierungsoffensive 2 (MOF 2) für mehr als 13 Millionen Euro Bahnsteige und Infrastruktur der Verkehrsstation mit einem Schwerpunkt auf Barrierefreiheit umbaut, hat mit dem Empfangsgebäude nichts zu tun. Diese Immobilie ist in der MOF 2 nicht inbegriffen. Dabei sieht Stadtbaurat Stojan große Potenziale in dem Objekt. Beispielsweise ließe sich nach seiner Einschätzung mit relativ geringem Aufwand der Haupteingang deutlich schöner gestalten.

>>INFO: Eigene Entscheidungen

Die Bahn hat auf eigenem Gelände Baurecht. Damit kann sie viele Entscheidungen treffen, ohne Genehmigungen der Kommune einholen zu müssen – auch wenn Abstimmungen üblich sind.

Für den Abschluss der Arbeiten an den Bahnsteigen steht nach wie vor Mai 2017 im Raum.

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