Apollo

Elf Jahre großes Theater in Siegen

Dr. Henrich Schleifenbaum, Steffen Mues, Lukas Hahn, Magnus Reitschuster (von links)

Foto: Wolfgang Leipold

Dr. Henrich Schleifenbaum, Steffen Mues, Lukas Hahn, Magnus Reitschuster (von links) Foto: Wolfgang Leipold

Siegen.   Neues Spielzeitbuch bietet Bewährtes und viel Neues. Magnus Reitschuster und sein Team wollen verstärkt auch ein jüngeres Publikum ansprechen.

Für Dr. Henrich Schleifenbaum, den Vorsitzenden des Trägervereins Apollo-Theater, ist die Vorstellung des Apollo-Programms auch mit einer Prise Wehmut verbunden. Denn es ist das letzte Mal, dass er bei der Präsentation eines neuen Spielzeitbuchs dabei ist. Seine Amtszeit endet nämlich im Juni 2018. Doch Henrich Schleifenbaum, der dieses wichtige Amt nach dem Tod des damaligen Amtsinhabers Walter Schwerdfeger übernommen hatte, ist sich sicher: „Auch die neue Spielzeit im Nach-Biennale Jahr verspricht vieles.“

Davon ist auch Steffen Mues, Siegens kulturbegeisterter Bürgermeister überzeugt: „Jedes Jahr freue ich mich auf das neue Spielzeitbuch, denn es macht viel her. Eine spannende Lektüre für das bevorstehende verregnete Wochenende.“ In den zehn Jahren seines Bestehens habe das Apollo-Theater mit seinen Veranstaltungen und vier Biennalen fast eine Million Besucher angezogen und eine Ausstrahlung in die gesamte Republik erreicht: „Danke für zehn Jahre Theaterglück.“

Apollo-Intendant Magnus Reitschuster blickt zufrieden zurück: „Ich habe noch nie so viel gedankt wie in diesem Jahr. Wir haben viel Glück mit unserem Team, das für das Funktionieren des Theaters sorgt.“ Ihm ist wichtig, dass mit dem neuen Programm und dem Start der drei JAp-Reihen unter der Verantwortung des aus Hagen gekommenen Werner Hahn verstärkt die unter 18-Jährigen angesprochen werden sollen. Dafür steht rein optisch schon das Spielzeitbuch-Titelbild, eine Szene aus „Breakin’ Mozart – Klassik meets Breakdance“. Und natürlich das Eröffnungsstück am 1. September: „Tschick“, die Bühnenversion des Romans von Wolfgang Herrndorf. Reitschuster: „Wir hatten Glück, dass das Deutsche Theater Berlin schon eine Woche vorher Saisonstart hat.“

Jugend

Zum Theaterstart haben sich die Apollo-Verantwortlichen etwas Besonderes einfallen lassen: Die Aktion „Wir suchen die Apollo-Kinder“ in Zusammenarbeit mit Radio Siegen. Gemeint sind Kinder, die vor genau zehn Jahren bei der Theatereröffnung des Apollos dabei waren – als Zuschauer oder als Bühnenakteur. 17 inzwischen Erwachsene haben sich gemeldet, darunter Lukas Hahn, 22-jähriger Lehramtsstudent für Deutsch und Sozialwissenschaft an der Uni Siegen. Michael Blume, sein damaliger Klassenlehrer an der Gesamtschule Kreuztal, hatte ihn gefragt, ob er bei „Die verzauberten Brüder“, dem damaligen Eröffnungsstück, mitmachen wollte. Und ob Lukas wollte! Zu den knapp 20 Auftritten bei den „Verzauberten Brüdern“ kamen im Laufe der Jahre noch andere hinzu: Als Mitglied der Vokalklasse der Kreuztaler Gesamtschule unter anderem bei einem Konzert des Siegerländer Vorzeige-Musikers Dieter Falk. Lukas Hahn: „Diese Zeit hat mich geprägt.“ Übrigens: Die 17 ehemaligen Apollo-Kinder sind bei der „Tschick“-Vorstellung als Ehrengäste dabei.

Gastspiele

Magnus Reitschuster verspricht auch für 2017/18 „ein anspruchsvolles Programm mit Haltung und Unterhaltung“. Dazu gehören die Gastspiele führender deutscher Theaterhäuser wie etwa des Schauspielhauses Bochum mit gleich drei Stücken und des Schauspiels Frankfurt, das mit „Alle meine Söhne“ von Arthur Miller auf die Siegener Theaterbretter kommt. Und auch eine Eigenproduktion ist dabei: „Der kleine Prinz“, in einer Bühnenfassung für Erwachsene von Magnus Reitschuster mit dem schon durch „Ziemlich beste Freunde“ bekannten und bewährten Apollo-Team.

Musik

Einen markanten Platz nimmt wie in jedem Jahr das musikalische Programm ein: Die beiden Festkonzerte zum 60. Geburtstag der Philharmonie Südwestfalen, deren Weihnachtskonzerte mit der Schauspielerin Esther Schweins und, alle Jahre wieder, die beliebten Ausflüge in die Filmmusik. Diesmal mit dem Titel „Unendliche Welten“. Die vielen Freunde der Philharmonie und ihres Dirigenten Charles Olivieri-Munroe werden sich den 4. Mai dick ankreuzen: Denn mit Werken von Edward Elgar, Gustav Mahler und Igor Strawinsky verabschiedet sich der Chefdirigent von seinen Musikern und dem Publikum nach sieben Siegen-Wittgensteiner Jahren. Auch die Apollo-Vokal-Reihe hat im bevorstehenden Programm einen prominenten Raum: A-cappella-Formationen aus Fern und ganz Nah und am 11. Dezember eine vorweihnachtliche Bescherung der besonderen Art: Guildo Horn & Die Orthopädischen Strümpfe. Ihr Programm: Schlager unser.

>>>>INFO

Das neue Spielzeitbuch umfasst 154 Seiten und hat eine Auflage von 17 000.

Die Texte sind von Jan Vering, stellvertretender Apollo-Intendant, und Werner Hahn, Leiter Junges Apollo/JAp. Bürgermeister Steffen Mues: „Es ist die kulturelle Visitenkarte der Stadt.“


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