Veranstaltung

Erste Siegener Kinder- und Jugendbuchbiennale startet

Auf den langen Tischen sind viele Kinderbücher aufgestellt: Die Schüler der Montessorischule Siegen bekommen dort die Möglichkeit, in die ausgestellten Werke reinzuschnuppern.

Auf den langen Tischen sind viele Kinderbücher aufgestellt: Die Schüler der Montessorischule Siegen bekommen dort die Möglichkeit, in die ausgestellten Werke reinzuschnuppern.

Foto: Laura Handke

Siegen.   Studenten der Uni Siegen führen die Schüler in der Stadtbibliothek durch eine interaktive Ausstellung – mit rund 100 Werken.

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Siegener Schüler bekommen nun „den Schlüssel zu anderen Welten“, sagt Pfarrerin Silke van Doorn vom evangelischen Kirchenkreis bei der Eröffnung der ersten Siegener Kinder- und Jugendbuchbiennale. „Wir schreiben mit dieser Veranstaltung ein neues Kapitel in unserer Stadtgeschichte“, sagt Bürgermeister und Schirmherr Steffen Mues.

Insgesamt zwei Wochen können Kinder und Jugendliche aus Siegener Schulen nun in der Stadtbibliothek in die Welt der Bücher eintauchen, schmökern, rätseln und spielen.

Die Idee

Die Biennale ist eine gemeinsame Aktion der Stadt und der Uni Siegen – die Idee dazu hatten Dr. Jana Mikota von der Uni und Sylvia Gladrow, Leiterin der Stadtbibliothek. „Es gibt so viele tolle Kinder- und Jugendbücher“, sagt Jana Mikota. „Die können nicht ungelesen und unentdeckt bleiben.“ Unter dem Motto „Lesewelten eröffnen“ möchten sie gemeinsam bei jungen Menschen die Leselust wecken und sie für Literatur begeistern.

Dafür haben sich auch die Studierenden der Uni Siegen stark gemacht: In zwei Seminaren von Jana Mikota haben sie ihre „Top 100 Neuerscheinungen“ ausgewählt, die sie nun bei der Biennale vorstellen und daraus vorlesen.

„Insgesamt sind wir rund 120 Studenten, die sich beteiligen“, sagt Sophie Sistermann, die im fünften Semester Grundschullehramt studiert. „Jeder konnte ein Buch auswählen, dass er dann bei einer Führung vorstellt. Es ist eine tolle Chance praktisch mit Kindern zu arbeiten.“

Die Ausstellung

Die Studierenden führen die Schüler in kleinen Gruppen durch die Ausstellung, setzen persönliche Akzente und zeigen, was man in der interaktiven Ausstellung alles mit Büchern machen kann. „Schulklassen können außerdem an einem Quiz teilnehmen und Buchpakete für ihre Schulbibliothek gewinnen“, sagt Jana Mikota.

Im Lesecafé der Stadtbibliothek gibt es Bilder- und Kinderbücher. Bunte Poster, Pinnwände mit kleinen Zetteln zum Beschriften und kleine Aktionen zum Ausprobieren haben sich die Studenten für die Biennale überlegt.

So können sich die Schüler zum Beispiel auf einen Stuhl setzen, über dem ein Duschkopf befestigt ist: „Die warme Dusche“. Setzt man sich drauf, regnet es Komplimente. „Du bist total nett“, sagt Maya Sophie Hess von der Montessorischule zu einer ihrer Mitschülerinnen.

Danach schauen sie sich andere Stationen und Bücher an: „Ich lese mindestens drei Stunden am Tag. Ich liebe Lesen“, sagt die Siebenjährige. Am liebsten liest sie Bücher von Bibi und Tina, aber auch in der Ausstellungen gibt es „coole Bücher“, die sie interessieren.

Hinten in der Bibliothek ist die Austellung mit Literatur für die Jugendlichen aufgebaut. „Sie ist gekennzeichnet durch einen bunten Mix an Themen, einen richtigen Schwerpunkt gibt es nicht“, sagt Sylvia Gladrow. Auch hier stellen Studenten den etwas älteren Schülern Bücher vor, die sie selbst ausgewählt haben.

Die Autoren

Die Biennale wird von mehreren Lesungen begleitet: Autorin Nina Weger, Rüdiger Bertram und Juma Kliebenstein besuchen Schulen und lesen dort vor.

Autorin Jutta Richter hat die Veranstaltung mit einer Lesung in der Nikolaikirche eröffnet – wie die Biennale ist es auch für sie eine Premiere, sagt sie. Denn sie liest aus ihrem neuen Buch „Frau Wolle und die verlorene Zeit“. „Bisher hat noch niemand etwas daraus gehört.“

Am Ende sind die Kinder begeistert, wollen wissen wie es weitergeht – sie müssen sich allerdings noch gedulden. Das Buch erscheint erst im Herbst. „Genug Zeit und andere Möglichkeiten zum Schmökern haben die Schüler ja jetzt erstmal.“

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