Eröffnungsfeier

Eröffnung von „Schelder Glücksgriff“ in Niederschelden

Die Gesichter des Secondhand-Ladens in Niederschelden:  Dagmar Dittmar, Kevin Daniel, Vera Müller, Simone Geppert, Kirsten Wagner-Sasse, Margitta Franz und Nicole Oberländer (von links). Menschen mit Assistenzbedarf soll hier beim Weg in den ersten Arbeitsmarkt geholfen werden.

Foto: Flemming Krause

Die Gesichter des Secondhand-Ladens in Niederschelden: Dagmar Dittmar, Kevin Daniel, Vera Müller, Simone Geppert, Kirsten Wagner-Sasse, Margitta Franz und Nicole Oberländer (von links). Menschen mit Assistenzbedarf soll hier beim Weg in den ersten Arbeitsmarkt geholfen werden. Foto: Flemming Krause

Niederschelden.   Im Secondhand-Geschäft geht es um Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und Inklusion: Das Sozialwerk hilft bei der Qualifizierung.

Was Kunden in einem Secondhand-Laden vorfinden, ist weitgehend bekannt: gebrauchte, günstige Ware – von der Kleidung über Bücher bis hin zum Porzellan. Gebrauchsgegenstände, die sonst in der Tonne landen würden. Doch für Dagmar Dittmar steckt mehr dahinter – eben nicht nur das Schnäppchen. Wörter wie Erlebnis, Glück, umweltfreundlich und nachhaltig gehen der Betriebsleiterin von INTZeit-Arbeit, einer Tochtergesellschaft des Sozialwerks St. Georg, bei der Eröffnung von „Schelder Glücksgriff“ an der Siegtalstraße in Niederschelden über die Lippen. Und: „Jeder sollte in seinem Leben ein Mal Secondhand geschnuppert haben.“

Zweiter Laden in Geisweid

Es ist das zweite Gebrauchtwaren-Geschäft, das INTZeit-Arbeit in Siegen eröffnet hat – das andere steht in Geisweid. Das Besondere an dem neuen Laden mitten im Zentrum von Niederschelden: Dort arbeiten nicht nur eine Vollzeit- sowie zwei Halbstagskräfte und ein Azubi, sondern auch vier Menschen mit Assistenzbedarf, so die Fachterminologie. Sie leiden unter Depressions- oder Suchterkrankungen und bekommen mit Unterstützung des Sozialwerks die Chance, den ersten, großen Schritt in den Arbeitsmarkt zu gehen. „Sie machen eine ganz normale Ausbildung, allerdings können sie hier ohne Hektik und Stress ihrer Arbeit nachgehen“, betont Dittmar und ergänzt: „Wir nehmen uns Zeit für diese Menschen und helfen ihnen bei Vermittlungen oder späteren Bewerbungen.“

Auch wenn die Eröffnungsfeier erst jetzt stattfand, hat der Laden bereits seit Anfang Mai geöffnet. Damals, erinnert sich die Betriebsleiterin, habe man ganz provisorisch mit wenigen Artikeln – der Secondhand-Laden lebt ausschließlich von gespendeten Waren – angefangen und die Kleider, Spielzeuge und andere Spenden vorne platziert – „und mit der Zeit haben wir uns nach hinten gearbeitet“.

Dass der Gebrauchtwaren-Handel von vielen Niederscheldern, und eben nicht nur jenen mit sehr wenig Geld in der Tasche, aufgesucht wird, davon ist Dagmar Dittmar überzeugt – auch, weil die Kundschaft das neue Angebot in den letzten Wochen bereits vielfach wahr- und angenommen hat. Ein Schlüssel zum Erfolg: Die Verkäufer stellen die abgegebenen Waren nicht einfach unbeachtet in die Regale, „sondern wir sind zum Beispiel da, um die Kleider zu waschen und zu bügeln“, so Dittmar.

Glückwünsche aus dem Rathaus

Zur offiziellen Eröffnung gratulierte dann auch Siegens zweite stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Flohren: „Sie werden gemeinsam dafür Sorge tragen, dass Menschen mit einem Assistenzbedarf ein erfüllendes Arbeitsleben bekommen können.“ Darüber hinaus würdigte sie den Gedanken der Nachhaltigkeit. „Es gibt so viele Waren, die noch völlig in Ordnung und nicht sofort weggeschmissen werden müssen.“ Holger Gierth, Geschäftsführer von INTZeit-Arbeit, ergänzte: „Wir erleben hier eine Win-Win-Situation und gelebte Inklusion. Es ist ganz toll, welche Leistungen in dieser kurzen Zeit bereits geschaffen wurden.“

>>>> INFO: INTZeit betreibt weitere Einrichtungen

Die Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr. Infos: 0271/31 38 94 33.

INTZeit-Arbeit betreibt zudem zwei kleine Dorfläden in Bad Berleburg sowie einen Kiosk am Kreuztaler Bahnhof.

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