Beratung und Praxis

Erster E-Bike-Kurs für Senioren in Kreuztal

Beratung und Praxis: Am Samstag haben die Teilnehmer des ersten E-Bike-Kurses in Kreuztal reichlich Gelegenheit, zu üben und Fragen zu stellen. Wer kein eigenes Rad hat, kann sich ein „Testfahrzeug“ leihen.          

Foto: Michael Kunz

Beratung und Praxis: Am Samstag haben die Teilnehmer des ersten E-Bike-Kurses in Kreuztal reichlich Gelegenheit, zu üben und Fragen zu stellen. Wer kein eigenes Rad hat, kann sich ein „Testfahrzeug“ leihen.          Foto: Michael Kunz

Kreuztal.   In Kreuztal nahmen Senioren und Seniorinnen an einem E-Bikekurs teil. Ganz einfach ist es nicht, wenn das Fahrrad plötzlich einen Hilfsmotor hat.

E-Bikes werden immer beliebter, sind auch verstärkt auf Siegerländer Straßen präsent. Also einfach in den Sattel steigen und los? Lieber nicht, rät Gerd Heldmann, Polizeibeamter und Verkehrsicherheitsspezialist und betont, dass es keineswegs das Gleiche ist, mit einem normalen Rad zu fahren oder plötzlich einen Hilfsmotor dabei zu haben.

„Die fahren los und schon geht der Turbo ab!“, warnt er. „Sie glauben gar nicht, auf welch unterschiedliche Weise die Menschen an ein solches Rad kommen, als Geschenk oder anderweitig, und dann fehlt die Erfahrung“, stellt Katja Ermert-Weise fest, Seniorenberaterin bei der Kreuztaler Stiftung Diakoniestation.

Theoretische Einführung

Am Samstag hatte Gerd Heldmann Gelegenheit, gemeinsam mit Kollegin Annette Schmetz 15 Senioren an das Fahren mit den E-Bikes heranzuführen. Die Kreuztaler Diakonie und die Verkehrswacht boten gemeinsam mit der Polizei einen speziellen Seniorenkurs an, mit theoretischer Einführung im Foyer der Dreifach-Turnhalle und anschließendem Praxistraining auf dem umliegenden Gelände. 15 Männer und Frauen waren angemeldet. „Mehr hätten wir auch nicht betreuen können“, sagte Katja Ermert-Weise und fand diese Zahl für die „Premiere“ zufriedenstellend. Sie versorgte die Teilnehmer mit Kaffee und Plätzchen, während die beiden Beamten den fachlichen Teil übernahmen. „Ich habe auch noch nie auf einem E-Bike gesessen“, gab die Seniorenberaterin lächelnd zu – was sich am Ende des Vormittags dann allerdings schon geändert hatte.

Pedelec und S-Variante

Die Elektrofahrräder seien gerade für die Topografie des Siegerlands eine schöne Sache, betonte Gerd Heldmann, der das frischangeschaffte E-Bike der Polizei inzwischen nicht mehr missen möchte. Durch die anderen Fahr- und nicht zuletzt Bremseigenschaften der Räder komme es aber auch leichter zu Unfällen, weil sich viele dieser Unterschiede eben nicht bewusst seien. Zumindest auf Landesebene seien die Unfallzahlen mittlerweile schon deutlich gestiegen, „hier bei uns glücklicherweise noch nicht“. Damit das gar nicht erst eintritt, werde es nach dieser gelungenen Premiere sicher „nötig sein, dass wir das öfter machen“. Das sei in den kommenden Monaten auch kreisweit geplant, ergänzte Annette Schmetz.

Unter anderem müsse den Leuten der Unterschied zwischen dem „normalen“ Pedelec und der S-Variante erklärt werden, sagte Holger Rath, Mitarbeiter eines Kreuztaler Fahrradgeschäfts. Die letzteren seien mit 45 Stundenkilometern eigentlich schon gar keine Fahrräder mehr und anmeldepflichtig. Er habe aber schon erlebt, dass Kunden die Kennzeichenhalter abmontierten und versuchten, „damit durchzukommen“.

Zwanglos ins Gespräch kommen

Inzwischen verkaufe er diese Räder deshalb gar nicht mehr, zumal sie auch zusätzliche Gefahrenpotenziale bedeuteten. Umgekehrt sei eine Aktion wie die am Samstag sehr zu begrüßen, weil hier Menschen auf ihn und seine Kollegen zukämen, die vielleicht vor einem Besuch im Geschäft „mit unzähligen Rädern“ eher zurückschreckten.

Die Radspezialisten aus zwei heimischen Geschäften stellten jenen Teilnehmern, die kein eigenes E-Rad dabei hatten, Testfahrzeuge zur Verfügung und hatten daneben viele Tipps und Ratschläge mitgebracht. Einige Senioren hatten schon mal auf einem E-Bike gesessen, aber noch keins gekauft. Andere, wie Monika Frykowski, besaßen sogar schon eins, „aber es ist etwas zu groß“, erklärte Ehemann Erhardt, der gelegentlich schon mal zu Hause aufgestiegen war. Am Samstag fanden beide eins in der richtigen Größe und waren kaum noch vom Sattel zu bekommen. Die Idee eines solchen Einführungskurses begrüßten beide.

Nicht mehr überzeugt werden musste Anne Pröpper, die seit Jahren E-Bike fährt und dafür mehr oder weniger sogar ihr Auto abgeschafft hat. Sie unterstützte Katja Ermert-Weise am Samstag bei der Organisation und zeigte allein durch ihre Begeisterung, wie viel Spaß das Fahren mit dem E-Bike machen kann – wenn es richtig beherrscht wird und alle Regeln beachtet werden.

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