Studie

Einzelhandel: Wilnsdorfer Zentrum für Besucher attraktiv

Der Wilnsdorfer Ortskern mit den Geschäften rund um das Rathaus: Einwohner und Besucher von außerhalb der Gemeinde sind zufrieden mit dem Angebot und der Attraktivität.

Der Wilnsdorfer Ortskern mit den Geschäften rund um das Rathaus: Einwohner und Besucher von außerhalb der Gemeinde sind zufrieden mit dem Angebot und der Attraktivität.

Foto: Hans Blossey

Wilnsdorf.   Die IHK-Studie „Zentrumsmonitor“ bescheinigt dem Wilnsdorfer Ortskern, dass die Besucher in Sachen Einzelhandel und Attraktivität zufrieden sind.

Das Zentrum steht in allen Bereichen überdurchschnittlich gut da. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen hat die Ergebnisse des Zentrumsmonitors (siehe Infobox) für die Gemeinde Wilnsdorf vorgestellt, „egal, welchen Aspekt Sie nehmen – Wilnsdorf liegt immer über dem Mittelwert“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. Nicht auffällig darüber, aber darüber. „Ein richtig gutes Ergebnis.“

Die Werte

Einheimische und Auswärtige („Passanten“) sind zufrieden mit dem, was sie in Wilnsdorf vorfinden. Auffällig häufig haben sie Arztbesuche als Besuchsgrund (37,4 Prozent) angegeben, mit 2,83 der zweithöchste Durchschnittswert im Gesamtvergleich aller Kommunen. „Das sollten sie perspektivisch pflegen, das Thema Gesundheit wird sehr hoch bewertet“, so Gräbener. Einkaufen ist für 65,7 Prozent der Einwohner und 56,3 Prozent der Passanten aber der wichtigste Besuchsgrund.

Die gesamte Attraktivität des Zentrums wird in Wilnsdorf ebenfalls überdurchschnittlich gut bewertet. In Sachen Barrierefreiheit als einem wichtigen Aspekt erreicht die Gemeinde mit 3,54 den dritthöchsten Wert in Siegen-Wittgenstein und Olpe. Mit dem Angebot – Handel, Freizeit und Kultur, Gastronomie usw. – sind die Besucher ebenfalls weithin zufrieden, beim generellen Warenangebot erreicht das Zentrum den Spitzenwert von 3,82 (Durchschnitt: 3,32). Die Besucher sind verhältnismäßig loyal und würden das Zentrum auch weiterempfehlen – die Befragten stimmen in hohem Maße der Frage zu, ob sie hier alles bekommen, was sie benötigen.

Beim Warenangebot punktet Wilnsdorf mit Apotheken, Optikern und Hörakustikern (75,5 Prozent), Drogeriewaren (79,7), Lebensmitteln (80,6), regionalen Produkten (74,8) und Bank- und Versicherungsgeschäften (75,9).

Die Ursachen

Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe Wilnsdorf seit dem Jahr 1980 einen Zuwachs von 111 Prozent erlebt, so Gräbener – so viel wie sonst keine Kommune im IHK-Bezirk (mit Ausnahme von Burbach). Die Nähe zur Autobahn sei ein „Riesenplus“ und von hoher Attraktivität für die Ansiedlung von Unternehmen. Das sei ursächlich für die große Zahl an Arbeitsplätzen in der Gemeinde – weil es genug Gewerbeflächen gebe, und weil die Gemeinde Voraussetzungen als attraktiven Wohnort für die Arbeitnehmer geschaffen habe. Gräbener appellierte bei dieser Gelegenheit an die anwesenden Kommunalpolitiker, der Gewerbeflächenentwicklung in Zukunft weiter hohen Stellenwert beizumessen: „Hier haben Sie dicke Pfunde.“

7400 Euro betrage die einzelhandelsrelevante Kaufkraft pro Kopf, gut 4000 Euro davon blieben in der Gemeinde, eine Kaufkraftbindung von 54 Prozent. „Das ist nicht überragend, aber auch nicht schlecht“, so Gräbeners Fazit.

Die Rückschlüsse

„Wo Handel, Werbegemeinschaften aktiv sind und die Verwaltung das aufnimmt, beide an einem Strick ziehen, ist die Kommune erfolgreich“, betont Gräbener. Innenstädte lebten von einem attraktiven Gesamtangebot von Kultur, Geschäften, Gesundheitsangeboten. „Sie haben einiges, da können sie stolz drauf sein“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Welche Rückschlüsse die Gemeinde aus der Studie ziehe, müsse sie selbst erarbeiten, so Gräbener. Es bringe nichts, sich an anderen Kommunen zu orientieren, weil jedes Zentrum individuellen Voraussetzungen und Bedingungen unterliege.

„Wo Kompetenz in der Beratung nötig ist, kann man punkten“, sagt Sparkassenvorstand Günter Zimmermann. Biete das Internet einfache, transparente Abläufe, komme man nicht dagegen an.

Die Ergebnisse zeigten, dass Wilnsdorf eine gute Basis habe, die es zu erhalten und auszubauen gelte, so Bürgermeisterin Christa Schuppler. Mit den Händlern sei man in gutem Austausch, biete wo möglich Unterstützung. „Wir haben noch Luft nach oben und wollen der Händlerschaft als Triebfeder die Möglichkeit geben, das zu nutzen.“

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